Tagesevangelium

Gregor von Narek

Wünschenswert in meinen Augen ist – wobei Furcht und Freude zugleich mich beseelen –, hier etwas über die Leiden zu sagen, die du für mich ertragen hast, o unser aller Gott! […]

Man hat dich auf den Altar des Kreuzes gelegt wie ein Opfer; man hat dich ans Kreuz geschlagen wie einen Verbrecher; man hat dich angenagelt wie einen Aufrührer; dich, den himmlischen Frieden, als wärest du ein Räuber. Du, der Urheber des Lebens, wirst angesehen als einer, der den Tod verdient; du, der Verkünder des Evangeliums, als ein Lästerer des Gesetzes; du, der Herr und die Erfüllung der Prophetenworte, als ein Sünder gegen die Heiligen Schriften; du, der Abglanz der Herrlichkeit deines Vaters und das Siegel seiner unerforschlichen Gedanken, als feindlich gegenüber dem Willen dessen, der dich gezeugt hat.

Du hast alle diese Leiden freiwillig und bereit auf dich genommen. Du hast sie in der Menschheit, die du dir eintest, ertragen. Und nachdem du diese Schmach mit unaussprechlicher Geduld erlitten hast, bist du aus eigener Kraft in strahlendem Licht mit deiner unverminderten Menschheit und vollkommenen Gottheit auferstanden.

Sei gepriesen für deine Herrlichkeit, gelobt für dein Erbarmen, immerdar verherrlicht für deine Barmherzigkeit, in alle Ewigkeit. Amen.

Quelle: Evangelizo

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