Tagesevangelium

Freitag, 23 Juli 2021 : Brief des Paulus an die Galater 2,19-20.

Brüder! Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.

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Donnerstag, 22 Juli 2021 : Kommentar Hl. Bernhard

Nur der Gehörsinn kann die Wahrheit erfassen, denn er allein hört das Wort. […] „Rühre mich nicht an“ (vgl. Joh 20,17), sagt der Herr, das heißt: Lass davon ab, deinen trügerischen Sinnen zu vertrauen, stütze dich auf meine Worte, gewöhne dich an den Glauben! Der Glaube kann nicht irren, er erfasst die unsichtbaren Dinge und ist nicht der Unzulänglichkeit der Sinne unterworfen. Er überschreitet sogar die Beschränktheit der menschlichen Vernunft, die Gesetzmäßigkeiten der Natur, die Grenzen der Erfahrbarkeit. Warum willst du von deinen Augen lernen, was sie nicht wissen können? Und warum strebt deine Hand danach, zu ertasten, was sie niemals fassen kann? Was Hand und Augen über mich kundtun, ist sehr wenig. Allein dem Glauben steht es zu, sich über mich zu äußern, ohne meine Erhabenheit zu schmälern. Lerne, mit größerer Gewissheit zu glauben und mit größerem Vertrauen dem Folge zu leisten, was der Glaube dir sagt. „Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen“ (vgl. Joh 20,17). Wie sollte oder könnte er sich denn berühren lassen, wenn er aufgestiegen ist?! – Ja, zweifellos: Er kann berührt werden, aber nur mit dem Herzen, nicht mit den Händen; mit der Sehnsucht, nicht mit den Augen; mit dem Glauben, nicht mit den Sinnen. „Warum“, sagt er, „versuchst du mich jetzt zu berühren […]? Erinnerst du dich nicht daran, dass, als ich noch sterblich war, die Augen meiner Jünger die Herrlichkeit meines verklärten Leibes nicht ertragen konnten, während er doch noch sterblich war? Ich erweise dir jetzt noch die Gunst, dass du mich in meiner Knechtsgestalt (vgl. Phil 2,7) sehen kannst, doch meine Herrlichkeit entzieht mich dir von nun an. […] Halte also dein Urteil zurück […], überlass dem Glauben die Erhellung eines so großen Geheimnisses. […] Um würdig zu sein, mich zu berühren, ist es erforderlich, dass du mich betrachtest, wie ich zur Rechten meines Vaters sitze (vgl. Mk 16,19; Ps 110(109),1): nicht mehr in meinem erniedrigten Zustand, sondern in meiner Verherrlichung. Es ist immer noch derselbe Leib, aber in einer anderen Erscheinung. Warum willst du mich in meiner ‚Hässlichkeit‘ berühren? Warte, bis du mich in meiner Schönheit berühren kannst.“

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Donnerstag, 22 Juli 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 20,1-2.11-18.

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

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Donnerstag, 22 Juli 2021 : Psalm 63(62),2.3-4.5-6.7-8.

Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist besser als das Leben; darum preisen dich meine Lippen. Ich will dich rühmen mein Leben lang, in deinem Namen die Hände erheben. Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen. Ich denke an dich auf nächtlichem Lager und sinne über dich nach, wenn ich wache. Ja, du wurdest meine Hilfe; jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.

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Donnerstag, 22 Juli 2021 : Das Hohelied 3,1-4a.

So spricht die Braut: Des Nachts auf meinem Lager suchte ich ihn, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Aufstehen will ich, die Stadt durchstreifen, die Gassen und Plätze, ihn suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Mich fanden die Wächter bei ihrer Runde durch die Stadt. Habt ihr ihn gesehen, den meine Seele liebt? Kaum war ich an ihnen vorüber, fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich packte ihn, ließ ihn nicht mehr los, bis ich ihn ins Haus meiner Mutter brachte, in die Kammer derer, die mich geboren hat.

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Mittwoch, 21 Juli 2021 : Kommentar Isaak der Syrer 

So wie – nach dem Wort der Väter – die ganze Kraft der Gesetze und Gebote, die Gott den Menschen gegeben hat, in der Reinheit des Herzens ihre Erfüllung findet, so finden alle Weisen und Formen, in denen die Menschen zu Gott beten, ihre Erfüllung im reinen Gebet. Seufzen, sich zu Boden werfen, Flehen, Klagen: Alle Formen, die das Gebet annehmen kann, finden tatsächlich im reinen Gebet ihr Ende. […] Das Denken hat nichts mehr, woran es sich halten kann: weder Bitte noch [Gemüts-] Bewegung, weder Klage noch Kraftanstrengung, weder Freiheit noch Flehen, weder Verlangen noch Freude an dem, was sich die Seele in diesem Leben oder in der kommenden Welt erhoffen könnte. Nach dem reinen Gebet gibt es kein weiteres Gebet. […] Jenseits dieser Grenze gibt es nur noch Staunen, aber kein Gebet mehr; das Gebet hört auf, und die Kontemplation beginnt. […] Das Gebet ist die Aussaat – die Kontemplation ist die Ernte der Garben. Der Schnitter staunt, da er das Unaussprechliche sieht: Wie konnten aus den kleinen, nackten Körnern, die er gesät hat, auf einmal so blühende Ähren vor ihm sprießen? Der Anblick seiner Ernte macht ihn sprachlos. […] So wie es kaum einen Menschen unter vielen Tausenden gibt, der die Gebote und die Dinge des Gesetzes etwas weniger schlecht erfüllen und so die Reinheit der Seele erlangen kann, so gibt es auch nur einen Menschen unter Tausenden, der würdig ist, durch große Wachsamkeit das reine Gebet zu erlangen, die Grenze zu überschreiten und dieses Geheimnis zu entdecken. Denn es ist nicht vielen, sondern nur wenigen gegeben, das reine Gebet zu erfahren.

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Mittwoch, 21 Juli 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,1-9.

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

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Mittwoch, 21 Juli 2021 : Psalm 78(77),18-19.23-24.25-26.27-28.

In ihrem Herzen versuchten sie Gott, forderten Nahrung für den Hunger. Sie redeten gegen Gott; sie fragten: „Kann uns denn Gott den Tisch decken in der Wüste?“ Er gebot den Wolken droben und öffnete die Tore des Himmels. Er ließ Manna auf sie regnen als Speise, er gab ihnen Brot vom Himmel. Da aßen die Menschen Wunderbrot; Gott gab ihnen Nahrung in Fülle. Er ließ den Ostwind losbrechen droben am Himmel, führte in seiner Macht den Südwind herbei, ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, gefiederte Vögel wie Sand am Meer. Er ließ sie mitten ins Lager fallen, rings um Israels Zelte.

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Mittwoch, 21 Juli 2021 : Buch Exodus 16,1-5.9-15.

Die ganze Gemeinde der Israeliten brach von Elim auf und kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der fünfzehnte Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten. Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch in Ägypten durch die Hand des Herrn gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen. Da sprach der Herr zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Wenn sie am sechsten Tag feststellen, was sie zusammengebracht haben, wird es doppelt soviel sein, wie sie sonst täglich gesammelt haben. Dann sagte Mose zu Aaron: Sag der ganzen Gemeinde der Israeliten: Tretet hin vor den Herrn; denn er hat euer Murren gehört. Während Aaron zur ganzen Gemeinde der Israeliten sprach, wandten sie sich zur Wüste hin. Da erschien plötzlich in der Wolke die Herrlichkeit des Herrn. Der Herr sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: Am Abend werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt sein von Brot, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin. Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.

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Dienstag, 20 Juli 2021 : Kommentar Hl. Rafael Arnáiz Barón

Nur das zu wollen, was Gott will, ist logisch für jemanden, der wirklich in ihn verliebt ist … Außerhalb seiner Wünsche existieren unsere Wünsche nicht; und sollte es doch einen einzigen geben, dann gibt es ihn, weil er mit seinem Willen übereinstimmt, und wenn das nicht der Fall wäre, dann wäre unser Wille nicht mit seinem vereint … Wenn wir aber wirklich durch die Liebe mit seinem Willen vereint sind, dann wollen wir nichts, was er nicht will, dann lieben wir nichts, was er nicht liebt. Seinem Willen ganz ergeben, wird uns gleichgültig sein, was immer er uns schickt, wohin er uns auch stellt … Was immer er von uns will, das wird uns nicht nur gleichgültig sein, sondern auch angenehm. Ich weiß nicht, ob ich falsch liege in allem, was ich da sage; ich unterstelle mich in allem gerne einem, der sich darauf versteht; ich sage nur, was ich empfinde. Wahrlich, ich wünsche mir nichts mehr, als ihn zu lieben, und alles andere lege ich in seine Hände. Möge sein Wille geschehen! Jeden Tag bin ich glücklicher in meiner völligen Hingabe in seine Hände.

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