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An den Fels, der dich gezeugt hat, dachtest du nicht mehr, du vergaßest den Gott, der dich geboren hat. Da sah der Herr, dass er geschmäht wurde von seinen Söhnen und Töchtern, die seinen Zorn erregten. Und er sagte: Ich will mein Gesicht vor ihnen verbergen und dann sehen, was in Zukunft mit ihnen geschieht. Denn sie sind eine Generation des Aufruhrs, Söhne, in denen die Untreue sitzt. Sie haben meine Eifersucht geweckt durch einen Gott, der kein Gott ist, mich zum Zorn gereizt durch ihre Götter aus Luft - so wecke ich ihre Eifersucht durch ein Volk, das kein Volk ist, durch ein dummes Volk reize ich sie zum Zorn.
„Ich bin“, sagt der Herr, „nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.“ Kurz gesagt […]: Er wurde zu dem gesandt, dem er verheißen war. „Abraham“, heißt es, „und seinen Nachkommen wurden die Verheißungen zugesprochen“ (vgl. Gal 3,16). Die in der Zeit gegebene Verheißung wird zu ihrer Zeit erfüllt, und zwar für die Juden von den Juden, wie geschrieben steht: „Das Heil kommt von den Juden“ (Joh 4,22). Zu ihnen wurde Christus, der dem Fleisch nach von ihnen abstammt, am Ende der Zeiten geschickt; ihnen war er am Anfang der Zeiten verheißen worden, er, der vor allen Zeiten dazu vorherbestimmt war. Vorherbestimmt für Juden und Heiden, doch ausschließlich jüdischer Abstammung, ohne leiblichen [Vater als] Vermittler, wurde er bei seiner Geburt im Fleische denen vorgestellt, denen er verheißen worden war. […] Aber das Wort „Israel“ bedeutet „einer, der Gott sieht“: Das bezieht sich also ganz zu recht auf jedes vernunftbegabte Wesen. Daher versteht man, dass der Begriff „Haus Israel“ auch die Engel einschließt, jene zur Schau Gottes vorherbestimmte Geistwesen. […] Während die neunundneunzig Schafe […], auf dem Berg der Schau ihres Hirten, d. h. des Wortes Gottes, und der Freude, die von ihm ausgeht, ins Weite hinausgehen und furchtlos auf den fetten, immergrünen Auen lagern (vgl. Ps 23(22),2), stieg der Gute Hirte vom Vater herab, als „die Zeit der Gnade“ gekommen war (vgl. Ps 102(101),14). Aus Barmherzigkeit wurde er in die Zeit geschickt, er, der […] von Ewigkeit verheißen war; er kam, um das eine Schaf zu suchen, das sich verirrt hatte (vgl. Lk 15,4–5). […] Der Gute Hirt wurde also gesandt, um aufzurichten, was zerbrochen war, um zu kräftigen, was schwach war (vgl. Ez 34,16). Das, was zerbrochen und schwach war, war der freie Wille des Menschen. Damals, als er sich über sich selbst erheben wollte, ist er gefallen; da er nicht die Kraft hatte, sich aufrecht zu halten, stürzte er und zerbrach […], völlig unfähig, sich wieder aufzurichten. Von Christus selbst schließlich getröstet und gestärkt […], aber noch nicht ganz bei Kräften, solange er nicht zusammen mit den Neunundneunzig auf fette Weiden gebracht ist, wird er auf den Armen des Hirten getragen: „Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam“ (Jes 40,11).
So spricht der Herr: Wahrt das Recht und sorgt für Gerechtigkeit; denn bald kommt von mir das Heil, meine Gerechtigkeit wird sich bald offenbaren. Die Fremden, die sich dem Herrn angeschlossen haben, die ihm dienen und seinen Namen lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen, die an meinem Bund festhalten, sie bringe ich zu meinem heiligen Berg und erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt.
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Gott sei uns gnädig und segne uns. Er lasse über uns sein Angesicht leuchten, damit auf Erden sein Weg erkannt wird und unter allen Völkern sein Heil. Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. Denn du richtest den Erdkreis gerecht. Du richtest die Völker nach Recht und regierst die Nationen auf Erden. Die Völker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Völker alle. Es segne uns Gott. Alle Welt fürchte und ehre ihn.
Er ist dein Sohn, o Maria! Er ist es, der für dich am dritten Tag von den Toten auferstanden ist und in dem Fleisch, das er von dir hat, über alle Himmel aufgefahren ist, um alles zu erfüllen. Nun bist du also im Besitz deiner Freude, o Glückselige, denn dir wurde zuteil, wonach du dich sehntest, und die Krone schmückt dein Haupt. Er schenkt dir die himmlische Hoheit durch Herrlichkeit, das Königtum der Welt durch Barmherzigkeit, die Herrschaft über die Hölle durch Macht. So antworten alle Geschöpfe mit unterschiedlichen Empfindungen auf deine große und unaussprechliche Herrlichkeit: die Engel mit Ehrerbietung, die Menschen mit Liebe, die Dämonen mit Furcht. Denn du bist verehrungswürdig für den Himmel, liebenswürdig für die Welt und schrecklich für die Hölle. Freue dich also und frohlocke, denn auferstanden ist er, der dich aufnimmt, der deine Herrlichkeit ist, der dein Haupt erhebt. Du freutest dich in seiner Empfängnis, betrübtest dich in seinem Leiden. Freue dich nun von neuem in seiner Auferstehung, und niemand wird dir deine Freude nehmen, denn Christus, von den Toten auferweckt, stirbt nicht mehr, der Tod hat keine Macht mehr über ihn (vgl. Röm 6,9). Deshalb ruft dich der Geist und Gott sagt zu dir: „Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch! Denn vorbei ist der Winter, verrauscht der Regen. Auf der Flur erscheinen die Blumen; die Zeit zum Singen ist da“ (Hld 2,10–12). […] Das Räuchergefäß folgt dem Weihrauch; durch die Hand des Herrn erhoben, steigt es empor bis zum Thron Gottes. Es steigt auf, umringt von einer Engelschar, die in den Höhen rufen: „Wer ist sie, die da aus der Steppe heraufsteigt in Säulen von Rauch, umwölkt von Myrrhe und Weihrauch, von allen Wohlgerüchen der Händler?“ (Hld 3,6).
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen. das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.
Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm! Man geleitet sie mit Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs. Ich will deinen Namen rühmen von Geschlecht zu Geschlecht; darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und das Werk deiner Gnade zu rühmen. Denn du hast den Menschen als Mann und Frau erschaffen und ihren Bund zum Abbild deiner schöpferischen Liebe erhoben. Die du aus Liebe geschaffen und unter das Gesetz der Liebe gestellt hast, die verbindest du in der Ehe zu heiliger Gemeinschaft und gibst ihnen Anteil an deinem ewigen Leben. So heiligt das Sakrament der Ehe den Bund der Gatten und macht ihn zu einem Zeichen deiner göttlichen Liebe durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn preisen dich deine Erlösten und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig …