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Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
Auch der Herr, dieses unerreichte Vorbild der Geduld, der sogar unter seinen zwölf Aposteln bis zur Stunde seines Leidens einen Teufel duldete (vgl. Joh 6,70f.), hat gesprochen: „Laßt beides wachsen bis zur Ernte, damit ihr nicht, indem ihr das Unkraut sammeln wollt, zugleich auch den Weizen mitausreißt!“ (Mt 13,29f.). Er hat aber auch in dem bekannten Gleichnis von der Kirche vorhergesagt, dass die Netze bis ans Ufer, d.h. nämlich bis ans Ende der Welt, gute und schlechte Fische haben werden (Mt 13,47ff.). So hat er noch mancherlei über die Vermischung der Guten und Bösen bald in klaren Worten, bald in Gleichnissen gesprochen; und doch glaubte er deshalb nicht, man dürfe die Zucht in der Kirche aufgeben. Nein, im Gegenteil: er fordert vielmehr zu ihrer Handhabung auf mit den Worten: „Sehet zu! Wenn dein Bruder gegen dich gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen […]“ (Mt 18,15) […] Auch in dem Falle, den wir gerade behandeln sehen manche nur auf jene strengen Gebote, die uns ermahnen, Ruhestörer zurechtzuweisen, das Heilige nicht den Hunden vorzuwerfen, einen Verächter der Kirche den Heiden gleichzuachten und ein Glied, das uns ärgert, von der Verbindung mit dem Körper zu trennen (1 Thess 5,14; Mk 7,27; Mt 18,17; 5,29). Solche Leute bringen aber Unruhe in die Kirche, da sie schon vor der Zeit das Unkraut aussondern wollen und so blind in ihren Irrtum verrannt sind, dass sie sich lieber selbst von der Einheit mit Christus trennen […] […] so beschleiche unser Herz nicht der unchristliche und verderbliche Wahn, als müssten wir uns von solchen Menschen trennen, um uns nicht selbst mit ihren Sünden zu verunreinigen. Wir dürfen auch nicht den Versuch machen, einzelne Schüler als Reine und Heilige von der alle verbindenden Einheit weg an uns zu ziehen, gerade als hätten wir sie damit von der Gesellschaft der Bösen getrennt. Vielmehr sollen wir uns in solchen Fällen der Gleichnisse der Heiligen Schrift, der göttlichen Weissagungen oder zuverlässiger Beispiele erinnern, wodurch uns ganz deutlich vorausgesagt ist, dass in der Kirche bis ans Ende der Welt und bis zum Tag des Gerichtes mit den Guten immer auch Böse vermischt sein werden, ohne dass sie den Guten schaden, die zwar die nämliche kirchliche Einheit und die nämlichen Sakramente haben [wie die Bösen], mit ihren Werken aber keineswegs einverstanden sind.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.
Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin. Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt. Haucht der Mensch sein Leben aus und kehrt er zurück zur Erde, dann ist es aus mit all seinen Plänen. Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt. Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe; er hält ewig die Treue. Der Herr ist König auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.
Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging: Mach dich auf, und geh zum Haus des Töpfers hinab! Dort will ich dir meine Worte mitteilen. So ging ich zum Haus des Töpfers hinab. Er arbeitete gerade mit der Töpferscheibe. Missriet das Gefäß, das er in Arbeit hatte, wie es beim Ton in der Hand des Töpfers vorkommen kann, so machte der Töpfer daraus wieder ein anderes Gefäß, ganz wie es ihm gefiel. Da erging an mich das Wort des Herrn: Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? - Spruch des Herrn. Seht, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel.
Christus ist der Schatz aller Gnade, denn er ist „voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14), und Engel und Menschen schöpfen aus seiner Fülle. Er besitzt die Quelle der Fülle selbst und „öffnet er seine Hand, so erfüllt er mit Segen jegliches Geschöpf“ (vgl. Ps 144(145),16), das mit Vernunft begabt ist. Aber dieser Gnadenschatz ist verborgen unter dem Schleier des Altarsakraments. „Ist es mit dem Himmelreich nicht wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben ist“? (vgl. Mt 13,44). Und dieser Acker, ist das nicht hier das Sakrament des Leibes Christi […]? In diesem Acker besitzen wir einen verborgenen Schatz, weil dort alle Arten von Gnaden verborgen sind. „Ein Mann entdeckte ihn […]. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker“ (Mt 13,44). Wer den Reichtum dieses Sakraments kennt, verzichtet bereitwillig auf jede andere Tätigkeit, um sich in aller Freiheit dem Sakrament hinzugeben in seinem Tun und in seiner Andacht. Er weiß, dass er damit den Besitz des ewigen Lebens gewinnt, gemäß dem Wort des Herrn: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben“ (vgl. Joh 6,55). Und der Schatz aller Herrlichkeit ist in Christus. Alle Herrlichkeit der Engel und der Menschen, die gerettet werden, bis zum Tag des Gerichts, ziehen diese – sei es die Herrlichkeit des Leibes oder der Seele –, aus diesem Schatz. Er [Christus] ist es ja, dessen Schätze unermesslich groß sind, und der die unbegreiflichen Grenzen seiner Herrlichkeit festgesetzt hat. Daher gebietet er uns, hinzueilen zu diesem Schatz: „Sammelt euch Schätze im Himmel“ (vgl. Mt 6,20). Dieser Schatz liegt unter dem Schleier von Brot und Wein verborgen, damit du das Verdienst des Glaubens hast. Gelobt sei der Herr für seine Erbarmungen, weil er uns im Voraus seinen Leib unter dem Bild des himmlischen Schatzes dargestellt hat.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.
Entreiß mich den Feinden, mein Gott, beschütze mich vor meinen Gegnern! Entreiß mich denen, die Unrecht tun, rette mich vor den Mördern! Sieh her: Sie lauern mir auf, Mächtige stellen mir nach. Ich aber habe keinen Frevel begangen und keine Sünde; Herr, ich bin ohne Schuld. Meine Stärke, an dich will ich mich halten, denn du, Gott, bist meine Burg. Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen; Gott lässt mich herabsehen auf meine Gegner. Ich aber will deine Macht besingen, will über deine Huld jubeln am Morgen. Denn du bist eine Burg für mich, bist meine Zuflucht am Tag der Not.
Weh mir, Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann, der mit aller Welt in Zank und Streit liegt. Ich bin niemands Gläubiger und niemands Schuldner, und doch fluchen mir alle. Kamen Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort war mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heere. Ich sitze nicht heiter im Kreis der Fröhlichen; von deiner Hand gepackt, sitze ich einsam; denn du hast mich mit Groll angefüllt. Warum dauert mein Leiden ewig und ist meine Wunde so bösartig, dass sie nicht heilen will? Wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, ein unzuverlässiges Wasser. Darum - so spricht der Herr: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren, dann darfst du wieder vor mir stehen. Redest du Edles und nicht Gemeines, dann darfst du mir wieder Mund sein. Jene sollen sich dir zuwenden, du aber wende dich ihnen nicht zu. Dann mache ich dich für dieses Volk zur festen, ehernen Mauer. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu retten - Spruch des Herrn. Ja, ich rette dich aus der Hand der Bösen, ich befreie dich aus der Faust der Tyrannen.
Im Geiste sehen wir unseren Herrn Jesus Christus auf dem Thron der Herrlichkeit sitzen. Um ihn herum sind Seraphim, Cherubim und Engel jeden Ranges, die ihm mit Furcht und Zittern dienen. Dann werden all jene die gebenedeite Stimme des Meisters hören, die den Kampf bis zum Ende geführt haben, ohne sich von den Verlockungen ihres Zeitalters anziehen oder von den Reizen dieser eitlen Welt verführen zu lassen. „Dann“, so sagt er, „werden die Gerechten leuchten wie die Sonne“ (vgl. Mt 13,43), wenn sie vom Morgen- und Abendland, vom Norden und vom Meer kommend mit Abraham, Isaak und Jakob (vgl. Mt 8,11) in unsagbarer Freude (vgl. 1 Petr 1,8) beim Festmahl Platz nehmen; wenn unser König und Herr seine Gaben an sie verteilen wird, ihren Verdiensten entsprechend. Ach, meine Brüder, meine Kinder, ach! Wie groß und schön ist doch die Herrlichkeit, die den dreimal Seligen und Heiligen zuteilwird, die Verzicht geübt haben! Ja, ganz sicher wird ein jeder die verheißenen Gaben empfangen, je nach dem Stand, in dem er Gott wohlgefällig war. […] Folgt also weiter der Wahrheit (vgl. Gal 5,7), und lasst euch nicht vom Teufel verblenden (vgl. Gal 3,1) oder behindern! […] Es möge über euch kommen […] Barmherzigkeit, Friede, Liebe, die Freiheit von Neid, Eifersucht und Prahlerei; sodann Gelehrigkeit, aufbauendes Reden, Solidarität, Mitgefühl füreinander, Demut. Lebt und verhaltet euch so, und betet auch von ganzem Herzen für meine armselige Person, damit ich nicht in das ewige Feuer geworfen werde. Mögen wir alle dem entkommen, nachdem wir des Himmelreiches für würdig befunden worden sind, in Christus, unserem Gott, dem alle Herrlichkeit, Ehre, Anbetung und Größe gebührt mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt und immer und in alle Ewigkeit. Amen.