Tagesevangelium

Montag, 14. November : ps 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

weiterlesen

Sonntag, 13. November : Hl. Patrick

Und so werde ich nicht müde, Gott dafür zu danken, dass er mich und meinen Glauben am Tage der Versuchung gerettet hat, so dass ich ihm heute voll Zuversicht meine Seele als lebendige Gabe opfern kann (Röm 12,1), Christus meinem Herrn, der mich aus jeder Not gerettet hat. Darum frage ich: Wer bin ich, Herr? […] Woher hatte ich diese Weisheit? Sie war nicht in mir, denn ich wusste nicht einmal die Zahl meiner Tage (vgl. Ijob 38,21 u. Ps 39,5), noch kannte ich Gott. Warum wurde mir später die kostbare und heilsame Gabe zuteil, Gott zu erkennen und ihn so sehr zu lieben, dass ich Heimat und Eltern verließ? […] Nur deshalb kam ich zum Irischen Volk, um das Evangelium zu verkünden und die Beleidigungen der Ungläubigen zu ertragen. Deshalb musste ich mir die Vorwürfe gefallen lassen, hierher gekommen zu sein, und viele Verfolgungen, ja Gefangenschaft in Ketten erdulden. Und deshalb legte ich meinen Status als freier Mensch ab zum Nutzen anderer. Und wäre ich es wert, ich würde sofort bereitwillig und mit größter Freude mein Leben für seinen Namen hingeben. Und dort möchte ich leben bis zu meinem Tod, wenn Gott mich nur lässt. Denn ich stehe tief in Gotte Schuld. Er ließ mir große Gnade zuteil werden, dass durch mich so viele Völker in Gott wiedergeboren und wahre Christen wurden und dass überall Geistliche geweiht wurden für die, die eben erst zum Glauben übertraten und die Gott an den Enden der Welt aufnahm, so wie er es einst durch seine Propheten verheißen hatte: „Zu dir kommen die Völker von den Enden der Erde und sagen: Nur Trug besaßen unsre Väter, Götzenbilder, die nichts nützen“ (Jer 16,19). Und: „Ich habe dich als Licht unter die Völker gebracht, damit du ihr Heil bist bis ans Ende der Welt“ (Apg 13,47).

weiterlesen

Sonntag, 13. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,5-19.

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

weiterlesen

Sonntag, 13. November : Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 3,7-12.

Brüder! Ihr wisst, wie man uns nachahmen soll. Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemand unser Brot umsonst gegessen; wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen. Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt; wir wollten euch aber ein Beispiel geben, damit ihr uns nachahmen könnt. Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen sie und gebieten ihnen im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbstverdientes Brot zu essen.

weiterlesen

Sonntag, 13. November : ps 98(97),5-6.7-8.9.

Spielt dem Herrn auf der Harfe, auf der Harfe zu lautem Gesang! Zum Schall der Trompeten und Hörner jauchzt vor dem Herrn, dem König! Es brause das Meer und alles, was es erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. In die Hände klatschen sollen die Ströme, die Berge sollen jubeln im Chor. Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht, die Nationen so, wie es recht ist.

weiterlesen

Samstag, 12. November : Isaak der Syrer 

Selig der Mensch, der um seine eigene Schwachheit weiß; denn dieses Wissen wird ihm zum Fundament, zur Wurzel und zum Ursprung aller Güte. […] Wenn einem Menschen bewusst wird, was er ohne göttlichen Beistand ist, dann betet er sehr viel. Und je mehr er betet, desto demütiger wird sein Herz. […] Wenn er das alles erkannt hat, dann birgt er das Gebet in seiner Seele wie einen Schatz. Und weil seine Freude darüber so groß ist, wird sein Gebet zur Danksagung. […] Getragen von dieser Erkenntnis und staunend über die Gnade Gottes, erhebt er seine Stimme, lobt und preist Gott und sagt ihm Dank in höchster Bewunderung. Ein Mensch, der tatsächlich – und nicht bloß in seiner Einbildung – solche Merkmale aufweist und solche Erfahrungen gemacht hat, der weiß, wovon ich spreche und dass dagegen nichts einzuwenden ist. Er soll aber von nun an nicht mehr nach eitlen Dingen verlangen. Er bleibe in Gott durch unablässiges Gebet und in der Furcht, es könnte ihm sonst der Reichtum des göttlichen Beistandes entzogen werden. All diese Güter werden dem Menschen gegeben, sobald er seine Schwachheit erkennt. In seinem großen Verlangen nach dem Beistand Gottes verharrt er im Gebet und nähert sich Gott. In dem Maß, wie er sich entschlossen Gott nähert, kommt ihm Gott mit seinen Gaben entgegen und entzieht ihm nicht seine Gnade, weil er so demütig ist. Ein solcher Mensch ist ja wie die Witwe, die nicht aufhört, den Richter anzuflehen, ihr doch Recht gegen ihren Feind zu verschaffen. Der mitfühlende Gott lässt sich nur deshalb Zeit mit seinen Gnadengaben, um so den Menschen anzuspornen, sich ihm zu nähern und sich an dem festzumachen, der die Quelle seines Heils ist, dessen er so sehr bedarf.

weiterlesen

Samstag, 12. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 18,1-8.

In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange Zeit nicht. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; weil mich diese Witwe aber nicht in Ruhe lässt, will ich ihr Recht verschaffen. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht. Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?

weiterlesen

Samstag, 12. November : ps 112(111),1-2.3-4.5-6.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und sich herzlich freut an seinen Geboten. Seine Nachkommen werden mächtig im Land, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, sein Heil hat Bestand für immer. Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist. Niemals gerät er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten.

weiterlesen

Freitag, 11. November : Hl. Gregor von Nyssa

Der Herr gab seinen Jüngern wichtige Ratschläge, damit ihr Geist alles Naturhaft-Irdische wie Staub abschüttele und sich zur Sehnsucht nach den übernatürlichen Wirklichkeiten erhebe. Wenn man sich nämlich dem himmlischen Leben zuwendet, gilt es, stärker zu sein als der Schlaf und den Geist stets wachsam zu halten. […] Ich spreche von der Schläfrigkeit derer, die sich in Lebenslügen verstricken durch trügerische Träume von Ehre, Reichtum, Macht, Prunk, durch die Faszination der Vergnügungen, Ehrgeiz, Genusssucht, Eitelkeit und durch all das, wozu oberflächliche Menschen von ihrer Phantasie verleitet werden. All diese Dinge vergehen mit der flüchtigen Natur der Zeit; sie gehören in den Bereich des Scheins […]; kaum sind sie da, verschwinden sie auch schon wieder wie die Wellen auf dem Meer. […] Damit unser Geist von diesen Verblendungen befreit wird, ermuntert uns der Logos – das Wort Gottes –, diesen Tiefschlaf von den Augen unserer Seele abzuschütteln, damit wir nicht dem anhangen, was keinen Bestand hat, und so von der echten Wirklichkeit abgleiten. Deshalb mahnt er uns zur Wachsamkeit und sagt: „Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen“ (Lk 12,35). Denn ein helles Licht vor Augen vertreibt den Schlaf, und der straff gebundene Gürtel bewahrt den Leib davor, vom Schlaf überwältigt zu werden. […] Wer mit Mäßigung umgürtet ist, lebt im Licht eines reinen Gewissens; kindliches Vertrauen erhellt sein Leben wie eine Leuchte. […] Wenn wir so leben, werden wir in ein Leben eintreten, das dem der Engel gleicht.

weiterlesen

Freitag, 11. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,26-37.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um. Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart. Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren. Denkt an die Frau des Lot! Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen. Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen. Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen. Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

weiterlesen