Tagesevangelium

Hl. Hieronymus

„Ich vertraue darauf, zu schauen die Güter des Herrn im Land der Lebenden“ (Ps 26,13 LXX), sagte David. Nach welchen anderen Gütern hätte dieser König denn noch trachten sollen? Was hätte diesem Mann noch fehlen können, der so mächtig war, dass die von ihm angehäuften Reichtümer seinen Sohn Salomon, dem niemand in der ganzen Welt an Pracht gleichkam, zufriedenstellten? Er suchte im Land der Lebenden jene Güter, die „kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und die in keines Menschen Herz gedrungen sind, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (vgl. 1 Kor 2,9). „Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben!“ (Mt 5,5), heißt es im Evangelium. […] David sagte in einem anderen Psalm: „Denke, Herr, an David und an seine ganze Sanftmut“ (Ps 131,1 LXX) und an anderer Stelle: „Der Herr nimmt sich der Sanftmütigen an“ (Ps 146,6 LXX). Und im Evangelium lesen wir: „Lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen“ (vgl. Mt 11,29). Ein Vorausbild Christi war auch Mose, den die Schrift als den sanftmütigsten unter allen Menschen bezeichnet (vgl. Num 12,3 LXX). Ja, das Land der Lebenden ist jenes Land, wo die Güter des Herrn für die Heiligen und die Sanftmütigen bereitgehalten werden. Vor der Ankunft unseres Herrn und Erlösers im Fleisch waren diese Güter selbst für Abraham unzugänglich. […] Das Land der Lebenden, das Land des Reichtums und der Güter Gottes hatte der erste Adam verloren und der zweite wiedergefunden, oder besser gesagt: Der erste Adam hatte es verloren und der zweite hat es uns zurückgegeben.

Quelle: Evangelizo

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