Zur Zeit des Gebetes begib dich in die Gegenwart des Friedens und der Liebe […]. O Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt (Phil 4,7), sanft und liebenswürdig, anziehend und erhaben! Wo immer du einkehrst, da herrscht ungestörte Sicherheit. Du allein vermagst den Zorn des Herrschers zu zügeln; du zierst den Thron des Königs mit Milde; du verklärst das Reich der Herrlichkeit mit Güte und Barmherzigkeit. Ich bitte dich inständig, nimm meine Sache in deine Hand, die Sache einer Schuldigen und Armen. […] Schon steht der Gläubiger vor der Tür […], und es ist nicht ratsam für mich, mit ihm zu sprechen, da ich nichts habe, womit ich meine Schulden bezahlen könnte. O süßester Jesus, mein Friede, wie lange schweigst du noch? […] Ich bitte dich, sprich wenigstens jetzt zu meinen Gunsten und sage dieses liebevolle Wort: „Ich will sie erlösen“. Du bist ja die Zuflucht aller Armen. Du gehst an niemandem vorbei, ohne ihn zu grüßen. Niemals hast du einen, der bei dir Zuflucht gesucht hat, unversöhnt entlassen. […]
Bitte, o meine Liebe, mein Jesus, zu dieser Stunde des Tages wurdest du für mich gegeißelt, mit Dornen gekrönt, und du warst trunken von erbarmungsvoller Liebe. Du bist mein wahrer König, außer dir kenne ich keinen anderen. Du hast dich zum Gespött der Menschen gemacht, warst verachtet und verschmäht wie ein Aussätziger (vgl. Jes 53,3), so dass Judäa sich weigerte, dich als seinen König anzuerkennen (Joh 19,14-15). Dass doch durch deine Gnade wenigstens ich dich als meinen König anerkenne! Mein Gott, gib mir diesen Unschuldigen, den ich so innig liebe, meinen Jesus, der für mich so vollständig „erstattet hat, was er nicht geraubt hatte“ (vgl. Ps 68(69),5). Gib ihn mir, damit ich ihn mit den Armen meiner Seele umfange, an mein Herz drücke und er durch die Bitterkeit seiner Schmerzen und Leiden meinen Geist wieder aufrichte.
Quelle: Evangelizo