Tagesevangelium

Hl. Petrus Chrysologus

Der Engel sagte zu den Frauen: „Geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen“ (Mt 28,7). Mit diesen Worten sprach der Engel nicht nur Maria Magdalena und die andere Maria an; in der Gestalt dieser beiden Frauen beauftragte er die Kirche mit der Mission: Der Engel sandte die Braut zum Bräutigam. Während sie dorthin eilen, kommt ihnen der Herr entgegen und begrüßt sie mit den Worten: „Seid gegrüßt, freut euch!“ (griech.). […] Zu seinen Jüngern hatte er gesagt: „Grüßt niemand unterwegs!“ (Lk 10,4). Wie kommt es, dass er nun die Begegnung mit den Frauen sucht und sie so freudig begrüßt? Er wartet nicht, bis sie ihn erkennen, er will gar nicht, dass die Echtheit seiner Person festgestellt wird, er lässt keine Frage zu, sondern hat nichts Dringenderes zu tun, als diese Begegnung herbeizuführen. […] Das ist die Macht der Liebe; sie ist stärker als alles andere, nichts kommt ihr gleich. Christus begrüßt die Kirche und begrüßt damit sich selbst. Denn er hat sie zu einem Teil seiner selbst gemacht; sie ist sein Fleisch geworden, sein Leib. Das bezeugt der Apostel Paulus: „Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche“ (Kol 1,18). Ja, die beiden Frauen stellen durchaus die Kirche in ihrer Fülle dar. […]

Der Herr trifft auf Frauen, die bereits zur Glaubensreife gelangt sind: Sie haben ihre Schwächen bezwungen, sie eilen dem Mysterium entgegen und suchen den Herrn mit der ganzen Glut ihres Glaubens. Deshalb verdienen sie es, dass er sich ihnen bei ihrer Begegnung zum Geschenk macht und sagt: „Seid gegrüßt, freut euch“. Er lässt es nicht nur zu, dass sie ihn berühren, sondern dass sie ihn umfangen im Maße ihrer Liebe. […] Diese Frauen sind Vorbilder in der Kirche für die Verkünder der Frohen Botschaft.

Quelle: Evangelizo

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