Tagesevangelium

Hl. Claude de la Colombière

[Das göttliche Herz] brennt immer aus Liebe zu den Menschen, es steht immer offen, um über sie Gnaden und Segnungen aller Art auszugießen; es lässt sich immer anrühren von unserem Leid, ist immer gedrängt von dem Verlangen, uns an seinen Schätzen teilhaben zu lassen, ja, sich selbst uns zu schenken; es ist immer bereit, uns aufzunehmen und schon in diesem Leben unsere Zuflucht, Wohnstatt und unser Paradies zu sein. Doch für all das findet es in den Herzen der Menschen nur Härte, Gleichgültigkeit, Verachtung und Undankbarkeit: Es liebt und wird nicht geliebt, ja, man kennt seine Liebe nicht einmal, weil man sich weder herablässt, die Gaben, durch die es diese Liebe zeigen möchte, anzunehmen, noch den sanften und heimlichen Bekundungen Gehör zu schenken, die es unserem Herzen mitteilen möchte. […]

Heiligstes Herz Jesu, lehre mich die vollkommene Selbstvergessenheit, denn das ist der einzige Weg, um Aufnahme zu finden in dir. Da alles, was ich in Zukunft tun werde, dir gehören soll, sorge dafür, dass ich nichts tue, was deiner nicht würdig ist. Lehre mich, was ich tun muss, um die Reinheit deiner Liebe zu erlangen; du selbst hast ja das Verlangen danach in mir geweckt. Ich spüre in mir den großen Wunsch, dir zu gefallen, und die große Ohnmacht, dies zu vollbringen, ohne große Erleuchtung und ganz besondere Hilfe, die ich nur von dir erhoffen kann. Tu in mir, Herr, was dir gefällt; ich sträube mich zwar dagegen, das merke ich wohl; aber ich möchte mich nicht widersetzen, so scheint es mir wenigstens. Du musst alles tun, göttliches Herz Jesu Christi; dir allein gebührt, wenn ich heilig werde, alle Ehre dafür; das scheint mir klarer zu sein als der Tag; doch es wird für dich eine große Verehrung sein, und nur deswegen möchte ich nach Vollkommenheit streben. Amen.

Quelle: Evangelizo

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