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In jenen Tagen als der römische Oberst genau wissen wollte, was die Juden Paulus vorwarfen, ließ er ihn aus dem Gefängnis holen und befahl, die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat sollten sich versammeln. Und er ließ Paulus hinunterführen und ihnen gegenüberstellen. Da Paulus aber wusste, dass der eine Teil zu den Sadduzäern, der andere zu den Pharisäern gehörte, rief er vor dem Hohen Rat aus: Brüder, ich bin Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern; wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht. Als er das sagte, brach ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern aus, und die Versammlung spaltete sich. Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel noch Geister, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem. Es erhob sich ein lautes Geschrei, und einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf und verfochten ihre Ansicht. Sie sagten: Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen. Vielleicht hat doch ein Geist oder ein Engel zu ihm gesprochen. Als der Streit heftiger wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen. Daher ließ er die Wachtruppe herabkommen, ihn mit Gewalt aus ihrer Mitte herausholen und in die Kaserne bringen. In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu Paulus und sagte: Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.
Hört also, Juden und Heiden, […] hört es alle irdischen Reiche: Ich verhindere nicht eure Herrschaft in dieser Welt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Fürchtet nicht mit jener eitlen Furcht, in welcher jener ältere Herodes bei der Nachricht von der Geburt Christi erschrak […] „Mein Reich“, sagt er, „ist nicht von dieser Welt“. […] Kommt zu dem Reich, das nicht von dieser Welt ist; kommt im Glauben und wütet nicht aus Furcht. Er sagt zwar in der Prophetie von Gott dem Vater: „Ich aber bin von ihm eingesetzt als König über Sion, seinen heiligen Berg“ (Ps 2,6); allein jenes Sion und jener heilige Berg ist nicht von dieser Welt. Denn welches ist sein Reich als die an ihn Glaubenden, zu welchen er spricht: „Ihr seid nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin“? (Joh 17,16). Wiewohl er wollte, dass sie in der Welt seien, weshalb er von ihnen zum Vater sprach: „Ich bitte nicht, dass Du sie wegnehmest von der Welt, sondern dass Du sie bewahrest vor dem Bösen“ (Joh 17,15). Darum sagt er auch hier nicht: „Mein Reich ist nicht“ in dieser Welt, sondern: „nicht von dieser Welt“. Und dies bewies er mit den Worten: „Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, würden ja meine Diener kämpfen, damit ich den Juden nicht überliefert würde“ (Joh 18,36) […]. Hier ist nämlich sein Reich bis zum Ende der Welt, sofern es untereinander gemischt Unkraut enthält bis zur Ernte […] Aber es ist doch nicht von hier, weil es in der Welt nur pilgert. Zu seinem Reich sagt er ja: „Ihr seid nicht von der Welt, sondern ich habe euch von der Welt auserwählt“ (Joh 15,19). Sie waren also von der Welt, als sie noch nicht sein Reich waren, sondern dem Fürsten der Welt angehörten. Von der Welt also ist an den Menschen alles, was von dem wahren Gott zwar erschaffen, aber aus dem verderbten und verdammten Stamme Adams geboren ist; sein Reich aber, das nicht mehr von dieser Welt ist, ist alles geworden, was davon in Christus wiedergeboren ist. Denn so hat Gott uns aus der Gewalt der Finsternis entrissen und in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt (Kol 1,13).
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Biete auf, o Gott, deine Macht, die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast aus Ägypten bringt man Geräte von Erz, Kusch erhebt zu Gott seine Hände. Königreiche der Erde, singt für Gott, singt und spielt für den Herrn, der dahinfährt über den Himmel, den uralten Himmel, der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme. Preist Gottes Macht! Über Israel ragt seine Hoheit empor, seine Macht ragt bis zu den Wolken. Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestät, Israels Gott; seinem Volk verleiht er Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.
In jenen Tagen sagte Paulus zu den Ältesten der Gemeinde von Ephesus: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen. Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt; ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben. In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen. Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn; am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.
„Der Vater und ich“, sagte der Sohn, „wir werden zu ihm kommen“, das heißt, zu einem heiligen Menschen, „und wir werden bei ihm Wohnung nehmen“. Und ich denke, dass der Prophet nicht von einem anderen Himmel sprach, als er sagte: „Aber du bist heilig; du thronst über dem Lobpreis Israels“. Und der Apostel Paulus sagt ganz klar: „Durch den Glauben wohnt Christus in unseren Herzen.“ Es ist also nicht verwunderlich, dass Christus gerne in diesem Himmel wohnen möchte. Während er für die Erschaffung jenes sichtbaren Himmels nur zu sprechen brauchte, hat er sich diesen mühsam erkämpft: er starb, um ihn zurückzukaufen. Deshalb spricht er nach all seinen Mühen, nachdem er sein Verlangen verwirklicht hatte: „Das ist für immer der Ort meiner Ruhe; hier will ich wohnen, ich hab’ ihn erkoren“. Und selig ist jene, zu der er sagt: „Komm, meine Auserwählte, meine Braut, ich will in dir meinen Thron errichten.“ „Warum bist du betrübt, meine Seele, und warum schreckst du mich auf?“ Denkst du, auch in dir würdest du einen Platz für den Herrn finden? Und welcher Ort in uns wäre denn einer solchen Ehre würdig und könnte dem Anspruch genügen, seine Hoheit zu empfangen? Könnte ich ihn denn auch nur an dem Ort anbeten, wo seine Füße gestanden haben? Wer gewährt mir, wenigstens den Fußspuren einer heiligen Seele zu folgen, „die er sich zum Erbe erwählt hat“? Doch möge er sich auch herablassen, die Salbung seiner Barmherzigkeit in meine Seele ausgießen, damit auch ich sagen kann: „Den Weg deiner Gebote lief ich, denn du machst mein Herz weit“. Dann könnte auch ich vielleicht in mir, wenn auch nicht „einen großen, fertig hergerichteten Raum“ zeigen, „wo er mit seinen Jüngern essen kann“, so doch wenigstens „einen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“. […] Es ist notwendig, dass die Seele wächst und weit wird, um gottfähig zu sein. Nun, ihre Weite ist ihre Liebe, wie der Apostel Paulus sagt: „Lass doch auch euer Herz weit aufgehen in der Liebe“. Denn obwohl die Seele keine räumliche Dimension hat, da sie Geist ist, verleiht ihr die Gnade, was die Natur verwehrt. […] Die Größe einer jeden Seele entspricht also dem Maß ihrer Liebe. Und zwar so sehr, dass jene, die viel Liebe hat, groß ist; jene, die wenig hat, ist klein; jene, die gar nichts davon hat, ist nichts. Der heilige Paulus bekräftigt denn auch: „Wenn ich die Liebe nicht habe, bin ich nichts.“ (Vgl. biblische Referenzen: Joh 14,23; Ps 21(22),4 Vulg; Eph 3,17; Joh 1,3; Ps 132(131),14; Hld 2,10; Ps 41(42),6 Vulg; Ps 32(33),12 Vulg; Joh 14,23; Ps 118(119),32 Vulg; Mk 14,15; Mt 8,20; 2 Kor 6,13; 1 Kor 13,3)
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Gott, du ließest Regen strömen in Fülle und erquicktest dein verschmachtendes Erbland. Deine Geschöpfe finden dort Wohnung; Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen. Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag! Gott trägt uns, er ist unsre Hilfe. Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt, Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod.
In jenen Tagen schickte Paulus von Milet aus jemand nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen. Als sie bei ihm eingetroffen waren, sagte er: Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, seit ich die Provinz Asien betreten habe, die ganze Zeit in eurer Mitte war und wie ich dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe, wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern. Ich habe Juden und Griechen beschworen, sich zu Gott zu bekehren und an Jesus Christus, unseren Herrn, zu glauben. Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem, und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird. Nur das bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Drangsale auf mich warten. Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen. Nun aber weiß ich, dass ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet, ihr alle, zu denen ich gekommen bin und denen ich das Reich verkündet habe. Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag: Ich bin unschuldig, wenn einer von euch allen verlorengeht. Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden.
Gott schuf den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis, nur damit dieser sich an ihm im ewigen Leben erfreuen könne. Durch die Rebellion des Menschen gegen Gott wurde der Weg zerstört, und der süße Wille Gottes, der ihn zur Erschaffung des Menschen veranlasst hatte, konnte sich nicht verwirklichen; denn der Mensch war nur dazu geschaffen worden, dass er das ewige Leben habe. Gott, bewegt von jener reinen und grenzenlosen Liebe, mit der er uns erschaffen hatte, schenkte uns das Wort, seinen einzigen Sohn, um seinen Willen in uns zu verwirklichen. Und der Sohn Gottes, der sich selbst verleugnete, um diesen süßen Willen zu erfüllen, wurde zum Mittler zwischen Gott und Mensch und beendete diesen großen Krieg durch den Frieden, weil die Demut über den Stolz der Welt triumphierte. Deshalb sagte er: „Freut euch, ich habe die Welt – d. h. den Stolz des Menschen – überwunden.“ Es gibt keinen Menschen, und sei er noch so stolz und ungeduldig, der nicht demütig und sanftmütig würde, wenn er eine so große Erniedrigung, eine so große Liebe bedenkt, wenn er betrachtet, wie Gott sich bis zu uns erniedrigt. Auch die Heiligen und die wahren Diener Gottes haben sich stets gedemütigt, um ihrer Pflicht Gott gegenüber nachzukommen. Sie geben Gott alles Lob und alle Ehre, und sie erkennen an, dass alles, was sie haben, allein von seiner Güte kommt; sie erkennen ihre Nichtigkeit, und das, was sie lieben, lieben sie in Gott. Sie werden geehrt, wenn Gott es will; aber je größer sie sind, desto mehr demütigen sie sich und erkennen ihre Nichtigkeit an. Wer sich selbst kennt, demütigt sich, erhebt nicht sein Haupt oder wird stolz, sondern demütigt sich und erkennt die Güte Gottes an, die in ihm wirkt.