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Der Herr, unser Gott, ist im Recht; uns aber treibt es bis heute die Schamröte ins Gesicht, den Leuten von Juda und den Bewohnern Jerusalems, unseren Königen und Beamten, unseren Priestern und Propheten und unseren Vätern; denn wir haben gegen den Herrn gesündigt und ihm nicht gehorcht. Wir haben auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, nicht gehört und die Gebote nicht befolgt, die der Herr uns vorgelegt hat. Von dem Tag an, als der Herr unsere Väter aus Ägypten herausführte, bis auf den heutigen Tag waren wir ungehorsam gegen den Herrn, unseren Gott. Wir hörten sehr bald nicht mehr auf seine Stimme. So hefteten sich an uns das Unheil und der Fluch, den der Herr durch seinen Diener Mose androhen ließ am Tag, als er unsere Väter aus Ägypten herausführte, um uns ein Land zu geben, in dem Milch und Honig fließen, und so ist es noch heute. Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und auf alle Reden der Propheten, die er zu uns gesandt hat. Jeder von uns folgte der Neigung seines bösen Herzens; wir dienten anderen Göttern und taten, was dem Herrn, unserem Gott, missfällt.
Da Jesus nun die Jünger in seinen Weinberg schickte, der, obschon vom Worte Gottes gepflanzt, gleichwohl der mühevollen Pflege und sorglichen Hut des Arbeiters bedurfte, dass nicht die Vögel des Himmels den ausgestreuten Samen zerstöben, so sprach er: „Sieh, ich sende euch wie Lämmer unter die Wölfe“ […] Doch der gute Hirte kennt keine Furcht vor den Wölfen für seine Herde. Daher werden die Jünger hier nicht zu deren Erlegung, sondern zu friedlichem Tun angeleitet; denn die sorgsame Hut des guten Hirten verhütet, dass die Wölfe etwas wider die Lämmer wagen. Er schickt die Lämmer unter die Wölfe, dass sich jener Ausspruch erfülle: „Dann werden Wölfe und Lämmer zusammen weiden“ (vgl. Jes 65,25) […] Keinen Stab sollten die Apostel der Anweisung gemäß in der Hand tragen […] Des niedrigen Herrn […] Gebot vollziehen also dessen Jünger mit ihren niedrigen Dienstleistungen. Denn zur Glaubenssaat sendet er sie aus. Nicht Zwang sollten sie anwenden, sondern Unterweisung; nicht die Schärfe der Gewalt hervorkehren, sondern die Lehre von der Demut hochhalten. Hierbei glaubte er mit der Demut auch die Geduld verbinden zu sollen; denn auch er selbst gab nach dem Zeugnis des Petrus, „wenn er geschmäht wurde, die Schmähung, wenn er geschlagen wurde, den Schlag nicht zurück“ (vgl. 1 Petr 2,23). Das also will es sagen: „Werdet meine Nachahmer!“ (vgl. Phil 3,17). Legt Rachegelüste ab und schlagt den Übermut der Schlagenden nicht mit der Erwiderung des Unrechts, sondern mit der Großmut der Geduld. Niemand darf, was er an einem anderen tadelt, selbst nacheifernd tun. Die schwersten Gegenwunden schlägt dem Übermut die Sanftmut.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen. Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, den Unwissenden macht es weise. Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein, sie besteht für immer. Die Urteile des Herrn sind wahr, gerecht sind sie alle.
Dass die Engel existieren, bezeugen viele Seiten der Heiligen Schrift […] Man muss wissen, dass das Wort „Engel“ eine Bezeichnung für dessen Aufgabe, nicht für dessen Natur ist. Die seligen Geister in der Heimat des Himmels sind immer Geister, aber sie können nicht immer „Engel“ genannt werden. Denn sie sind nur dann „Engel“, wenn durch sie eine Botschaft ergeht. Jene, die nur Geringeres zu verkünden haben, heißen „Engel“, die aber höchste Botschaft bringen: „Erzengel“. Daher kommt es, dass zu Maria nicht irgendein Engel, sondern ein Erzengel geschickt wurde. Denn es ziemte sich, dass für diesen Dienst ein Engel höchsten Ranges kam, weil er die höchste aller Botschaften brachte […] Michael heißt: „Wer ist wie Gott?“ […] Sooft es sich um Wunderkraft handelt, hören wir, dass Michael gesandt wird, und wir erkennen aus dem Vorgang und aus dem Namen, dass niemand kann, was die Kraft Gottes vermag. Denn auch der alte Feind, der in seinem Stolz Gott gleich sein wollte und sagte: „Ich ersteige den Himmel; dort oben […] stelle ich meinen Thron auf; dem Allerhöchsten will ich gleich sein“ (vgl. Jes 14,13–14), er wird am Ende der Welt seiner eigenen Kraft überlassen, um der äußersten Strafe zu verfallen. Er wird nämlich mit dem Erzengel Michael streiten, wie Johannes sagt: „Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten […] der Drache wurde auf die Erde gestürzt“ (Offb 12,7–9). Zu Maria wird Gabriel gesandt, der „Kraft Gottes“ genannt wird. Er kam, um die Ankunft dessen zu melden, der in Demut erschien, um gegen die Mächte der Luft zu streiten. Er musste durch die Kraft Gottes verkündigt werden, weil er als der Herr der Kräfte kam, der „mächtig im Kampf“ (vgl. Ps 24(23),8) ist. Rafael heißt: „Arznei Gottes“. Er berührte wie ein Arzt die Augen des Tobit und wischte das Dunkel der Blindheit weg. So war es passend, dass er „Arznei Gottes“ genannt wird, weil er zum Heilen gesandt wurde.
In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.
Ich will dir danken aus ganzem Herzen, dir vor den Engeln singen und spielen; ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht. ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht. ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht. Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief; du gabst meiner Seele große Kraft. Dich sollen preisen, Herr, alle Könige der Welt, wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen. Sie sollen singen von den Wegen des Herrn; denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn.
Ich, Daniel, sah in einer nächtlichen Vision: Throne wurden aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen. Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.
In diesem Hinübergang ist Christus Weg und Pforte (Joh 14,6; 10,7), Christus ist Leiter und Gefährt, und zwar […] als „das vor allen Zeiten verborgene Geheimnis“ (Eph 3,9) […] wer Ihn, den am Kreuz Erhöhten, anblickt in Glaube, Hoffnung und Liebe, in Hingabe, Staunen und Jubel, in Preis, Lob und Freude, der vollzieht mit Ihm Pascha, das heißt: Hinübergang. Am Stab des Kreuzes wird er also das Rote Meer durchschreiten (Ex 12,11) […] Soll dieser Hinübergang vollkommen sein, dann müssen in ihm alle Tätigkeiten des Erkenntnisvermögens zurückbleiben; die Spitze des Liebesvermögens muss ganz hinübergezogen werden in Gott und gottförmig werden. Das ist etwas Geheimnisvolles und tief Verborgenes, das „niemand kennt, außer wer es empfängt“ (Offb 2,17). Niemand aber empfängt es, außer wer sich danach sehnt; niemand hat Sehnsucht danach, außer der, den das Feuer des Heiligen Geistes bis ins Mark durchglüht […] Daher schreibt der Apostel [Paulus], diese geheimnisvolle Weisheit sei durch den Heiligen Geist enthüllt (1 Kor 2,10) […] Wenn du nun fragst, wie das geschehen soll, dann frage die Gnade, nicht die Lehre […] die Dunkelheit, nicht die Klarheit, nicht das Licht, sondern das Feuer, das ganz und gar in Brand setzt, und das durch unaussprechliche Salbung und glühende Herzensbewegung in Gott hinüberträgt. Dieses Feuer ist Gott, „sein Feuerherd ist in Jerusalem“ (Jes 31,9), und Christus hat es entzündet in der Glut seines glühenden Leidens […] Wer diesen Tod liebt, kann Gott schauen; denn es ist unbezweifelbar wahr: „Kein Mensch wird mich sehen und am Leben bleiben“ (Ex 33,20). Sterben wir also, treten wir in die Dunkelheit ein, legen wir den Sorgen, Begierden, Phantasiebildern Schweigen auf. Gehen wir mit Christus, dem Gekreuzigten, aus dieser Welt zum Vater (Joh 13,1), damit wir, wenn uns der Vater gezeigt wird, mit Philippus sprechen können: „Es genügt uns“ (Joh 14,8), damit wir mit Paulus hören dürfen: „Es genügt dir meine Gnade“ (2 Kor 12,9), damit wir mit den Worten Davids jubeln: „Mein Fleisch und mein Herz versagen ihren Dienst, Gott meines Herzens; mein Anteil bist du, o Gott, auf ewig […]“ (Ps 73(72),26).
Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.