Die Fastenzeit lädt uns ein, in uns selbst einzutreten. Sie ist eine Zeit besonderer Vertrautheit mit Gott in der Verborgenheit des Herzens und des Gewissens. Und in dieser inneren Vertrautheit mit Gott vollzieht sich das eigentliche Hauptwerk der Fastenzeit: die Mühe der Umkehr.
In diesem inneren Geheimnis, in dieser Vertrautheit mit Gott in der vollen Wahrhaftigkeit des Herzens und des Gewissens, klingen Worte wider wie die des Psalms aus der heutigen Liturgie, eines der tiefsten Bekenntnisse, die der Mensch jemals vor Gott ausgesprochen hat: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was böse ist in deinen Augen“ (Ps 50 (51),3-6).
Solche Worte reinigen, solche Worte verändern. Sie verändern den Menschen von innen heraus. Beten wir sie oft in der Fastenzeit. Und vor allem: Versuchen wir, den Geist, von dem sie beseelt sind, in uns zu erneuern, dieses innere Wehen, das diesen Worten gerade ihre verwandelnde Kraft zur Bekehrung gab. Denn die Fastenzeit ist ihrem Wesen nach eine Einladung zur Umkehr. Die Werke der Frömmigkeit, von denen das heutige Evangelium spricht, ebnen den Weg für diese Umkehr. Setzen wir sie also in die Tat um, so so oft es uns möglich ist. Doch vor allem wollen wir versuchen, Gott innerlich zu begegnen in unserem ganzen Leben, in allem, was es ausmacht, um zu dieser tiefen Umkehr zu gelangen, von der der Bußpsalm der heutigen Liturgie erfüllt ist.
Quelle: Evangelizo