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Die Geburt des Johannes trifft auf den Unglauben seines Vaters, und dieser wird stumm. Maria glaubt an die Geburt Christi und empfängt ihn im Glauben. […] Wenn wir auch nicht in der Lage sind, die Tiefen eines so großen Geheimnisses auszuloten – sei es, dass uns die Fähigkeit oder sei es, dass uns die Zeit dazu fehlt –, dann werdet ihr doch sogar noch besser belehrt durch jenen, der in euch spricht – auch in meiner Abwesenheit –, jenen, für den ihr Zuneigung empfindet, den ihr in euer Herz aufgenommen habt und dessen Tempel ihr geworden seid (vgl. 1 Kor 3,16). Zacharias verstummt und verliert die Sprache bis zur Geburt des Johannes, des Vorläufers des Herrn, der ihm die Sprache zurückgibt. Die Sprache wird ihm wiedergegeben wegen der Geburt dessen, der die Stimme ist. Denn als Johannes, der den Herrn schon ankündigte, gefragt wurde: „Wer bist du?“, antwortete er: „Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft“ (Joh 1,23). Die Stimme, das ist Johannes; der Herr jedoch ist das Wort: „Im Anfang war das Wort“ (Joh 1,1). Johannes ist für eine Zeit lang die Stimme; Christus ist im Anfang das Wort, das ewige Wort.
Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabeth. Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter. Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte, wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen. Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete. Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht. Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter. Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können, bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft. Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm. Als die Tage seines Dienstes (im Tempel) zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. Bald darauf empfing seine Frau Elisabeth einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte: Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.
Sei mir ein sicherer Hort, zu dem ich allzeit kommen darf. Denn du bist mein Fels und meine Burg. Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers! Du bist meine Hoffnung, Herr und GOTT, meine Zuversicht von Jugend auf. Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich, vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer. Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn, deine großen und gerechten Taten allein will ich rühmen. Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf und bis heute verkünde ich deine Wunder.
Damals lebte in Zora ein Mann namens Manoach, aus der Sippe der Daniter; seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder. Der Engel des Herrn erschien der Frau und sagte zu ihr: Gewiss, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder; aber du sollst schwanger werden und einen Sohn gebären. Nimm dich jedoch in acht, und trink weder Wein noch Bier, und iss nichts Unreines! Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es darf kein Schermesser an seine Haare kommen; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er wird damit beginnen, Israel aus der Gewalt der Philister zu befreien. Die Frau ging und sagte zu ihrem Mann: Ein Gottesmann ist zu mir gekommen; er sah aus, wie der Engel Gottes aussieht, überaus furchterregend. Ich habe ihn nicht gefragt, woher er kam, und er hat mir auch seinen Namen nicht genannt. Er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Trink jedoch keinen Wein und kein Bier, und iss nichts Unreines; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein, bis zum Tag seines Todes. Die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson; der Knabe wuchs heran, und der Herr segnete ihn. Dann aber begann der Geist des Herrn, ihn umherzutreiben.
„Immanuel – das heißt übersetzt: Gott mit uns.“ Ja, Gott mit uns! Bis dahin war er „Gott über uns“, „Gott, uns gegenüber“, doch heute ist er der „Immanuel“. Heute ist er der Gott mit uns in unserer Natur, mit uns in seiner Gnade. Er ist mit uns in unserer Schwachheit, mit uns in seiner Güte. Er ist mit uns in unserem Elend, mit uns in seiner Barmherzigkeit. Er ist mit uns durch die Liebe, mit uns durch Familienbande, mit uns durch Zärtlichkeit, mit uns durch sein Mitleiden. Gott mit uns! Ihr Kinder Adams, ihr konntet nicht in den Himmel hinaufsteigen, um mit Gott zu sein (vgl. Dtn 30,12). Gott steigt vom Himmel herab, um der Immanuel, Gott mit uns, zu sein. Er kommt zu uns, um der Immanuel, Gott mit uns, zu sein –, und wir, wir vernachlässigen es, zu Gott zu kommen, um mit ihm zu sein! „Ihr Mächtigen, wie lange noch schmäht ihr meine Ehre, warum liebt ihr den Schein und sinnt auf Lügen?“ (Ps 4,3). Seht, hier kommt die Wahrheit: „Warum liebt ihr den Schein?“ Seht, hier kommt das wahre und unveränderliche Wort: „Warum sinnt ihr auf Lügen“? Seht, Gott mit uns. Könnte er denn noch mehr mit mir sein? Klein wie ich, schwach wie ich, nackt wie ich, arm wie ich; in allem wurde er mir gleich, nahm, was mein war, und gab, was sein war. Ich lag da wie tot, ohne Stimme, ohne Sinne; selbst das Licht meiner Augen war mir genommen. Heute ist dieser so große Mensch herabgestiegen, „dieser Prophet, mächtig in Wort und Tat“ (vgl. Lk 24,19). „Er legte seinen Mund auf meinen Mund, seine Hände auf meine Hände“ (vgl. 2 Kön 4,34) und wurde Immanuel, Gott mit uns!
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.
Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen, das er durch seine Propheten im voraus verheißen hat in den heiligen Schriften: das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn. Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen; zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid. An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas - dem König von Juda; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.
O Erwartung der Völker! (vgl. Gen 49,10 Vulg). Alle, die auf dich warten, werden nicht zuschanden. Unsere Väter haben dich erwartet, alle Gerechten seit Anbeginn der Welt haben auf dich gehofft, und du hast sie nicht enttäuscht (vgl. Ps 22(21),5). […] Die Kirche aber, die in den Gerechten von damals auf das erste Kommen Christi wartete, erwartet in gleicher Weise das zweite Kommen in den Gerechten des Neuen Bundes. So sicher wie sie war, dass durch sein erstes Kommen der Preis der Erlösung bezahlt würde, so sicher ist sie auch, dass sein zweites Kommen ihr die Frucht des Lohns bringen wird. Durch diese Erwartung und Hoffnung ist die Kirche über den irdischen Dingen verortet und strebt mit ebenso großer Freude wie Sehnsucht nach den ewigen Gütern. Während andere ihrem Glück hier auf der Erde nachjagen, ohne darauf zu achten, ob der Wille des Herrn sich darin erfüllt, und wo sie sich auf das stürzen, was ihnen diese Welt bietet, da hält sich der „selige Mensch, der seine Hoffnung auf den Herrn gesetzt und nicht auf Nichtigkeiten und auf trügerischen Wahn geblickt hat“ (vgl. Ps 39(40),5 Vulg.), von ihren Wegen fern. […] Er weiß, dass es besser ist, mit den Sanftmütigen erniedrigt zu werden, als mit den Stolzen die Beute zu teilen. Er tröstet sich mit den Worten: „Mein Anteil ist der Herr, darum harre ich auf ihn. Gut ist der Herr zu dem, der auf ihn hofft, zur Seele, die ihn sucht. Herr, meine Seele verzehrt sich nach deinem Heil, und auf dein Wort habe ich meine Hoffnung gesetzt“ (vgl. Kgl 3,24–26; Ps 118(119),81 Vulg). […] Ich bin sicher, „dass er am Ende kommen und uns nicht enttäuschen wird“; deshalb „warte ich auf ihn, auch wenn er sich verzögert; denn er wird gewiss kommen und nicht ausbleiben“ (vgl. Hab 2,3).