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Mein Meister, Christus, mein Meister, der die Seelen rettet, Gott, Herr aller Mächte, der sichtbaren und der unsichtbaren, der alles geschaffen hat, was im Himmel ist, und was über dem Himmel ist, was unter der Erde ist, aber auch, was auf der Erde ist. […] Du hältst alles in deiner Hand. Denn deine Hand ist es, o Herr, diese große Kraft, die den Willen deines Vaters vollbringt, die formt, verwirklicht, erschafft und lenkt auf unaussprechliche Weise. Sie [deine Hand] ist es also, die auch mich geschaffen und aus dem Nichts ins Dasein gerufen hat. Ich wurde in diese Welt hineingeboren und habe dich gar nicht erkannt, dich, den guten Herrn, dich, meinen Schöpfer, der mich gebildet hat; und ich war in der Welt wie ein Blinder, so als gäbe es keinen Gott, weil ich meinen Gott nicht erkannte. Dann hattest du Mitleid und schautest auf mich; du hast mich bekehrt, indem du dein Licht in meiner Finsternis aufstrahlen ließest, und du hast mich an dich gezogen, o mein Schöpfer. Nachdem du mich aus der Tiefe des Abgrunds geholt hattest, […] weg von den Begierden und Vergnügungen dieser Welt, hast du mir den Weg gezeigt und mir einen Führer gegeben, dass er mich hinführe zu deinen Geboten. Ich folgte ihm, ich folgte ihm ohne Bedenken. […] Als ich nun auch dich sah, dich den guten Meister, dort zusammen mit meinem Führer und mit meinem Vater, da verspürte ich eine unaussprechliche Liebe und Sehnsucht. Glaube und Hoffnung lagen schon hinter mir, und ich sagte: „Da – ich sehe die künftigen Güter (vgl. Hebr 10,1), das Himmelreich ist da. Ich sehe sie vor meinen Augen, die Güter, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat“ (vgl. Jes 64,3; vgl. 1 Kor 2,9).
In jener Zeit, als Jesus vorüber ging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel. Ich bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden. Hoffe auf den Herrn, und sei stark! Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!
Nur noch kurze Zeit, dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten, und der Garten wird zu einem Wald. An jenem Tag hören alle, die taub sind, sogar Worte, die nur geschrieben sind, und die Augen der Blinden sehen selbst im Dunkeln und Finstern. Die Erniedrigten freuen sich wieder über den Herrn, und die Armen jubeln über den Heiligen Israels. Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, der Schurke ist erledigt, ausgerottet sind alle, die Böses tun wollen, die andere als Verbrecher verleumden, die dem Richter, der am Tor sitzt, Fallen stellen und den Unschuldigen um sein Recht bringen mit haltlosen Gründen. Darum - so spricht der Herr zum Haus Jakob, der Herr, der Abraham losgekauft hat: Nun braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, sein Gesicht muss nicht mehr erbleichen. Wenn das Volk sieht, was meine Hände in seiner Mitte vollbringen, wird es meinen Namen heilighalten. Es wird den Heiligen Jakobs als heilig verehren und erschrecken vor Israels Gott. Dann kommen die Verwirrten zur Einsicht, und wer aufsässig war, lässt sich belehren.
Als ich an die Ewigkeit Gottes dachte, stellte ich sie mir als einen unbeweglichen Felsen am Ufer eines Flusses vor, von wo aus der Herr alle Geschöpfe vorbeiziehen sieht, ohne sich selbst zu bewegen und ohne je vorüberzugehen. Alle Menschen, die sich an geschaffene Dinge klammern, erschienen mir wie Leute, die sich, von der Strömung des Wassers mitgerissen, an eine Planke, einen Baumstamm oder an Schaumkronen klammern, die sie für etwas Stabiles halten. All das wird vom reißenden Strom mitgerissen: die Freunde sterben, die Gesundheit schwindet dahin, das Leben vergeht; getragen von diesen vorübergehenden Stützen kommt man schließlich bis an die Ewigkeit wie an ein großes Meer, in das ihr unweigerlich eintreten müsst und euch verliert. Man erkennt nun, wie unklug es gewesen ist, sich nicht an dem Felsen festzuhalten, am Ewigen; man würde gerne zurückkehren, aber die Fluten haben uns schon zu weit hinausgetragen und man kann nicht zurückkehren, man muss zwangsläufig mit den vergänglichen Dingen untergehen. Ein Mensch jedoch, der sich an Gott festhält, sieht ohne Furcht die Gefahr und das Verderben der anderen; was auch immer mit ihm geschehen mag, welche Umwälzungen er auch durchmachen muss, er befindet sich immer auf seinem Felsen. Gott wird nicht von ihm weichen, denn dieser Mensch hat nichts anderes umarmt als ihn [Gott], so wird er jederzeit von ihm gehalten; jedes Unglück gibt ihm nur Gelegenheit, sich der guten Wahl zu freuen, die er getroffen hat. Er ist allezeit im Besitze seines Gottes; der Tod seiner Freunde, seiner Eltern, derer, die ihn schätzen und ihn mögen, Aufenthalt in der Fremde, Wechsel des Arbeitsplatzes oder Ortes, Alter, Krankheit, der Tod selbst: All das kann ihm nichts von seinem Gott wegnehmen. Er ist stets gleichermaßen zufrieden und spricht im Frieden und in der Freude seiner Seele: „Ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück, ich habe Gott, den Herrn, zu meiner Zuflucht gemacht“ (vgl. Ps 73(72),28).
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.
Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig. So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig. Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen. Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fürsten zu bauen. Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein. Ach, Herr, bring doch Hilfe! Ach, Herr, gib doch Gelingen! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her. Gott, der Herr, erleuchte uns. Mit Zweigen in den Händen schließt euch zusammen zum Reigen, bis zu den Hörnern des Altars!
An jenem Tag singt man in Juda dieses Lied: Wir haben eine befestigte Stadt, zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle. Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk durch sie einzieht, ein Volk, das dem Herrn die Treue bewahrt. Sein Sinn ist fest; du schenkst ihm Ruhe und Frieden; denn es verlässt sich auf dich. Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels. Er hat die Bewohner des hohen Berges hinabgestürzt, die hoch aufragende Stadt; er hat sie zu Boden geworfen, in den Staub hat er sie gestoßen. Sie wird zermalmt von den Füßen der Armen, unter den Tritten der Schwachen.
Da die Eucharistie die Gedächtnisfeier des Pascha des Herrn ist und wir „durch unsere Teilnahme am Altar … mit aller Gnade und allem Segen des Himmels“ erfüllt werden (MR, Römisches Hochgebet 96), ist die Eucharistie auch die Vorwegnahme der himmlischen Herrlichkeit. Beim Letzten Abendmahl richtete der Herr die Aufmerksamkeit seiner Jünger auf die Vollendung des Pascha im Reiche Gottes: „Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters“ (Mt 26,29; vgl. Lk 22,38; Mk 14,25). Jedes Mal, wenn die Kirche die Eucharistie feiert, erinnert sie sich an diese Verheißung und richtet ihren Blick auf den, „der kommt“ (Offb 1,4). In ihrem Gebet ruft sie sein Kommen herbei: „Maräna tha!“ (1 Kor 16,22), „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20). „Es komme deine Gnade und es vergehe diese Welt!“ (Didaché 10,6). Die Kirche weiß, dass der Herr in seiner Eucharistie schon jetzt kommt und in unserer Mitte anwesend ist. Doch diese seine Gegenwart ist verhüllt. Deswegen feiern wir die Eucharistie, indem „wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten“ (MR, Embolismus nach dem Vaterunser; vgl. Tit 2,13), und bitten: „Lass auch uns, wie du verheißen hast, zu Tische sitzen in deinem Reich. Dann wirst du alle Tränen trocknen. Wir werden dich, unseren Gott, schauen, wie du bist, dir ähnlich sein auf ewig und dein Lob singen ohne Ende. Darum bitten wir dich, durch unseren Herrn Jesus Christus“ (MR, Drittes Hochgebet 116: Gebet für die Verstorbenen). Die Eucharistie ist das sicherste Unterpfand und das deutlichste Zeichen dafür, dass sich die große Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt (vgl. 2 Petr 3,13), erfüllen wird. Jedes Mal, wenn dieses Mysterium gefeiert wird, „vollzieht sich das Werk unserer Erlösung“ (LG 3) und wir brechen „ein Brot …‚ das Arznei der Unsterblichkeit ist, Gegengift, dass man nicht stirbt, sondern lebt in Jesus Christus immerdar“ (Ignatius v. Antiochien, Eph. 20,2).
Jesus zog weiter und kam an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels. Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen. Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen? Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Leute. Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übriggebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.