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Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche fließen in der Steppe. Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.
Wer erhielt die Macht, den Himmel zu öffnen oder zu verschließen, den Regen zurückzuhalten oder herabfließen zu lassen (vgl. 1 Kön 17,1)? Wer konnte Feuer auf ein wassertriefendes Opfer herabfallen lassen (vgl. 2 Kön 1,10) oder auf zwei Truppen von Soldaten wegen ihrer Missetaten? Wer ließ in feurigem Eifer die schändlichen Propheten vernichten, wegen der anstoßerregenden Götzen, die sie verehrten (vgl. 1 Kön 18,40)? Wer erfuhr die Gegenwart Gottes in einem sanften Windhauch (vgl. 1 Kön 19,12)? All diese Ereignisse zeichnen allein Elija aus und den Geist, der in ihm ist. Doch man könnte auch von Ereignissen sprechen, die noch wunderbarer sind. […] Elija nämlich ist derjenige, der bis zum heutigen Tag den Tod nicht erlitten hat, sondern in den Himmel aufgenommen wurde (vgl. 2 Kön 2,1) und unvergänglich bleibt; einige meinen, er lebe bei den Engeln, deren unvergängliche und körperlose Natur er durch ein reines Leben nachgeahmt hat. […] Und tatsächlich erschien Elija bei der Verklärung des Sohnes Gottes, er sah ihn mit unverhülltem Antlitz, von Angesicht zu Angesicht (vgl. Mt 17,3). Am Ende der Zeiten, wenn das Heil Gottes offenbar wird, wird er es sein, der das Kommen Gottes noch vor allen anderen verkündet und es ihnen zeigt; durch viele außerordentliche Zeichen wird er den Tag bestätigen, der noch geheim gehalten wird. An jenem Tag hoffen auch wir, sofern wir bereit sind, diesem wunderbaren Mann entgegengehen zu können, der uns den Weg zu diesem Tag führt. Möge er uns doch dann eintreten lassen in die himmlischen Wohnungen, durch Christus Jesus, unseren Herrn, dem die Herrlichkeit und die Macht gebührt, jetzt und für alle Zeit und in Ewigkeit.
Während Jesus und seine Jünger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.
Du Hirte Israels, höre! Der du auf den Kerubim thronst, erscheine! Biete deine gewaltige Macht auf, und komm uns zu Hilfe! Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! Blick vom Himmel herab, und sieh auf uns! Sorge für diesen Weinstock und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat. Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten, den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht. Erhalt uns am Leben! Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen.
In jenen Tagen stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, seine Worte waren wie ein brennender Ofen. Er entzog ihnen ihren Vorrat an Brot, durch sein Eifern verringerte er ihre Zahl. Auf Gottes Wort hin verschloss er den Himmel, und dreimal ließ er Feuer herniederfallen. Wie ehrfurchtgebietend warst du, Elija, wer dir gleichkommt, kann sich rühmen. Du wurdest im Wirbelsturm nach oben entrückt, in Feuermassen himmelwärts. Von dir sagt die Schrift, du stehst bereit für die Endzeit, um den Zorn zu beschwichtigen, bevor er entbrennt, um den Söhnen das Herz der Väter zuzuwenden und Jakobs Stämme wieder aufzurichten. Wohl dem, der dich sieht und stirbt; denn auch er wird leben.
Gott, heil’ger Schöpfer aller Stern’, erleucht uns, die wir sind so fern, daß wir erkennen Jesus Christ, der für uns Mensch geworden ist. Denn es ging dir zu Herzen sehr, da wir gefangen waren schwer und sollten gar des Todes sein; drum nahmst du auf dich Schuld und Pein. Da sich die Welt zum Abend wandt’, der Bräut’gam Christus ward gesandt. Aus seiner Mutter Kämmerlein ging er hervor als klarer Schein. Gezeigt hat er sein’ groß’ Gewalt, daß es in aller Welt erschallt, sich beugen müssen alle Knie im Himmel und auf Erden hie. Wir bitten dich, o heil’ger Christ, der du zukünftig Richter bist, lehr uns zuvor dein’ Willen tun und an dem Glauben nehmen zu. Lob, Preis sei, Vater, deiner Kraft und deinem Sohn, der all’ Ding’ schafft, dem heil’gen Tröster auch zugleich so hier wie dort im Himmelreich. Amen.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.
Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.
So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was Nutzen bringt, und der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst. Hättest du doch auf meine Gebote geachtet! Dein Glück wäre wie ein Strom und dein Heil wie die Wogen des Meeres. Deine Nachkommen wären zahlreich wie der Sand und deine leiblichen Kinder wie seine Körner. Ihr Name wäre in meinen Augen nicht getilgt und gelöscht.
Heute hat der Schöpfer aller Dinge, Gott das WORT, ein neues Werk vollbracht. Es ist aus dem Herzen des Vaters hervorgegangen, um – wie mit einer Rohrfeder – vom Heiligen Geist, der die Sprache Gottes ist, geschrieben zu werden. […] Allheilige Tochter Joachims und Annas, die du den Blicken der Mächte und Gewalten und „den feurigen Geschossen des Bösen“ (vgl. Eph 6,16; Kol 1,16) entgangen bist, du hast im Brautgemach des Heiligen Geistes gelebt und wurdest unversehrt bewahrt, um Braut Gottes zu werden und Mutter Gottes der Natur nach! […] Geliebte Tochter Gottes, Zierde deiner Eltern, alle Geschlechter preisen dich selig, wie du wahrheitsgemäß beteuert hast (vgl. Lk 1,48). Würdige Tochter Gottes, Schönheit der menschlichen Natur, Ehrenrettung unserer Stammmutter Eva! Denn durch deine Geburt wird sie, die gefallen war, wieder aufgerichtet. […] Wenn durch die erste Eva „der Tod in die Welt kam“ (vgl. Weish 2,24; Röm 5,12), da sie sich in den Dienst der Schlange stellte, so hat Maria, die sich zur Dienerin des göttlichen Willens machte, die täuschende Schlange getäuscht, und so kam durch sie die Unsterblichkeit in die Welt. […] Du bist kostbarer als die ganze Schöpfung, denn aus dir allein empfing der Schöpfer die Anfänge unseres Menschseins. Sein Fleisch wurde aus deinem Fleisch gebildet, sein Blut aus deinem Blut; Gott hat sich von deiner Milch ernährt, und deine Lippen haben die Lippen Gottes berührt. […] Im Vorauswissen deiner Würde hat der Schöpfer des Universums dich geliebt; weil er dich liebte, hat er dich vorherbestimmt und dich „am Ende der Zeiten“ (1 Petr 1,20) ins Dasein gerufen. […] Der weise Salomo möge schweigen; er soll nicht länger sagen: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ (Koh 1,9).