Brüder, es gibt zweierlei Ackerböden: der eine ist der Acker Gottes, der andere der des Menschen. Du hast deinen Acker und Gott hat den seinen. Du bist für deine Erde zuständig, Gott für deine Seele. Ist es recht, wenn du dein Feld pflegst, das Land Gottes aber brachliegen lässt? Wenn du dein Land bestellst, deine Seele jedoch nicht: Liegt das daran, dass du deinen Besitz in Ordnung halten, den Besitz Gottes aber verkommen lassen willst? Ist das richtig? Verdient Gott es, dass wir unsere Seele vernachlässigen, die er so sehr liebt? Du freust dich, wenn du siehst, dass dein Feld gut bestellt ist. Warum weinst du nicht, wenn du siehst, dass deine Seele brachliegt? Die Felder, die uns gehören, erhalten uns eine Weile lang in dieser Welt am Leben; die Pflege unserer Seele bewirkt, dass wir im Himmel ewig leben werden. […]
Gott hatte die Güte, uns unsere Seele, die sein Besitz ist, anzuvertrauen; machen wir uns also mit all unseren Kräften und mit seiner Hilfe ans Werk, damit er, wenn er kommt, um seinen Besitz in Augenschein zu nehmen, ihn gut gepflegt und in vollkommener Ordnung antrifft. Möge er dort eine gute Ernte vorfinden und kein Dornengestrüpp, Wein und keinen Essig, Weizen und kein Unkraut. Wenn er dort alles findet, was seine Augen erfreut, wird er uns dafür den ewigen Lohn geben; die Dornen aber werden ins Feuer geworfen.
Quelle: Evangelizo