Tagesevangelium

Hl. Cyprian

In den Heiligen Schriften ist Christus die wahre Sonne und der wirkliche Tag; deshalb gibt es für Christen keine vom Gebet ausgenommene Stunde: Ohne Unterlass und immer soll Gott angebetet werden. Da wir in Christus sind, das heißt im wahren Licht, lasst uns den ganzen Tag über flehen und beten. Und wenn nach dem Lauf der Zeit die Nacht auf den Tag folgt, dann hindert uns auch keine nächtliche Finsternis daran zu beten: Für Kinder des Lichts (vgl. 1 Thess 5,5) ist es immer Tag, selbst in der Nacht. Wann sollte denn der ohne Licht sein, dessen Licht im Herzen leuchtet? Wann sollte denn die Sonne fehlen und der Tag abnehmen für den, dessen Sonne und Tag Christus ist? Lasst uns also in der Nacht nicht aufhören zu beten. So erlangte Hanna, die Witwe, die Gunst Gottes, indem sie im Gebet und in Nachtwachen ausharrte, wie es im Evangelium heißt: „Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten“ (Lk 2,37). […] Lassen wir uns nicht durch Trägheit und Nachlässigkeit vom Beten abhalten. Durch die Barmherzigkeit Gottes wurden wir im Geist neu geschaffen und sind wiedergeboren worden. Lasst uns also jetzt schon nachahmen, was wir einmal sein werden. Wir sollen ein Königreich bewohnen, in dem es keine Nacht mehr gibt, wo der Tag ohne Untergang leuchtet. Lasst uns schon jetzt in der Nacht wachen, als wäre es heller Tag. Da wir dazu berufen sind, ohne Unterlass zu Gott im Himmel zu beten und ihm zu danken, lasst uns schon jetzt hier auf Erden beginnen, ohne Unterlass zu beten und ihm zu danken.

Quelle: Evangelizo

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