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Vom Stern geleitet, kamen die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem und betraten das Haus, in dem die selige Jungfrau Maria mit dem Kind wohnte. Sie öffneten ihre Schätze und brachten dem Herrn drei Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Damit bekannten sie ihn als wahren Gott, wahren Menschen und wahren König. Es sind die gleichen Gaben, die die heilige Kirche unaufhörlich Gott, ihrem Retter, darbringt. Sie bringt Weihrauch dar, wenn sie ihn im Glauben als den wahren Herrn und Schöpfer des Universums bekennt. Sie bringt Myrrhe dar, wenn sie beteuert, dass er unser Fleisch angenommen hat, um darin zu unserem Heil zu leiden und zu sterben. Sie bringt Gold dar, wenn sie mit Entschiedenheit verkündet, dass er mit dem Vater und dem Heiligen Geist in Ewigkeit herrscht. […] Diese Opfergaben können noch eine weitere, mystische Bedeutung haben. Bei Salomo steht Gold für die himmlische Weisheit: „Ein begehrenswerter Schatz ist in der Wohnung des Weisen“ (vgl. Spr 21,20). […] Für den Psalmisten ist Weihrauch das Symbol für reines Gebet: „Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf“ (Ps 141(140),2). Denn wenn unser Gebet rein ist, lässt es einen Wohlgeruch zu Gott emporsteigen, der reiner ist als der Duft des Weihrauchs; und wie der Weihrauch sich zum Himmel erhebt, so steigt unser Gebet auf zum Herrn. Myrrhe versinnbildlicht die Abtötung unseres Fleisches. Wir bringen also dem Herrn Gold dar, wenn wir im Licht himmlischer Weisheit vor ihm erstrahlen. […] Wir bringen ihm Weihrauch dar, wenn unser reines Gebet zu ihm aufsteigt; und Myrrhe, wenn wir durch Enthaltsamkeit „unser Fleisch und damit seine Leidenschaften und Begierden kreuzigen“ (vgl. Gal 5,24) und in der Nachfolge Jesu das Kreuz auf uns nehmen.
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.
Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten! Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil. Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist. Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde. Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben. Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen. Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, den Armen und den, der keinen Helfer hat. Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, er rettet das Leben der Armen.
Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Blick auf und schau umher: Sie alle versammeln sich und kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei. Du wirst es sehen und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit. Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der Völker kommen zu dir. Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn.
Brüder! Ihr habt gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt, das ich soeben kurz beschrieben habe. Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.
Wenn es schon genügt, dass auf Erden zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, um dich selbst mitten unter ihnen zu wissen (vgl. Mt 18,20) […], was soll man dann erst von dem Ort sagen, an dem du alle Heiligen versammelt hast, die „den Bund mit dir schlossen beim Opfer“ und die geworden sind wie „die Himmel, die deine Gerechtigkeit künden“? (vgl. Ps 50(49),5–6). Der Jünger, den du liebtest, war nicht der einzige, der den Weg zum Himmel gefunden hat; nicht für ihn allein „war eine Tür geöffnet am Himmel“ (vgl. Offb 4,1). Du selbst hast ja allen erklärt: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden“ (Joh 10,9). Du bist also die Tür, und nach dem, was du hinzufügst, öffnest du sie allen, die hineingehen wollen. Aber was nützt es uns, die wir hier auf Erden sind, eine offene Tür im Himmel zu sehen, wenn wir keine Möglichkeit haben, hinaufzusteigen? Der hl. Paulus gibt uns die Antwort: „Wenn er aber hinaufstieg, was bedeutet dies anderes, als dass er auch zur Erde herabstieg?“ (Eph 4,9). Wer ist er? Die Liebe. Es ist tatsächlich die Liebe, die aus unseren Herzen zu dir hinaufsteigt, weil es auch die Liebe ist, die von dir zu uns herabgestiegen ist. Du bist zu uns herabgestiegen, weil du uns geliebt hast; wenn wir dich lieben, können wir zu dir hinaufsteigen. Du, der du gesagt hast: „Ich bin die Tür“: In deinem Namen bitte ich dich, öffne dich vor uns! Dann werden wir klarer sehen, zu welcher Wohnung du die Tür bist, und wann und wem du sie öffnest.
In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.
Dient dem Herrn mit Freude! Kommt vor sein Antlitz mit Jubel! Erkennt: Der Herr allein ist Gott. Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide. Tretet mit Dank durch seine Tore ein! Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels! Dankt ihm, preist seinen Namen! Denn der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld, von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.
Meine Brüder! Das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil seine Taten böse, die Taten seines Bruders aber gerecht waren. Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles. Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht.
„Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf. Suche deinen Knecht!“ (Ps 119(118),176). Herr, ich bin das arme Schaf, das sich verirrt hat, als es der Befriedigung seiner Neigungen und Launen nachjagte. Aber du, der du sowohl Hirte bist als auch Lamm, du bist vom Himmel herabgekommen, um mich zu erretten, indem du dich am Kreuz als Opfer hingegeben hast, zur Sühne für meine Sünden: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Wenn ich mich also bessern will, was habe ich dann noch zu befürchten? […] „Ja, Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals verzagen“ (Jes 12,2). Du hast dich selbst mir geschenkt: Hättest du, um mir Vertrauen einzuflößen, einen größeren Beweis deiner Barmherzigkeit geben können? Liebes [Jesus-]Kind, wie sehr bereue ich, dich verletzt zu haben! Ich habe dich im Stall von Bethlehem zum Weinen gebracht; aber ich weiß, dass du gekommen bist, mich zu suchen. Darum werfe ich mich dir zu Füßen nieder, denn trotz des Elends und der Erniedrigung, in der ich dich in dieser Krippe und auf diesem Stroh vorfinde, erkenne ich dich als meinen König und meinen höchsten Herrn an. Ich begreife den Sinn deines so zärtlichen Weinens: Es lädt mich ein, dich zu lieben, es verlangt nach meinem Herzen. Hier ist es, mein Jesus, ich liege dir heute zu Füßen, um es dir anzubieten. Wandle es, entzünde es, da du vom Himmel herabgekommen bist, um die Herzen mit deiner heiligen Liebe zu entzünden. Ich höre, wie du aus der Krippe zu mir sprichst: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen“ (Mt 22,37; vgl. Dtn 6,5). Und ich antworte: „Mein Jesus, wenn ich dich nicht liebe, dich, meinen Herrn und meinen Gott, wen sonst sollte ich lieben?“