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Die Kirche erstreckt sich über das ganze Weltall bis an die äußersten Grenzen der Erde. Sie hat von den Aposteln und ihren Schülern den Glauben empfangen, den Glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde und der Meere und alles was in ihnen ist, und an den einen Christus Jesus, den Sohn Gottes, der, um uns zu erlösen, Fleisch angenommen hat, und an den heiligen Geist, der durch die Propheten die Heilsordnung Gottes verkündet hat, die zweifache Ankunft des Herrn, seine Geburt aus der Jungfrau, sein Leiden, seine Auferstehung von den Toten und die leibliche Himmelfahrt unseres lieben Herrn Christus Jesus und seine Wiederkunft vom Himmel in der Herrlichkeit des Vaters, um „alles wiederherzustellen“ (vgl. Eph 1,10) und alles Fleisch der ganzen Menschheit wiederzuerwecken, damit vor Jesus Christus, unserm Herrn und Gott, unserm Heiland und König, nach dem Wohlgefallen des unsichtbaren Vaters, „jedes Knie sich beuge derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, und jegliche Zunge ihn preise“ (vgl. Phil 2,10–11). Dann wird er ein gerechtes Gericht über alle halten. […] Nun wohl, diese Botschaft und diesen Glauben bewahrt die Kirche, wie sie ihn empfangen hat, obwohl sie, wie gesagt, über die ganze Welt zerstreut ist, sorgfältig, als ob sie in einem Hause wohnte, glaubt so daran, als ob sie nur eine Seele und ein Herz hätte, und verkündet und überliefert ihre Lehre so einstimmig, als ob sie nur einen Mund besäße. Und wenngleich es auf der Welt verschiedene Sprachen gibt, so ist doch die Kraft der Überlieferung ein und dieselbe. Die in Germanien gegründeten Kirchen glauben und überliefern nicht anders als die in Spanien oder bei den Kelten, die im Orient oder in Ägypten, die in Lybien oder in der Mitte der Welt. So wie Gottes Sonne in der ganzen Welt eine und dieselbe ist, so dringt auch die Botschaft der Wahrheit überall hin und erleuchtet alle Menschen, die zur Erkenntnis der Wahrheit kommen wollen.
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.
Ihr habt gehört, was der Herr nach der Auferstehung zu seinen Jüngern sagt. Er sendet sie aus, das Evangelium zu verkünden, und sie haben es getan. Hört: „Ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde“ (Ps 19(18),5). Schritt für Schritt gelangte das Evangelium zu uns und wurde bis an die äußersten Enden der Erde gebracht. Mit wenigen Worten, die er an seine Jünger richtet, legt der Herr fest, was wir tun und worauf wir hoffen sollen. Er sagt nämlich, wir ihr gehört habt: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet“. Er verlangt unseren Glauben und bietet uns das Heil an. Was er uns anbietet ist so kostbar, wie das, was er von uns verlangt, gering ist. „Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel […]; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens“ (Ps 36(35),8–10). Jesus Christus ist die Quelle des Lebens. Bevor die Quelle des Lebens zu uns kam, gab es für uns nur rein menschliches Heil, ähnlich dem der Tiere, wovon der Psalm spricht: „Herr, du hilfst Menschen und Tieren“ (Ps 36(35),7). Doch jetzt ist die Quelle des Lebens zu uns gekommen, die Quelle des Lebens ist für uns gestorben. Sollte er uns sein Leben verweigern, der für uns seinen Tod auf sich nahm? Er ist das Heil, und dieses Heil ist nicht vergeblich wie das andere. Warum? Weil es nicht vergänglich ist. Der Erlöser ist gekommen. Er ist gestorben, aber er hat den Tod getötet: Er hat dem Tod durch sich selbst ein Ende gesetzt. Er nahm ihn auf sich und tötete ihn. Wo ist nun der Tod? Suche ihn in Christus, doch er ist nicht mehr dort. Er war in ihm, aber er ist dort gestorben. O Leben, du Tod des Todes! Schöpft also Mut: Er wird auch in uns sterben. Was sich im Haupt vollzog, das wird sich auch in den Gliedern vollziehen, und der Tod wir auch in uns sterben.
Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammengewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!
Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig. So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig. Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; er ist für mich zum Retter geworden. Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten, die Rechte des Herrn wirkt mit Macht! Die Rechte des HERRN, sie erhöht, die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie. Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des HERRN zu verkünden. Der Herr hat mich hart gezüchtigt, doch er hat mich nicht dem Tod übergeben. Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein. Ich danke dir, dass du mich erhört hast; du bist für mich zum Retter geworden.
Als sie den Freimut des Petrus und des Johannes sahen und merkten, dass es ungelehrte und einfache Leute waren, wunderten sie sich. Sie erkannten sie als Jünger Jesu, sahen aber auch, dass der Geheilte bei ihnen stand; so konnten sie nichts dagegen sagen. Sie befahlen ihnen, den Hohen Rat zu verlassen; dann berieten sie miteinander und sagten: Was sollen wir mit diesen Leuten anfangen? Dass offensichtlich ein Wunder durch sie geschehen ist, ist allen Einwohnern von Jerusalem bekannt; wir können es nicht abstreiten. Damit aber die Sache nicht weiter im Volk verbreitet wird, wollen wir ihnen bei Strafe verbieten, je wieder in diesem Namen zu irgendeinem Menschen zu sprechen. Und sie riefen sie herein und verboten ihnen, jemals wieder im Namen Jesu zu predigen und zu lehren. Doch Petrus und Johannes antworteten ihnen: Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben. Jene aber drohten ihnen noch mehr und ließen sie dann gehen; denn sie sahen keine Möglichkeit, sie zu bestrafen, mit Rücksicht auf das Volk, da alle Gott wegen des Geschehenen priesen.
„Als es schon Morgen wurde“, heißt es im Evangelium, „stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“ […] Die ganze Welt war in Verwirrung gestürzt und fragte sich, ob der Tod des Schöpfers sie wohl wieder in die ursprüngliche Finsternis und in das urzeitliche Chaos (vgl. Gen 1,2) zurückversetzt habe. Doch plötzlich, im Licht seiner Auferstehung, bringt der Herr den Tag zurück und gibt der Welt ihr vertrautes Gesicht wieder. Er kommt, um alle Wesen mit ihm und in seiner Herrlichkeit auferstehen zu lassen, alle Wesen, die er in so trauriger Niedergeschlagenheit gesehen hatte. […] „Als es schon Morgen wurde“ […] „stand Jesus am Ufer“: Er kommt […], um den Zweifel zu zerstreuen, den Sturm zu besänftigen, das Chaos zu beruhigen, die Grundfesten der Erde, die so plötzlich erschüttert worden waren, in ihrer gewohnten Unerschütterlichkeit zu festigen. Und er kommt, um der Welt ihre ganze glühende Hingabe ihrem Meister gegenüber zurückzugeben. „Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ In erster Linie stand er da, um seine Kirche wieder in den Hafen des Glaubens zurückzuholen, jene Kirche, in der die Jünger damals den bitteren Fluten hilflos ausgeliefert waren. Er fand sie ohne Glauben, all ihrer menschlichen Kraft beraubt. Deshalb nennt er sie auch „Kinder“: „Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen?“ Da ist Petrus, der ihn verleugnet hat, Thomas, der gezweifelt hat, Johannes, der geflohen ist […]; er lädt sie wie kleine Kinder zum Essen ein. Auf diese Weise soll seine Menschlichkeit sie an die Gnade gemahnen, das Brot an das Vertrauen, die Nahrung an den Glauben. Sie würden nämlich nicht glauben können, dass er mit seinem Leib auferstanden ist, wenn sie ihn nicht wie einen Menschen essen sähen. Aus diesem Grund bittet der, der allen Geschöpfe Nahrung gibt, um Speise; er, das Brot (vgl. Joh 6,35), isst, denn ihn hungert nicht nach ihrer Speise, sondern nach ihrer Liebe.
offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling –, Natanaal aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig. So sollen sagen, die den HERRN fürchten: Denn seine Huld währt ewig. Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden. Vom HERRN her ist dies gewirkt, ein Wunder in unseren Augen. Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; wir wollen jubeln und uns über ihn freuen. Gesegnet sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN her. Gott ist der HERR. Er ließ Licht für uns leuchten.
Petrus und Johannes hatten im Tempel einen Gelähmten geheilt. Während sie zum Volk redeten, traten die Priester, der Tempelhauptmann und die Sadduzäer zu ihnen. Sie waren aufgebracht, weil die Apostel das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung von den Toten verkündeten. Sie nahmen sie fest und hielten sie bis zum nächsten Morgen in Haft. Es war nämlich schon Abend. Viele aber, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend. Am anderen Morgen versammelten sich ihre Führer sowie die Ältesten und die Schriftgelehrten in Jerusalem, dazu Hannas, der Hohepriester, Kajaphas, Johannes, Alexander und alle, die aus dem Geschlecht der Hohenpriester stammten. Sie stellten die beiden in die Mitte und fragten sie: Mit welcher Kraft oder in wessen Namen habt ihr das getan? Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Er - Jesus - ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.