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Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. Der Bogen der Helden wird zerbrochen, die Wankenden aber gürten sich mit Kraft. Die Satten verdingen sich um Brot, doch die Hungrigen können feiern für immer. Der Herr macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf. Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt, und er erhöht. Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu.
Als sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung. Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli, und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten. Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe. Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.
Maria ist selig, wie Elisabet zu ihr sagte, nicht nur weil Gott auf sie geschaut, sondern weil sie geglaubt hat. Ihr Glaube ist die schönste Frucht der göttlichen Güte. Aber es bedurfte der unaussprechlichen Kunst des Heiligen Geistes, der über sie kam, damit eine solche Seelengröße sich mit einer solchen Demut in der Verborgenheit ihres jungfräulichen Herzens verbinden konnte. Die Demut und die Seelengröße Mariens, wie auch ihre Jungfräulichkeit und ihre Fruchtbarkeit, sind zwei Sternen vergleichbar, die sich gegenseitig beleuchten. Denn in Maria schmälert die Tiefe der Demut in keiner Weise die Seelengröße und umgekehrt. Während Maria sich selbst so demütig beurteilte, war sie nicht weniger großzügig in ihrem Glauben an die Verheißung, die ihr der Engel brachte. Sie, die sich nur als arme, kleine Magd betrachtete, zweifelte trotzdem nicht daran, dass sie in dieses unbegreifliche Geheimnis, in diese wunderbare Vereinigung, in dieses unergründbare Mysterium berufen sei. Und sie glaubte sofort, dass sie wirklich die Mutter des menschgewordenen Gottes werden würde. Es ist die Gnade Gottes, die dieses Wunder in den Herzen der Auserwählten bewirkt; die Demut macht sie nicht ängstlich und scheu, noch macht die Großmut ihrer Seele sie hochmütig. Im Gegenteil, bei den Heiligen verstärken sich diese beiden Tugenden gegenseitig. Die Großmut der Seele hält dem Hochmut nicht nur die Tür verschlossen, sondern gerade sie ist es, die tiefer in das Geheimnis der Demut eindringen lässt. Und wirklich sind diejenigen, die am großherzigsten in seinem Dienst stehen, von der Furcht Gottes am meisten durchdrungen und am dankbarsten für die erhaltenen Gaben. Entsprechend gilt auch: Wenn die Demut im Spiel ist, schleicht sich keine Feigheit in die Seele ein. Je weniger jemand – auch in den kleinsten Dingen – auf seine eigenen Kräfte zu vertrauen pflegt, desto mehr vertraut er – auch in den größten Dingen – der Macht Gottes.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! Singt ihm ein neues Lied, greift voll in die Saiten und jubelt laut! Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen, die Pläne seines Herzens durch alle Geschlechter. Selig die Nation, deren Gott der HERR ist, das Volk, das er sich zum Erbteil erwählt hat. Unsre Seele hofft auf den HERRN; er ist unsre Hilfe und unser Schild. Ja, an ihm freut sich unser Herz, wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.
Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.
„Der Herr sprach noch einmal zu Ahas; er sagte: Erbitte dir ein Zeichen. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen“ (vgl. Jes 7,10–12). […] Nun, dieses Zeichen, das zurückgewiesen wurde […], nehmen wir unsererseits mit vollem Glauben und liebevoller Hochachtung an. Wir anerkennen, dass der von der Jungfrau empfangene Sohn für uns ein Zeichen der Vergebung und Befreiung „in den Tiefen“ der Unterwelt, ein Zeichen der Hoffnung auf Jubel und Herrlichkeit „in den Höhen des Himmels“ ist. […] Dieses Zeichen hat der Herr nun aufgerichtet, zuerst am Stamm des Kreuzes, dann auf seinem königlichen Thron. […] Ja, es ist ein Zeichen für uns, dass diese jungfräuliche Mutter empfängt und gebiert: ein Zeichen dafür, dass dieser empfangene und geborene Mensch Gott ist. Dieser Sohn, der göttliche Werke vollbringt und menschliche Leiden erduldet, ist für uns das Zeichen dafür, dass er die Menschen, um deretwillen er empfangen und geboren wurde und für die er auch leidet, zu Gott führen wird. Unter allen menschlichen Schwachheiten und Unannehmlichkeiten, die dieser Gott bereit war, für uns zu erdulden, war, so denke ich, die erste (was die Zeit betrifft) und zugleich die größte (was die Erniedrigung betrifft): dass diese unendliche Majestät es ertrug, im Schoß einer Frau empfangen und neun Monate lang darin eingeschlossen zu werden. Wo hat sie sich jemals so völlig erniedrigt? Wann hat man erlebt, dass sie sich derart entäußerte? Während einer so langen Zeit sagt diese Weisheit nichts, wirkt diese Macht nichts Sichtbares, offenbart sich diese Majestät durch kein Zeichen. Selbst am Kreuz erschien Christus nicht so schwach. […] Im Mutterschoß dagegen ist er, als ob er nicht wäre; seine Allmacht ist so unwirksam, als ob sie nichts vermöchte; und das ewige Wort hüllt sich in Schweigen.
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas - dem König von Juda; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.