Tagesevangelium

Hl. Maximus von Turin

Im Alten Testament lesen wir, dass zu Noachs Zeiten, als die gesamte Menschheit von der Sünde beherrscht wurde, sich die Schleusen des Himmels öffneten und dass vierzig Tage lang Regen niederströmte. […] Das ist ein Sinnbild: Es handelte sich weniger um eine Sintflut als um eine Taufe. Genaugenommen war es eine Taufe, die die Schlechtigkeit der Sünder mit sich fortschwemmte und die Rechtschaffenheit Noachs verschonte. Wie damals, so gibt uns heute der Herr die Fastenzeit, damit sich der Himmel während derselben Anzahl von Tagen öffne, um uns mit den Wassern der göttlichen Barmherzigkeit zu überfluten. Sobald wir im rettenden Wasser der Taufe gewaschen sind, erleuchtet uns dieses Sakrament; so wie damals schwemmen die Fluten alle Bosheit unserer Fehler hinweg und festigen die Lauterkeit unserer Tugenden. Die heutige Situation ist die gleiche wie zur Zeit Noachs. Die Taufe ist Sintflut für die Sünder und Weihe für die Treuen. In der Taufe stellt der Herr die Gerechtigkeit wieder her und macht die Ungerechtigkeit zunichte. Wir sehen dies am Beispiel ein und desselben Mannes: Der Apostel Paulus war, bevor er durch die geistlichen Anordnungen gereinigt wurde, ein Verfolger und Gotteslästerer (vgl.1Tim 1,13). Sobald er im himmlischen Regen der Taufe gebadet wird, ist der Gotteslästerer tot, ist der Verfolger tot, ist Saulus tot. Und sogleich erwacht der Apostel, der Gerechte, Paulus zum Leben. […] Wer die Fastenzeit fromm durchlebt und die Weisungen des Herrn befolgt, in dem stirbt die Sünde und die Gnade lebt auf […]; er stirbt als Sünder und lebt als Gerechter.

Quelle: Evangelizo

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