Der gesetzestreue Pharisäer
Hob bei seinem Gebet im Tempel
Das Gute hervor, das er
Vor Deinen allsehenden Augen vollbracht hatte.
Jene törichte Seele voll Hochmut
Verglich sich mit dem fernen Menschengeschlecht
Und mit dem nahen Zöllner,
Der zur gleichen Zeit betete.
Nicht nur erhielt er nicht, worum er bat,
Wegen seiner hochtrabenden Worte,
Sondern auch seine früheren Werke der Gerechtigkeit
Verlor er wegen seiner prahlerischen Rede.
Was aber soll ich dann mit meiner Seele tun,
Die völlig dem Laster verfallen ist,
Sehr nachlässig in guten Taten,
Doch eifrig im Sammeln der schlechten?
Denn ich vollbringe nicht die guten Werke,
Mit denen der Pharisäer sich rühmte;
Und weit überlegen bin ich ihm
In der Lasterhaftigkeit der Ruhmsucht und des Hochmuts
Doch gib meiner erlösten Seele
Die Stimme des Zöllners, ja, des Oberzöllners,
Damit sie mit seinen eigenen Worten rufen kann:
„Mein Gott, vergib mir meine Sünden!“
Rechtfertige mich mit ihm,
Wie du an ihm getan mit einem einzigen Wort;
Erniedrige meinen Geist in mir,
Damit ich durch deine Gnade erhöht werde.
Quelle: Evangelizo