„Auch richtet der Vater niemanden, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen“ (Joh 5,22), nicht als würde er sich seiner Macht entäußern, sondern er richtet durch den Sohn. Der Sohn richtet also auf Anweisung des Vaters. Denn die Anweisungen des Vaters sind nicht von anderer Art als die des Sohnes, sondern es handelt sich um ein und dieselbe Anweisung. Was sagt also der Richter über deine Verantwortung oder Unverantwortlichkeit in Bezug auf deine Taten?
„Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden“, denn es müssen „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu“. „Und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet” (vgl. Mt 25,32; Röm 14,10; Phil 2,10). Wie scheidet denn der Hirte? Indem er in einem Buch nachschaut, welches Tier ein Schaf und welches ein Bock ist? Urteilt er nicht vielmehr nach dem, was er sieht? Zeigt nicht die Wolle, dass es sich um ein Schaf, und ein zotteliges, trockenes Fell, dass es sich um einen Bock handelt? Wenn du also zuvor von deinen Sünden gereinigt worden bist, erscheinen deine Werke nach außen wie reine Wolle; das Gewand der Unschuld erwartet dich, und du wirst immer sagen: „Ich habe mein Kleid schon abgelegt – soll ich es wieder anziehen? (Hohelied 5,3). Dein Fell macht dich als Schaf erkennbar. Wenn du jedoch zottig bist wie Esau, der dichtes Haar und einen leichtfertigen Geist hatte, der für ein Mahl sein Erstgeburtsrecht opferte und sein Vorrecht verkaufte, wirst du zur Linken stehen.
Gebe Gott, dass keiner der hier Anwesenden aus der Gnade fällt und wegen seiner schlechten Taten in den Reihen der Linken, der Sünder, gefunden wird.
Quelle: Evangelizo