Tagesevangelium

Dienstag, 2 November 2021 : Kommentar Symeon der Neue Theologe

Der Anfang des Lebens ist für mich das Ende, und das Ende ist für mich der Anfang. […] Ich werde als Erde von der Erde geboren und als Körper von einem vergänglichen Körper; ja, von einem vergänglichen Wesen geboren, verbringe ich – sterblich wie ich bin – eine kurze Zeit auf dieser Erde, im Fleische lebend; dann sterbe ich, und am Ende dieses Lebens beginne ich ein neues. Meinen Leib lasse ich in der Erde zurück; er ist zur Auferstehung bestimmt, zu einem Leben ohne Ende in alle Ewigkeit. Nun also schau mich an, o Gott, nun lass dich erweichen, o Einziger, nun hab Erbarmen mit mir! […] Ich bitte dich, Meister; ich flehe dich an, gewähre mir diese Barmherzigkeit, mein Erlöser, dass ich an dem Tag, an dem meine Seele meinen Leib verlässt, mit einem einfachen Seufzer all jene in Verwirrung stürzen kann, die mich, deinen Diener, angreifen wollen. Gewähre mir, dass ich die Schwelle ohne Schaden überschreiten kann, geschützt durch das Licht deines Geistes, und dann vor deinem Richterstuhl stehe, Christus, im Besitz deiner göttlichen Gnade, die mich schützt und vor jeglicher Verwirrung bewahrt! Denn wer könnte es wagen, vor dir zu erscheinen, ohne mit dieser Gnade bekleidet zu sein, sie in seinem Inneren zu besitzen und von ihr erleuchtet zu sein? […] Wer von uns könnte jemals auch nur im Geringsten aus eigener Kraft oder Anstrengung ihn schauen, wenn nicht Gott selbst ihm seinen Heiligen Geist sendet und durch diesen der Schwachheit unserer Natur Kraft, Stärke und Macht verleiht; wenn nicht Gott selbst den Menschen dazu befähigt, seine Herrlichkeit, seine göttliche Herrlichkeit zu schauen? Denn ansonsten wird niemand den Herrn sehen oder die Kraft haben, ihn zu schauen, wenn er in Herrlichkeit erscheint. Und so werden die Ungerechten von den Gerechten und die Sünder von den Unschuldigen getrennt werden, und die Sünder werden von der Finsternis verschlungen werden, all jene, die schon auf Erden das Licht nicht in sich hatten. Jene aber, die schon in diesem Leben mit Gott verbunden waren, werden es auch in der Ewigkeit sein; auf geheimnisvolle und sehr reale Weise werden sie untrennbar in seiner Nähe wohnen.

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Dienstag, 2 November 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 14,1-6.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

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Dienstag, 2 November 2021 : Psalm 42(41),2-3ab.5.43(42),3-4.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke: wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge. Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung. So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude. Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott.

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Dienstag, 2 November 2021 : Buch Ijob 19,1.23-27.

Ijob nahm das Wort und sprach: Dass doch meine Worte geschrieben würden, in einer Inschrift eingegraben mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels. Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

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Dienstag, 2 November 2021 : Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,14-23.

Brüder! Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden. Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

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Montag, 1 November 2021 : Kommentar Theodor von Studion

Seid also gütig zueinander (vgl. Eph 4,32), vergebt einander, seid einander in brüderlicher Liebe zugetan; ertragt einander in Liebe (vgl. Eph 4,2), einer trage des anderen Last (vgl. Gal 6,2), gebt nach und verzeiht. Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung (Röm 12,10), Ehrfurcht, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Wenn ihr euch so verhaltet, wenn ihr so lebt, dann seid ihr meine Heiligen, oder vielmehr Gottes Heilige, seine Engel auf Erden, Anbeter (vgl. Joh 4,23) seiner Macht, Diener seiner Herrlichkeit, Erben des Himmelreichs, Gefährten der Heiligen, Bewohner des Paradieses, und ihr werdet die unvorstellbaren Güter genießen, die für uns bereitet sind. Deshalb bitte ich euch […], allezeit aufrecht auf Gottes Wegen zu wandeln und in der Kraft und Macht Gottes zu erstarken (vgl. Eph 6,10). […] Möge das Licht der Erkenntnis Gottes euch in jeder Bewegung und in jeder Tat voranleuchten, möge eine friedliche Gesinnung euch leiten und möge die innere Ruhe einer brüderlichen Liebe in euch herrschen! […] Gott, der Herr, öffne euch die Tore der Gerechtigkeit (vgl. Ps 118(117),19) und den Weg der Wahrheit (vgl. 2 Petr 2,2). Er ziehe euch an sich und entflamme euch ganz und gar. Er mache euch zu einem Instrument, das zu seiner Freude wohlklingende Töne hervorbringt. Er wandle euch zu vollkommenen, lebendigen Tempeln; er wohne in euch und gewähre euch schon hier unten Anteil (vgl. 2 Kor 1,22) an der Glückseligkeit dort oben. […] Der Herr, unser Gott behüte euch, richte euch wieder auf (vgl. 1 Petr 5,10), mache gerade euren Weg und eure Werke, erfülle eure heiligen Herzen mit Gnade, Freude und Milde und mache euch so würdig für das Himmelreich in Christus, unserem Herrn. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

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Montag, 1 November 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 5,1-12a.

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

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Montag, 1 November 2021 : Psalm 24(23),1-2.3-4.5-6.

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

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Montag, 1 November 2021 : Erster Johannesbrief 3,1-3.

Brüder! Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist.

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Montag, 1 November 2021 : Buch der Offenbarung 7,2-4.9-14.

Ich, Johannes, sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben. Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen: Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen. Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm. Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie warfen sich vor dem Thron nieder, beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen. Da fragte mich einer der Ältesten: Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen? Ich erwiderte ihm: Mein Herr, das musst du wissen. Und er sagte zu mir: Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.

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