Tagesevangelium

Benedikt XVI.

Timotheus und Titus. An sie sind drei Briefe gerichtet, die traditionell Paulus zugeschrieben werden; zwei sind an Timotheus und einer ist an Titus gerichtet. Timotheus ist ein griechischer Name und bedeutet „der Gott ehrt“. Während ihn Lukas in der Apostelgeschichte sechsmal erwähnt, nimmt Paulus in seinen Briefen siebzehnmal auf ihn Bezug (und ein weiteres Mal finden wir ihn im Hebräerbrief). Daraus kann man schließen, dass Timotheus in den Augen des Paulus große Achtung genoss. […]

Was die Gestalt des Titus betrifft, dessen Name lateinischen Ursprungs ist, so wissen wir, dass er gebürtiger Grieche war, also ein Heide (vgl. Gal 2,3). Paulus nahm ihn nach Jerusalem mit, zum sogenannten Apostelkonzil, bei dem der Verkündigung des von den einschränkenden Vorschriften des mosaischen Gesetzes freien Evangeliums an die Heiden feierlich zugestimmt wurde. […] Nach der Abreise des Timotheus aus Korinth sandte Paulus den Titus dorthin mit der Aufgabe, jene unfügsame Gemeinde zum Gehorsam zurückzuführen. […]

Wenn wir die beiden Gestalten des Timotheus und des Titus gemeinsam betrachten, bemerken wir einige sehr bedeutsame Tatsachen. Das wichtigste ist, dass sich Paulus bei der Verwirklichung seiner Missionen auf Mitarbeiter stützte. Als Gründer und Hirt vieler Gemeinden bleibt er natürlich der Apostel schlechthin. Es wird jedoch deutlich, dass er nicht alles allein machte, sondern sich auf Vertrauenspersonen stützte, die seine Mühen und seine Verantwortung teilten. Eine weitere Beobachtung betrifft die Verfügbarkeit dieser Mitarbeiter. Die Quellen, die Timotheus und Titus betreffen, heben deutlich ihre Bereitwilligkeit bei der Übernahme verschiedener Aufträge hervor, die oft darin bestanden, Paulus auch unter nicht einfachen Umständen zu vertreten. Mit einem Wort, sie lehren uns, dem Evangelium großherzig zu dienen, wobei wir wissen, dass dies auch einen Dienst an der Kirche einschließt. […] Durch unseren konkreten Einsatz müssen und können wir die Wahrheit dieser Worte entdecken und gerade in dieser Adventszeit auch reich an guten Werken werden und so Christus, unserem Retter, die Tore der Welt öffnen.

Quelle: Evangelizo

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