Tagesevangelium

Ehrwürdige Dienerin Gottes Madeleine Delbrêl

Wie lange brauchen wir, Herr, um zu verstehen, dass nur Mitleid das Motiv sein kann, uns zu lieben, und dass du uns keine Wertschätzung, keine Bewunderung, kein Vertrauen zukommen lassen kannst, wenn sie nicht den Weg deiner Barmherzigkeit gingen.

Es braucht lange, aber man lernt es. Wie ein blindes und taubes Kind, zwischen den Knien seiner Mutter, versunken in schwarzes Dunkel und Einsamkeit, so entdecken wir unsere Seele zwischen den beiden Knien deiner Vorsehung.

Und dann erfüllt uns dein Geist: des Vaters rechter Finger, wie eine mütterliche Hand, die offenbart, die erzieht, die ihr Kind ins Leben zurückholt.

Durch inneren Antrieb leitet uns dein Geist; durch Berührung verkündet er uns das, was ist. Stumm umhüllt er uns und sät einen Worte-Samen in unser Herz.

Auf das, was wir in unserer Einsamkeit und Finsternis sprechen, antwortet die Stille deines Geistes; eine Stille, deren Nähe uns eng umschließt und uns in die Lehre nimmt.

Dafür genügt es zu wissen, dass unsere Augen wirklich nicht fähig sind zu sehen, und unsere Ohren taub für alles, was dich ausmacht.

Quelle: Evangelizo

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