Tagesevangelium

Hl. Hilarius

Dieser Synagogenvorsteher kann gedeutet werden als Vertreter des mosaischen Gesetzes, der für das Volk bittet, das er für Christus großgezogen hatte durch die Verkündigung seiner erwarteten Ankunft, und der den Herrn nun bittet, eine Tote [die das Volk darstellt] wieder zum Leben zu erwecken. […] Der Herr versprach ihm seine Hilfe und ging mit ihm, um sie ihm zu gewähren. Doch zunächst wird, zusammen mit den Aposteln, die Schar der Sünder und Heiden gerettet. Obwohl das Geschenk des Lebens in erster Linie den Auserwählten, die durch das Gesetz dazu bestimmt waren, zuteilwerden sollte, wird doch zuvor im Bild der Frau den Zöllnern und Sündern das Heil verliehen. Als diese Frau nun dem vorübergehenden Herrn begegnet, vertraut sie fest darauf, durch die Berührung seines Gewandes von ihrem Blutfluss geheilt zu werden […], und in ihrem Glauben eilt sie hin, um den Saum seines Gewandes zu berühren, das heißt, um zusammen mit den Aposteln die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen, der wie ein Saum aus dem Leib Christi hervorgeht. Und sogleich wird sie gesund. So wird das Heil, das für die eine bestimmt war, auch der anderen zuteil, deren Glauben und Ausdauer sogleich vom Herr gelobt wird, weil das, was für Israel bereitet war, zuvor von den Völkern aller Nationen angenommen wurde. […] Die Heilkraft des Herrn, die seinem Leib innewohnte, erstreckte sich bis in die Säume seiner Kleidung. Denn Gott kann weder geteilt noch umfasst weden, so dass er in einem Leib eingeschlossen wäre; er selbst teilt seine Gnadengaben im Heiligen Geist, ist aber nicht geteilt in seinen Gaben. Seine Kraft ist überall durch den Glauben erreichbar, weil sie überall gegenwärtig und nirgendwo abwesend ist. Der Leib, den er angenommen hatte, vermochte seine Kraft nicht einzuschließen, sondern seine göttliche Kraft nahm den gebrechlichen Leib an, um ihn zu erlösen. […] Und diese Kraft ist so unbegrenzt und so großzügig, dass das Werk der Erlösung der Menschen bis in die Säume des Gewandes Christi hineinreichte.

Der Herr betritt dann das Haus des Synagogenvorstehers, also die Synagoge […], und viele lachen ihn aus. Denn sie glaubten nicht an Gott in einem Menschen; sie lachten, als sie von der Auferstehung von den Toten hörten. Der Herr nahm das Mädchen, dessen Tod für ihn nur ein Schlaf war, bei der Hand und führte es ins Leben.

Quelle: Evangelizo

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