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Jeden Tag will ich dich preisen und deinen Namen loben auf immer und ewig. Groß ist der HERR und hoch zu loben, unerforschlich ist seine Größe. Geschlecht um Geschlecht rühme deine Werke, deine machtvollen Taten sollen sie künden. Den herrlichen Glanz deiner Hoheit und deine Wundertaten will ich besingen. Der HERR ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld. Der HERR ist gut zu allen, sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. Danken sollen dir, HERR, all deine Werke, deine Frommen sollen dich preisen. Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, von deiner Macht sollen sie sprechen. Aller Augen warten auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Paulus kam nach Ephesus hinab. Er stieß dort auf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Da fragte er: Auf welche Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen. Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.
Nichts in Gott ist freundlicher als sein Heiliger Geist; er ist die Güte Gottes selbst, er ist Gott […]. Am Anfang war es notwendig, dass der unsichtbare Geist sein Kommen durch sichtbare Zeichen offenbarte. Aber heute sind die Zeichen, je geistlicher sie sind, desto passender und würdiger des Heiligen Geistes. Damals kam er auf die Apostel in Feuerzungen herab, damit sie allen Völkern feurige Worte verkünden und in einer feurigen Sprache ein feuriges Gesetz verkünden. Es möge sich niemand beklagen, dass sich der Heilige Geist uns nicht in gleicher Weise offenbart! „Denn jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt“ (vgl. 1 Kor 12,7). Also – muss man das überhaupt sagen? – hat diese Offenbarung mehr um unseretwillen als um der Apostel willen stattgefunden? Denn wozu hätten sie die fremden Sprachen gebraucht, wenn nicht für die Bekehrung der Völker? Aber es gab noch eine weitere Offenbarung, die sie noch stärker berührte, und auf diese Weise offenbart sich der Heilige Geist auch heute in uns: Es war für alle offensichtlich, dass sie „mit der Kraft aus der Höhe“ (Lk 24,49) bekleidet worden waren, als sie von einem so furchtsamen Geist zu solch einer Sicherheit gelangten. Sie ergriffen nicht mehr die Flucht, sie versteckten sich nicht mehr aus Furcht; jetzt bringen sie mehr Kraft auf, um zu predigen, als sie vorher aufgebracht hatten, um zu fliehen. Diese Umwandlung, die das Werk des Allerhöchsten ist, zeigte sich deutlich an Petrus, dem Apostelfürsten: Gestern noch erschreckt durch die Worte einer Magd (vgl. Mt 26,69), ist er jetzt unerschütterlich unter den Drohungen der Hohepriester: „Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden“ (Apg 5,41). Und doch waren sie noch kurz vorher, als Jesus vor den Hohen Rat geführt werden sollte, geflohen und hatten ihn verlassen. Wer könnte da das Kommen des Geistes der Stärke anzweifeln, dessen unsichtbare Macht ihre Herzen erleuchtet hat? In gleicher Weise bezeugt das, was der Heilige Geist in uns wirkt, seine Gegenwart in uns.
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Brüder! Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel, du spannst den Himmel aus gleich einem Zelt. Wie zahlreich sind deine Werke, HERR, sie alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen. Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel, nicht zu zählen: kleine und große Tiere. Verbirgst du dein Angesicht, sind sie verstört, nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub. Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen und du erneuerst das Angesicht der Erde. Die Herrlichkeit des HERRN währe ewig, der HERR freue sich seiner Werke. Möge ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am HERRN.
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
Die Kirche kennt zwei von Gott anerkannte und empfohlene Lebenswirklichkeiten: die eine im Glauben, die andere in der Schau; die eine auf dem Pilgerweg der Zeit, die andere in der ewigen Wohnung; die eine in der Arbeit, die andere in der Ruhe; die eine auf dem Weg, die andere in der Heimat; die eine in der Anstrengung der Aktion, die andere in der Belohnung der Kontemplation. […] Die erste wird durch den Apostel Petrus dargestellt, die zweite durch Johannes. Die erste spielt sich vollständig hier auf Erden ab bis zum Ende der Zeiten; dann wird sie zu Ende sein. Die zweite findet ihre Vollendung erst nach dem Ende der Zeiten; in der kommenden Welt wird sie kein Ende haben. Deshalb sagt Jesus zu Petrus: „Folge mir“, und in Bezug auf Johannes: „Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!“ […] Dein aktives Tun folge mir nach, vollkommen und nach dem Vorbild meines Leidens. Die Kontemplation aber, die schon begonnen hat, dauere an bis zu meiner Wiederkunft: Ich werde sie vollkommen machen, wenn ich wiederkomme. Denn sie folgt Christus nach, diese ausdauernde Glut der Hingabe, die durchhält bis zum Tod; und sie bleibt bis zur Wiederkunft Christi bestehen, diese Erkenntnis, die dann in ihrer ganzen Fülle offenbar wird. Hier, im Land der Sterblichen, muss man die Übel dieser Welt ertragen; dort werden wir die Güte des Herrn im Land der Lebenden schauen (vgl. Ps 27(26),13). […] Niemand soll also diese beiden hervorragenden Apostel voneinander trennen; denn beide waren in dem, was Petrus versinnbildlicht, und beide werden in dem sein, was Johannes darstellt.
In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir! Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, diesem folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.
Der Herr weilt in seinem heiligen Tempel, der Thron des Herrn ist im Himmel. Seine Augen schauen herab, seine Blicke prüfen die Menschen. Der Herr prüft Gerechte und Frevler; wer Gewalttat liebt, den hasst er aus tiefster Seele. Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte Taten; wer rechtschaffen ist, darf sein Angesicht schauen.