Tagesevangelium

Hl. Irenäus von Lyon

Da Abraham ein Prophet war, schaute er im Geist den Tag der Ankunft des Herrn und den Ratschluss seiner Passion, wodurch er selbst und alle, die wie er an Gott glauben, gerettet würden. Und er jubelte vor großer Freude (vgl. Gen 17,17). Für Abraham war der Herr also kein Unbekannter; denn er sehnte sich danach, seinen Tag zu sehen. […] Er sehnte sich danach, diesen Tag zu erleben, damit auch er Christus umarmen könne, und sals er ihn durch den Geist prophetisch erblickte, jubelte er.

Deshalb machte Simeon, einer seiner Nachkommen, die Freude des Patriarchen vollkommen und sprach: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast“ (Lk 2,29 ff.). […] Und Elisabeth sagte [nach einigen Handschriften]: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter“ (vgl. Lk 1,46). Die Freude Abrahams stieg so auf alle herab, die wachsam waren, die Christus sahen und an ihn glaubten. Und von seinen Kindern stieg sie wieder zu Abraham empor. […] Zu Recht legte also der Herr für ihn Zeugnis ab, als er sagte: „Euer Vater Abraham jubelte bei dem Gedanken, dass er meinen Tag sehen würde. Er sah ihn und freute sich“ (vgl. Joh 8,56). Das sagte er nicht nur im Hinblick auf Abraham, sondern über alle, die von Anbeginn [der Welt] Gotteserkenntnis erlangt und das Kommen Christi vorhergesagt hatten. Denn diese Offenbarung haben sie vom Sohn selbst erhalten, von jenem Sohn, der in diesen letzten Zeiten sich sichtbar und berührbar gemacht und Umgang mit den Menschen gepflogen hat, um aus Steinen Söhne Abrahams zu machen (vgl. Mt 3,9) und seine Nachkommen zahlreich zu machen wie die Sterne am Himmel (vgl. Gen 15,5).

Quelle: Evangelizo

zurück