Home | Tagesevangelium
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet.
Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher. Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
In der Synagoge von Antiochia in Pisidien stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört! Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin. Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.
Bemüht euch, häufiger zusammenzukommen, um Gott Lob und Dank zu sagen. Denn wenn ihr euch oft versammelt, wird durch die Einmütigkeit eures Glaubens die Macht Satans zu Fall gebracht und sein Werk des Verderbens vereitelt. Nichts ist vortrefflicher als der Friede, der über alle Angriffe unirdischer und irdischer Mächte triumphiert. Nichts von alledem bleibt euch verborgen, wenn ihr Jesus Christus einen vollkommenen Glauben und eine vollkommene Liebe entgegenbringt, die der Anfang und das Ende des [geistlichen] Lebens sind: Der Anfang ist der Glaube, das Ende die Liebe. Beide zusammen sind Gott. Alle anderen Tugenden, die zur Vollkommenheit führen, fließen aus diesen ersten beiden. Keiner, der sich zum Glauben bekennt, sündigt; keiner, der die Liebe besitzt, hasst. „Man erkennt den Baum an seinen Früchten“ (vgl. Mt 12,33). Ebenso wird man diejenigen, die sich zu Christus bekennen, an ihren Werken erkennen. Denn das Werk, das heute von uns verlangt wird, ist nicht bloß ein simples Glaubensbekenntnis, sondern in der Praxis des Glaubens bis zum Ende befunden zu werden. Besser ist es, zu schweigen und zu sein, als zu reden, ohne zu sein. Lehren ist etwas Gutes, wenn der Lehrende entsprechend handelt. Wir haben nur einen einzigen Lehrer, ihn, der „sprach, und sogleich geschah es“ (Ps 33(32),9); selbst die Werke, die er im Stillen tat, sind seines Vaters würdig. Wer das Wort Jesu wirklich versteht, vermag sogar sein Schweigen zu verstehen; dann wird er vollkommen sein: Er wird durch sein Wort handeln und sich durch sein Schweigen zu erkennen geben. Nichts ist dem Herrn verborgen; selbst unsere Geheimnisse sind ihm vertraut. Lasst uns doch alles in der Überzeugung tun, dass er in uns wohnt; so werden wir sein Tempel, und er selbst wird in uns unser Gott sein.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.
Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! Macht unter den Völkern seine Taten bekannt! Singt ihm und spielt ihm, sinnt nach über all seine Wunder! Rühmt euch seines heiligen Namens! Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen. Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; sucht sein Antlitz allezeit! Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat. Er, der Herr, ist unser Gott. Seine Herrschaft umgreift die Erde. Ewig denkt er an seinen Bund, an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter, an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, an den Eid, den er Isaak geschworen hat.
In jenen Tagen erging das Wort des Herrn in einer Vision an Abram: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn wird sehr groß sein. Abram antwortete: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin, und Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus. Und Abram sagte: Du hast mir ja keine Nachkommen gegeben; also wird mich mein Haussklave beerben. Da erging das Wort des Herrn an ihn: Nicht er wird dich beerben, sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein. Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf, und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an. Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zu eigen zu geben. Da sagte Abram: Herr, mein Herr, woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme? Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine Haustaube! Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine Hälfte der andern gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram verscheuchte sie. Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf; große, unheimliche Angst überfiel ihn. Die Sonne war untergegangen, und es war dunkel geworden. Auf einmal waren ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel da; sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch. An diesem Tag schloss der Herr mit Abram folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom Eufrat.
Schauen wir einmal, was Gott zu Mose sagte über den Weg, den er einschlagen sollte. […] Du hast vielleicht geglaubt, dass der Weg, den Gott zeigt, einfach und leicht zu bewältigen sei, dass er überhaupt nichts Schwieriges oder Mühsames an sich habe. Im Gegenteil: Es handelt sich um einen Aufstieg, und zwar um einen Aufstieg mit vielen Windungen. Denn der Weg, auf dem man sich den Tugenden zuneigt, geht nicht abwärts, sondern aufwärts; es ist ein enger und schwerer Aufstieg. Hört, was der Herr dazu im Evangelium sagt: „Wie eng und schmal ist der Weg, der zum Leben führt!“ Erkennt also, wie das Evangelium mit dem Gesetz übereinstimmt. […] Ist es nicht so, dass selbst die Blinden es klar sehen: Ein und derselbe Geist ist es, der das Gesetz und das Evangelium verfasst hat. Der Weg, auf dem man fortschreitet, ist also ein gewundener Aufstieg […]; [gerechte] Taten und der Glaube bringen viele Schwierigkeiten und Mühen mit sich. Denn es gibt viele Versuchungen und viele Hindernisse für diejenigen, die nach Gottes Willen handeln wollen. Und dann stößt man im Glauben auf viele Dinge, die Kopfzerbrechen bereiten, auf viele Streitfragen, auf viele Einwände von Häretikern. […] Hört, was der Pharao sagte, als er sah, welchen Weg Mose und die Israeliten eingeschlagen hatten: „Die Israeliten haben sich im Land verlaufen“ (Ex 14,3). Für den Pharao gehen diejenigen, die Gott folgen, in die Irre. Das liegt daran, dass, wie wir gesagt haben, der Weg zur Weisheit gewunden ist, mit vielen Kurven, vielen Schwierigkeiten, zahlreichen Umwegen. Wie verschlungen, wie schwierig, wie unentwirrbar erscheint es doch den Ungläubigen, wenn wir uns zu dem einen Gott bekennen und im gleichen Bekenntnis bejahen, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist ein einziger Gott sind! Dann noch hinzuzufügen, dass „der Herr der Herrlichkeit gekreuzigt worden ist“ (vgl. 1 Kor 2,8) und dass er der Menschensohn ist, „der vom Himmel herabgestiegen ist“ (Joh 3,13): Wie verschlungen und wie schwierig erscheint das! Wenn ein Ungläubiger das hört, sagt er: „Diese Leute haben sich verlaufen“. Du aber bleibe fest, zweifle nicht an diesem Glauben, denn du weißt, dass es dieser Weg des Glaubens ist, den Gott dir zeigt.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.
Der makellos lebt und das Rechte tut; der von Herzen die Wahrheit sagt und mit seiner Zunge nicht verleumdet; der seinem Freund nichts Böses antut und seinen Nächsten nicht schmäht; der den Verworfenen verachtet, doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält; der sein Versprechen nicht ändert, das er seinem Nächsten geschworen hat; der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt. Wer sich danach richtet, der wird niemals wanken.