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Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke: wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge. Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung. So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude. Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott.
Ijob nahm das Wort und sprach: Dass doch meine Worte geschrieben würden, in einer Inschrift eingegraben mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels. Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.
Brüder! Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden. Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.
Seid also gütig zueinander (vgl. Eph 4,32), vergebt einander, seid einander in brüderlicher Liebe zugetan; ertragt einander in Liebe (vgl. Eph 4,2), einer trage des anderen Last (vgl. Gal 6,2), gebt nach und verzeiht. Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung (Röm 12,10), Ehrfurcht, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Wenn ihr euch so verhaltet, wenn ihr so lebt, dann seid ihr meine Heiligen, oder vielmehr Gottes Heilige, seine Engel auf Erden, Anbeter (vgl. Joh 4,23) seiner Macht, Diener seiner Herrlichkeit, Erben des Himmelreichs, Gefährten der Heiligen, Bewohner des Paradieses, und ihr werdet die unvorstellbaren Güter genießen, die für uns bereitet sind. Deshalb bitte ich euch […], allezeit aufrecht auf Gottes Wegen zu wandeln und in der Kraft und Macht Gottes zu erstarken (vgl. Eph 6,10). […] Möge das Licht der Erkenntnis Gottes euch in jeder Bewegung und in jeder Tat voranleuchten, möge eine friedliche Gesinnung euch leiten und möge die innere Ruhe einer brüderlichen Liebe in euch herrschen! […] Gott, der Herr, öffne euch die Tore der Gerechtigkeit (vgl. Ps 118(117),19) und den Weg der Wahrheit (vgl. 2 Petr 2,2). Er ziehe euch an sich und entflamme euch ganz und gar. Er mache euch zu einem Instrument, das zu seiner Freude wohlklingende Töne hervorbringt. Er wandle euch zu vollkommenen, lebendigen Tempeln; er wohne in euch und gewähre euch schon hier unten Anteil (vgl. 2 Kor 1,22) an der Glückseligkeit dort oben. […] Der Herr, unser Gott behüte euch, richte euch wieder auf (vgl. 1 Petr 5,10), mache gerade euren Weg und eure Werke, erfülle eure heiligen Herzen mit Gnade, Freude und Milde und mache euch so würdig für das Himmelreich in Christus, unserem Herrn. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
Brüder! Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist.
Ich, Johannes, sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben. Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen: Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen. Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm. Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie warfen sich vor dem Thron nieder, beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen. Da fragte mich einer der Ältesten: Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen? Ich erwiderte ihm: Mein Herr, das musst du wissen. Und er sagte zu mir: Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Ehrwürdige und liebste Mutter, Frau Königin, Eure unwürdige Katharina, die Dienerin und Magd der Diener Jesu Christi, schreibt Euch in seinem kostbaren Blut mit dem Verlangen, Euch als wahre Tochter und auserwählte Braut Gottes zu sehen. […] Ich bitte Euch inständig im Namen Jesu Christi, Euer ganzes Herz, Eure ganze Seele, Eure ganze Kraft der Liebe und dem Dienst an diesem süßen und lieben Vater zu weihen, diesem Bräutigam, der Gott ist, die höchste ewige Wahrheit; der uns so sehr geliebt hat, ohne wiedergeliebt zu werden. Ja, kein Geschöpf soll sich ihm widersetzen, was auch immer seine Stellung, seine Größe oder seine Macht sei: Sind nicht alle Herrlichkeiten der Welt eitel, vergehen sie nicht wie der Wind? Kein Geschöpf soll von dieser wahren Liebe abweichen, die ja die Herrlichkeit, das Leben und das Glück der Seele ist. So erweisen wir uns als treue Bräute. Und wenn die Seele einzig ihren Schöpfer liebt, dann begehrt sie nichts anderes als ihn. Was sie liebt, was sie tut, ist für ihn, und alles, was sie als nicht seinem Willen entsprechend erkennt, wie Laster, Sünden, Ungerechtigkeiten, das hasst sie. Und der heilige Hass, denn sie gegen die Sünde empfindet, ist so stark, dass sie lieber sterben würde, als sich gegen den Glauben zu verfehlen, den sie ihrem ewigen Bräutigam schuldet. Lasst uns so sein, ja, lasst uns treu sein, den Fußstapfen des gekreuzigten Jesus folgend, das Laster hassend, die Tugend umarmend und Großes für ihn vollbringen.
Ein Schriftgelehrter hatte ihrem Streit zugehört; und da er bemerkt hatte, wie treffend Jesus ihnen antwortete, ging er zu ihm hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.