Der Apostel Paulus mahnt: „Zieht aus den alten Menschen mit seinen Taten und zieht den neuen an“ (Kol 3,9-10 Vulg.). […] Das war das Werk, das Christus vollbrachte, als er Levi berief: Er hat ihn gleichsam neugeformt und -gestaltet. Als ein neues Geschöpf gibt darum der einstige Zöllner Christus ein Festmahl, da Christus sich an ihm freut und er selbst es verdient, an der Freude Christi teilzuhaben. […] Und schon folgte er ihm froh, frisch und freudig.
Er sprach: „Ich trage jetzt nicht mehr den Zöllner, nicht mehr den alten Levi an mir; ich habe den Levi ausgezogen und Christus angezogen. Ich fliehe mein früheres Leben. Allein dir will ich folgen, Herr Jesus, der du meine Wunden heilst. Was kann mich scheiden von der Liebe Gottes, die in dir ist? Bedrängnis? Angst? Hunger? (vgl. Röm 8,35). Durch den Glauben bin ich an dich geheftet wie durch Nägel, und mit starken Banden der Liebe bin ich festgebunden. Jedes deiner Gebote will ich, wie mit glühendem Eisen eingeschrieben, halten. Brennt auch das Heilmittel, so entfernt es doch die Fäulnis des Fleisches. Schneide also, Herr Jesus, mit deinem mächtigen Schwert die Fäulnis meiner Sünden heraus! Komm, schneide rasch die verschiedenen heimlichen und versteckten Leidenschaften auf. Öffne die Wunde, damit kein verderblicher Eiter sich darin verbergen kann. Wasche alle Geschwüre ab durch das neue Bad.
Hört mir zu, ihr irdisch gesinnten Menschen, ihr, deren Gedanken von euren Sünden berauscht sind. Auch ich, Levi, litt an den Wunden solcher Leidenschaften. Aber ich fand den Arzt, der im Himmel wohnt und überall auf Erden seine Heilmittel anbietet. Er allein, dem eigene Wunden fremd sind, kann die meinigen heilen. Er, der das Verborgene kennt, kann die Qual des Herzens und die Mattigkeit der Seele beseitigen.“
Quelle: Evangelizo