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In jenen Tagen ging der König Salomo nach Gibeon, um dort zu opfern; denn hier war die angesehenste Kulthöhe. Tausend Brandopfer legte Salomo auf ihren Altar. In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll. Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, so dass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht.
„Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt 5,11–12). Wie gut passen diese Worte Christi zu den unzähligen Glaubenszeugen des vergangenen Jahrhunderts, die von der Macht des Bösen beschimpft und verfolgt, aber nie gebeugt wurden! Wo der Haß alles Leben zu verderben schien, ohne dass sich eine Möglichkeit auftat, um aus seiner Logik zu entfliehen, da haben sie gezeigt: „Die Liebe ist stärker als der Tod“. Inmitten schrecklicher unterdrückerischer Systeme, die den Menschen entstellen, an den Stätten des Schmerzes, unter härtesten Entbehrungen, auf unsinnigen Märschen, der Kälte und dem Hunger ausgesetzt, gefoltert und in vielerlei Leiden hielten sie ihre Treue zu Christus hoch, der gestorben und auferstanden ist. […] Viele haben sich geweigert, sich dem Kult der Idole des zwanzigsten Jahrhunderts zu beugen. Sie wurden Opfer des Kommunismus, des Nationalsozialismus, der Idolatrie von Staat und Rasse. Viele andere sind in ethnischen Kämpfen und Stammeskriegen gefallen, weil sie eine Logik ablehnten, die dem Evangelium Jesu Christi nicht entsprach. Einige haben den Tod erlitten, weil sie sich den Guten Hirten zum Vorbild nahmen und trotz der Bedrohungen bei ihren Gläubigen bleiben wollten. Auf allen Kontinenten und während des ganzen zwanzigsten Jahrhunderts gab es Menschen, die sich lieber umbringen ließen als ihrer Sendung nicht nachzukommen. Ordensleute haben ihre Weihe bis zum Vergießen des Blutes gelebt. Gläubige Männer und Frauen sind gestorben und haben ihr Dasein aus Liebe zu den Brüdern und Schwestern, besonders zu den Ärmsten und Schwächsten, hingegeben. Nicht wenige Frauen haben ihr Leben verloren, weil sie ihre Würde und ihre Reinheit verteidigten. „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben“ (Joh 12,25).
In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes. Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
Vollkommen ist Gottes Weg, das Wort des Herrn ist im Feuer geläutert. Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen. Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen. Der Gott meines Heils sei hoch erhoben. Denn Gott verschaffte mir Vergeltung und unterwarf mir die Völker. Du hast mich von meinen Feinden befreit, mich über meine Gegner erhoben, dem Mann der Gewalt mich entrissen. Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern, ich will deinem Namen singen und spielen. Seinem König verlieh er große Hilfe, Huld erwies er seinem Gesalbten, David und seinem Stamm auf ewig.
Wie das Fett herausgehoben ist aus dem Opferfleisch, so David aus Israel. Er spielte mit Löwen, als wären es Ziegen, mit Bären, als wären es Schafe. In seiner Jugend erschlug er den Riesen und befreite das Volk von der Schmach, indem er mit der Hand die Schleuder schwang und Goliats Hochmut zerbrach. Denn er hatte Gott, den Höchsten, angerufen, und dieser gab seiner rechten Hand Kraft, um den kampferprobten Mann niederzustrecken und die Macht seines Volkes zu mehren. Darum haben ihn die Frauen besungen und ihm zugerufen: Zehntausend erschlug er! Als er die Krone trug, führte er Krieg und demütigte ringsum die Feinde. Er schlug die feindlichen Philister und zerbrach ihre Macht bis heute. Bei allen seinen Taten stimmte er Loblieder an auf Gott, den Höchsten, mit rühmenden Worten. Er liebte seinen Schöpfer von ganzem Herzen, alle Tage pries er ihn mit Liedern. Vor dem Altar ließ er Saiteninstrumente aufstellen und schuf Psalmweisen für die Harfenbegleitung. Den Festen verlieh er Glanz und verschönerte die Feiertage im Kreislauf des Jahres. Vom Lobgesang auf Gottes heiligen Namen hallte das Heiligtum wider schon vor dem Morgen. Der Herr verzieh ihm seine Sünde und begründete seine Macht für immer. Er übergab ihm das Königsgesetz und festigte seinen Thron über Israel.
Der Grund der geistlichen Gnadengaben ist, wie wir der Überlieferung der Vorfahren entnehmen, ein dreifacher. Die erste Ursache der Heilgabe nämlich ist es, wenn irgendwelchen auserwählten und gerechten Männern, je nach dem Verdienste ihrer Heiligkeit, die Gabe der Wunder zur Seite steht. So ist es ganz bekannt, dass die Apostel und viele Heilige auf die Autorität des Herrn hin Zeichen und Wunder taten, da er ja sagte: „Heilet die Kranken, erwecket Tote, reinigt die Aussätzigen und treibet die Teufel aus; umsonst habt ihr es erhalten, umsonst gebt es!“ (Mt 10,8). Die zweite Ursache ist es, wenn zur Erbauung der Kirche oder wegen des Glaubens jener, welche die Kranken bringen, oder auch der zu Heilenden die Kraft der Heilung auch von Sündern und Unwürdigen ausgeht. […] Anderseits aber, wenn bei jenen, welche die Kranken bringen, oder bei diesen selbst der Glaube fehlt, lässt er auch die, welchen die Gabe der Heilung verliehen ist, die gesundmachende Kraft nicht ausüben. Hiervon sagt der Evangelist Lukas: „Und nicht konnte Jesus unter ihnen Wunder wirken wegen ihres Unglaubens“ (Mk 6,5–6). […] Nun wird noch eine dritte Art von Heilgabe durch des Teufels Trug und Umtrieb vorgespiegelt. […] Im Evangelium wird gesagt: „Es werden falsche Christus aufstehen und falsche Propheten und werden große Zeichen und Wunder tun, so dass, wenn es möglich wäre, selbst die Auserwählten irre geführt würden“ (Mt 24,24). Wir müssen also jene, welche Solches zur Schau tragen, nie wegen dieser Macht bewundern, sondern vielmehr darauf sehen, ob sie durch Ausrottung aller Laster und Besserung der Sitten vollkommen seien. Das wird nicht nach dem Glauben eines Andern und nicht aus verschiedenen Ursachen, sondern gerade nach dem Eifer eines jeden durch die Gnadenspendung Gottes verliehen.
In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.
Als die Zeit herankam, da David sterben sollte, ermahnte er seinen Sohn Salomo: Ich gehe nun den Weg alles Irdischen. Sei also stark und mannhaft! Erfüll deine Pflicht gegen den Herrn, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen und befolg alle Gebote, Befehle, Satzungen und Anordnungen, die im Gesetz des Mose niedergeschrieben sind. Dann wirst du Erfolg haben bei allem, was du tust, und in allem, was du unternimmst. Und der Herr wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als er sagte: Wenn deine Söhne auf ihren Weg achten und aufrichtig mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen. David entschlief zu seinen Vätern und wurde in der Davidstadt begraben. Die Zeit, in der David über Israel König war, betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem dreiunddreißig Jahre. Salomo saß nun auf dem Thron seines Vaters David und seine Herrschaft festigte sich mehr und mehr.
Da pries David den Herrn vor der ganzen Versammlung und rief: Gepriesen bist du, Herr, Gott unseres Vaters Israel, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dein, Herr, sind Größe und Kraft, Ruhm und Glanz und Hoheit; dein ist alles im Himmel und auf Erden. Herr, dein ist das Königtum. Du erhebst dich als Haupt über alles. Dein, Herr, sind Größe und Kraft, Ruhm und Glanz und Hoheit; dein ist alles im Himmel und auf Erden. Herr, dein ist das Königtum. Du erhebst dich als Haupt über alles. Dein, Herr, sind Größe und Kraft, Ruhm und Glanz und Hoheit; dein ist alles im Himmel und auf Erden. Herr, dein ist das Königtum. Du erhebst dich als Haupt über alles. Reichtum und Ehre kommen von dir; du bist der Herrscher über das All. In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; von deiner Hand kommt alle Größe und Macht. Reichtum und Ehre kommen von dir; du bist der Herrscher über das All. In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; von deiner Hand kommt alle Größe und Macht. Reichtum und Ehre kommen von dir; du bist der Herrscher über die ganze Schöpfung. In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; von deiner Hand kommt alle Größe und Macht. Darum danken wir dir, unser Gott, und rühmen deinen herrlichen Namen.
Opfere deinen Sohn, gottgeweihte Jungfrau, und bringe dem Herrn die gebenedeite Frucht deines Leibes dar. Bringe das heilige, Gott wohlgefällige Opfer zu unser aller Versöhnung dar. […] Aber dieses Opfer, meine Brüder, scheint recht mild zu sein: Es wird dem Herrn nur dargebracht, mit zwei Tauben freigekauft und sogleich wieder mitgenommen. Doch der Tag wird kommen, an dem dieser Sohn nicht mehr im Tempel aufgeopfert wird, nicht in den Armen Simeons, sondern außerhalb der Stadt, in den Armen des Kreuzes. Es wird der Tag kommen, an dem er nicht mehr durch das Blut eines Opfertieres freigekauft wird, sondern mit seinem eigenen Blut die anderen freikaufen wird, weil Gott ihn zur Erlösung seines Volkes gesandt hat. Das wird dann das Abendopfer sein; dieses ist das Morgenopfer; dieses ist freudiger, jenes jedoch wird vollkommener sein; denn dieses wird nach der Geburt dargebracht, jenes in der Fülle des Alters. […] Doch was, meine Brüder, opfern denn wir? Was schenken wir ihm zurück für all das Gute, das er uns gegeben hat? Er hat für uns das kostbarste Opfer, das er hatte, dargebracht; ja, wahrhaftig, er hätte nichts Kostbareres geben können. Tun also auch wir, was wir können: Opfern wir ihm das Beste, was wir haben, nämlich das, was wir sind: uns selbst. Er hat sich selbst geopfert: Und du? Wer bist du, dass du zögerst, dich selbst zu opfern? Wer wird mir die Gnade gewähren, dass eine so große Majestät sich herablässt, meine Opfergabe anzunehmen? Herr, ich habe nur zwei geringe Dinge anzubieten: meinen Leib und meine Seele. Ach, könnte ich sie dir doch als vollkommenes Lobopfer darbringen! Welch eine Gnade wäre das für mich, ja, es ist viel herrlicher und nützlicher, dir geopfert zu werden, als mir selbst überlassen zu bleiben! Denn in mir selbst ist meine Seele unruhig, doch in dir wird mein Geist vor Freude hüpfen, wenn er dir wahrhaft geopfert wird.