Tagesevangelium

Hl. Fulgentius von Ruspe

„Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib“, und der Apostel fügt hinzu: „denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor 10,17). Um dies in der Stunde des heiligen Opfers zu erbitten, haben wir das überaus heilsame Beispiel unseres Erlösers, der wollte, dass wir beim Gedenken an seinen Tod das erbitten, was er selbst, der wahre Priester, für uns erbeten hat, als er angesichts seines Todes sagte: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!“ Und er fügte wenig später hinzu: „Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,11; 20-21). So bitten wir während der Darbringung des Leibes und Blutes Christi, worum er für uns gebeten hat, als er sich bereitwillig für uns hingab. Lies doch noch einmal das Evangelium, und du wirst feststellen, dass unser Erlöser, sobald er dieses Gebet beendet hatte, in den Garten hineinging, wo er von den Händen der Juden ergriffen wurde. Nach eben diesem Abendmahl, bei dem er seinen Jüngern das Sakrament seines Leibes und Blutes spendete, sprach also der Erlöser dieses Gebet für jene, die an ihn glaubten. So hat er uns gezeigt, worum wir im Augenblick des heiligen Opfers vor allem bitten sollen: um das, was er als der Hohepriester in der Stunde, da er dieses Opfer einsetzte, selbst gebetet hat. Was wir nun erbitten, nämlich unsere Einheit im Vater und im Sohn, empfangen wir durch die gnadenhafte Einheit des Geistes, die der heilige Apostel uns sorgfältig zu bewahren aufträgt, wenn er sagt: „Ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!“ (Eph 4, 2-3).

Quelle: Evangelizo

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