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Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn und zujauchzen dem Fels unsres Heiles! Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, vor ihm jauchzen mit Liedern! Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer! Denn er ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand geführt. Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! “Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, wie in der Wüste am Tag von Massa! Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch mein Tun gesehen.”
„Ihr seid dem Beispiel des Herrn gefolgt“, sagt Paulus. In welcher Weise denn? „Ihr habt das Wort trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt“ (1 Thess 1,6). […] Bedrängnis betrifft den materiellen Bereich unseres Wesens, Freude strahlt auf in den Höhen des Geistes. Genauer gesagt: Die Missgeschicke des Lebens sind an sich traurig und schmerzhaft, aber was dabei herauskommt gibt am Ende doch Anlass zur Freude. So will es der Heilige Geist. Möglich, dass man keine Freude empfindet, wenn man wegen der eigenen Sünden leidet; es kann aber durchaus sein, dass man sich voll Freude auspeitschen lässt, wenn es für Christus ist (vgl. Apg 5,41). Das nennt der Apostel „Freude, die der Heilige Geist gibt“. Man atmet sie ein unter Umständen, die unsere Natur mit Schaudern von sich weist. „Man hat euch tausenderlei Schwierigkeiten bereitet“, sagt Paulus, „ihr habt Verfolgung erlitten, aber der Heilige Geist hat euch in der Bedrängnis nicht verlassen.“ Wie die drei jungen Männer im Feuerofen von einem taufrischen Wind umweht wurden (vgl. Dan 3), so auch ihr in der Bedrängnis. Damals lag es gewiss nicht an der Beschaffenheit des Feuers, und nur der Atem des Geistes konnte die Ursache sein. Es liegt auch nicht in der Natur der Bedrängnis, euch Freude zu bereiten; diese Freude kann nur aus einem für Christus erduldeten Leiden kommen, aus dem göttlichen Tau des Geistes, der den Feuerofen der Bedrängnisse in einen Ort der Ruhe verwandelt. „Mit Freude“, sagt Paulus, und zwar nicht mit irgendeiner Freude, sondern mit unerschöpflicher Freude. Unerschöpflich ist sie, wenn der Heilige Geist der Urheber ist.
In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind. In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil! Ich vertraue auf deine Gebote. Dass ich gedemütigt wurde, war für mich gut; denn so lernte ich deine Gesetze. Herr, ich weiß, dass deine Entscheide gerecht sind; du hast mich gebeugt, weil du treu für mich sorgst. Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute, und dir ist alles dienstbar. Ich bin dein Knecht. Gib mir Einsicht, damit ich verstehe, was du gebietest. Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung, den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht.
Gott treibt den Menschen an, sich von der Sünde zu erheben; dann erleuchtet er mit dem Licht des Glaubens den Verstand und entfacht, indem er den Menschen gewissermaßen daran Geschmack finden lässt, den Willen. All das vollbringt Gott in einem einzigen Augenblick, wenngleich wir, um es auszudrücken, vieler Worte und einer entsprechenden Zeitspanne bedürfen. Dieses Werk bringt Gott in den Menschen mehr oder weniger hervor, je nach der Frucht, die er voraussieht. Jedem Menschen wird Licht und Gnade geschenkt, damit er, wenn er tut, was in seiner Macht steht, sich selbst einfach dadurch retten kann, dass er seine Zustimmung gibt. Diese Zustimmung geschieht auf folgende Weise: Wenn Gott sein Werk vollbracht hat, genügt es, dass der Mensch sagt: „Ich bin zufrieden, Herr, tu mit mir, was dir gefällt; ich bin entschlossen, nie mehr zu sündigen und um deiner Liebe willen alles auf der Welt zu lassen.“ Diese Zustimmung und dieser Willensakt geschehen so schnell, dass der Wille des Menschen mit dem Willen Gottes eins wird, ohne dass der Mensch selbst es wahrnimmt, zumal es in der Stille vor sich geht. Der Mensch erkennt diese Zustimmung nicht, doch es bleibt ihm ein innerer Eindruck, der ihn dazu drängt, Folge zu leisten. Dabei wird sein Herz so entflammt, dass er wie betäubt und verblüfft sich nichts anderem zuwenden kann. Durch diese geistige Vereinigung ist der Mensch mit einem geradezu unauflöslichen Band an Gott gebunden, weil Gott, da er die Zustimmung des Menschen angenommen hat, fast alles tut. Wenn der Mensch sich führen lässt, reinigt Gott ihn und geleitet ihn zu der Vollkommenheit, die er ihm zugedacht hat.
In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht flüchten? Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. Nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich fassen. Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
Wir feiern heute das Fest der heiligen Engel. […] Doch was können wir über diese himmlischen Geister sagen? Dies ist unser Glaube: Wir glauben, dass sie sich der Gegenwart und der Schau Gottes erfreuen, dass sie eine Glückseligkeit ohne Ende genießen, jene Güter des Herrn also, die „kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und die in keines Menschen Sinn gekommen sind“ (vgl. 1 Kor 2,9). Was kann ein einfacher Sterblicher darüber zu anderen Sterblichen sagen, unfähig, wie er ist, solche Dinge zu begreifen? […] Wenn es auch unmöglich ist, über die Herrlichkeit der heiligen Engel bei Gott zu sprechen, können wir zumindest über die Freundlichkeit und Liebe sprechen, die sie uns gegenüber an den Tag legen, denn sie sind nicht nur mit einer unvergleichlichen Würde ausgestattet, sondern auch mit einer Dienstbereitschaft voller Güte. […] Wenn wir ihre Herrlichkeit auch nicht begreifen können, so halten wir uns umso mehr an die Barmherzigkeit, mit der diese Gott so nahestehenden Wesen erfüllt sind, diese Himmelsbürger und Fürsten des Paradieses. Der Apostel Paulus selbst, der mit eigenen Augen den himmlischen Hof geschaut hat, und seine Geheimnisse kannte (vgl. 2 Kor 12,2), bezeugt uns, dass „sie alle dienende Geister sind, ausgesandt, um denen zu helfen, die das Heil erben sollen“ (vgl. Hebr 1,14). Seht darin nichts Unerhörtes, denn der Schöpfer, der König der Engel selbst „ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). Welcher Engel würde also einen solchen Dienst verschmähen, worin ihm derjenige zuvorgekommen ist, dem die Engel im Himmel mit Eifer und Freude dienen!
In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.
Ich will dir danken mit meinem ganzem Herzen, dir vor den Engeln singen und spielen; Ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin, will deinem Namen danken für deine Huld und für deine Treue. Denn du hast dein Wort größer gemacht als deinen ganzen Namen. Am Tag, da ich rief, gabst du mir Antwort, du weckst Kraft in meiner Seele. Dir, HERR, sollen alle Könige der Erde danken, wenn sie die Worte deines Mundes hören. Sie sollen singen auf den Wegen des HERRN. Die Herrlichkeit des HERRN ist gewaltig.