Tagesevangelium

Samstag, 4. Juni : ps 11(10),4.5.7.

Der Herr weilt in seinem heiligen Tempel, der Thron des Herrn ist im Himmel. Seine Augen schauen herab, seine Blicke prüfen die Menschen. Der Herr prüft Gerechte und Frevler; wer Gewalttat liebt, den hasst er aus tiefster Seele. Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte Taten; wer rechtschaffen ist, darf sein Angesicht schauen.

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Samstag, 4. Juni : Apostelgeschichte 28,16-20.30-31.

Nach unserer Ankunft in Rom erhielt Paulus die Erlaubnis, für sich allein zu wohnen, zusammen mit dem Soldaten, der ihn bewachte. Drei Tage später rief er die führenden Männer der Juden zusammen. Als sie versammelt waren, sagte er zu ihnen: Brüder, obwohl ich mich nicht gegen das Volk oder die Sitten der Väter vergangen habe, bin ich von Jerusalem aus als Gefangener den Römern ausgeliefert worden. Diese haben mich verhört und wollten mich freilassen, da nichts gegen mich vorlag, worauf der Tod steht. Weil aber die Juden Einspruch erhoben, war ich gezwungen, Berufung beim Kaiser einzulegen, jedoch nicht, um mein Volk anzuklagen. Aus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu dürfen. Denn um der Hoffnung Israels willen trage ich diese Fesseln. Er blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen. Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor.

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Freitag, 3. Juni : Hl. Johannes XXIII.

Der Nachfolger Petri weiß, dass in seiner Person und in seinem Wirken die Gnade und das Liebesgebot alles trägt, belebt und allem Zierde verleiht. Und im Liebesaustausch zwischen Jesus und ihm, Simon Petrus, dem Sohn des Johannes, findet die heilige Kirche im Angesicht der ganzen Welt ihren halt, wie auf einem sichtbaren und einem unsichtbaren Fundament: auf Jesus, der für die Augen des Fleisches unsichtbar ist, und auf dem Papst, dem Stellvertreter Christi, der für die Augen der ganzen Welt sichtbar ist. Wenn ich dieses Mysterium der Liebe zwischen Jesus und seinem Stellvertreter recht bedenke, erkenne ich, welche Ehre und welche Freude dies für mich bedeutet, doch zugleich auch welch ein Grund zur Verwirrung aufgrund meiner Armseligkeit und des Nichts, das ich bin. Mein Leben muss ganz Liebe zu Jesus sein und zugleich ganz sich verströmende Güte und Hingabe für jede einzelne Seele und für die ganze Welt. In diesem Evangelienabschnitt […] geht Jesus direkt zum Gebot der Hingabe über, wenn er Petrus ankündigt: „Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst“ (Joh 21,18). Durch die Gnade des Herrn bin ich noch nicht in dieses „Alt-geworden-Sein“ eingetreten, aber mit meinen bereits vollendeten 80 Jahren stehe ich an der Schwelle dorthin. Ich muss mich also für diese letzte Etappe meines Lebens bereithalten, in der mich Beeinträchtigungen und Opfer erwarten, bis hin zur Hingabe meines leiblichen Lebens und dem Beginn des ewigen Lebens. O Jesus, hier bin ich – bereit, meine schon zitternden und schwachen Hände auszustrecken, damit ein anderer mir hilft, mich anzukleiden und mich beim Gehen zu stützen. Herr, zu Petrus hast du gesagt: „und [er wird] dich führen, wohin du nicht willst.“ O, nach so vielen Gnaden, die ich in meinem langen Leben erhalten habe, gibt es nichts mehr, was ich nicht will. Du, Jesus, hast mir den Weg erschlossen. „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“ (Mt 8,19).

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Freitag, 3. Juni : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 21,1.15-19.

offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

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Freitag, 3. Juni : ps 103(102),1-2.11-12.19-20ab.

Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten. So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns. Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine königliche Macht beherrscht das All. Lobt den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken.

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Freitag, 3. Juni : Apostelgeschichte 25,13-21.

In jenen Tagen trafen König Agrippa und seine Schwester Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen. Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden, gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung, ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen. Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen. Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte; sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe. Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen. Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.

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Dienstag, 31. Mai : ps 68(67),10-11.20-21.

Gott, du ließest Regen strömen in Fülle und erquicktest dein verschmachtendes Erbland. Dein Geschöpf fand dort Wohnung; Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen. Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag! Gott trägt uns, er ist unsre Hilfe. Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt, Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod.

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Dienstag, 31. Mai : Apostelgeschichte 20,17-27.

In jenen Tagen schickte Paulus von Milet aus jemand nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen. Als sie bei ihm eingetroffen waren, sagte er: Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, seit ich die Provinz Asien betreten habe, die ganze Zeit in eurer Mitte war und wie ich dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe, wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern. Ich habe Juden und Griechen beschworen, sich zu Gott zu bekehren und an Jesus Christus, unseren Herrn, zu glauben. Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem, und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird. Nur das bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Drangsale auf mich warten. Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen. Nun aber weiß ich, dass ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet, ihr alle, zu denen ich gekommen bin und denen ich das Reich verkündet habe. Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag: Ich bin unschuldig, wenn einer von euch allen verlorengeht. Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden.

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Montag, 30. Mai : Hl. Titus Brandsma

Wir alle lieben zwar den Frieden und hegen tief in unseren Herzen die Hoffnung, dass unser Einsatz für den Frieden nicht vergeblich sei; aber weder Sie noch ich können den Spannungen unserer Zeit ausweichen. Das bedeutet, dass wir den allgemeinen Zweifel nicht loswerden, dass sich jemals – den Gesetzen der Geschichte entsprechend – etwas ändern könnte: Ein Krieg folgt dem anderen, und jedes Mal bekommt die Sache des Friedens einen tödlichen Schlag. Wir leben noch zu sehr unter dem Einfluss derer, die behaupten, dass, wer den Frieden will, aufrüsten muss, um den Krieg zu besiegen. […] Es ist bemerkenswert, dass im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Helden des Friedens auftauchen, Prediger der Friedensbotschaft. […] Diese Friedensboten, diese Apostel des Friedens, gibt es zu jeder Zeit und an jedem Ort. Sie fehlen uns glücklicherweise auch heutzutage nicht. Aber kein Friedensbote hat ein größeres Echo gefunden als der, den wir […] den Friedensfürsten nennen (vgl. Jes 9,5). Erlauben Sie mir, Sie daran zu erinnern, wer dieser Bote ist. Am Ostertag schien es, als hätten die Apostel seit dem Tod Christi am Kreuz alle Hoffnung verloren. Als in den Augen der Welt die Mission Christi am Ende war, gescheitert und unverstanden geblieben, da erschien er inmitten seiner Apostel, die sich aus Furcht vor den Feinden im Abendmahlssaal versammelt hatten, und an Stelle von Kriegserklärungen gegen ihre Feinde hörten sie ihn sagen: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch“ (Joh 14,27). […] Ich möchte dieses Wort wiederholen, möchte es in der ganzen Welt zum Klingen bringen, ohne mich darum zu kümmern, wer es hört. Ich möchte es so oft wiederholen – auch wenn […] es bisher zurückgewiesen wurde –, bis wir alle es gehört und verstanden haben.

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Montag, 30. Mai : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 16,29-33.

In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist. Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

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