Tagesevangelium

Mittwoch, 9 Februar 2022 : Kommentar Johannes Cassianus

Wenn ihr zu wahrer Erkenntnis der Heiligen Schrift kommen wollt, bemüht euch zuerst, eine unerschütterliche Demut des Herzens zu erlangen. Sie ist es, die euch nicht zu der Wissenschaft führt, die aufbläht, sondern zu jener, die erleuchtet, indem sie sich in Liebe verzehrt. Es ist unmöglich für eine Seele, die nicht rein ist, die Gabe geistlicher Erkenntnis zu erhalten. […] Wer keine reine Seele hat, kann die geistliche Erkenntnis nicht erlangen, auch wenn er noch so fleißig liest. Einem stinkenden und verdorbenen Gefäß vertraut man kein edles Duftöl, keinen hervorragenden Honig und keinen kostbaren Likör an. Ein Gefäß, das von abstoßenden Gerüchen durchdrungen ist, wird leichter auch das köstlichste Duftöl verseuchen, als dass es selbst etwas Süßes oder Angenehmes davon annimmt. Denn das Reine wird schneller verdorben als das Verdorbene gereinigt wird. So ist es auch mit dem Gefäß unsres Herzens: Bevor es nicht von der ekelhaften Ansteckung der Laster gänzlich gereinigt ist, wird es nicht gewürdigt werden, den Wohlgeruch des Segens zu empfangen, von dem der Prophet spricht: „Das ist wie köstliches Salböl, das vom Kopf hinabfließt auf den Bart, auf Aarons Bart, das auf sein Gewand hinabfließt“ (Ps 133(132),2); noch wird es die geistliche Erkenntnis oder die Worte der Heiligen Schrift unbefleckt bewahren, „die süßer sind als Honig, als Honig aus Waben“ (vgl. Ps 19(18),11). „Was haben denn Gerechtigkeit und Gesetzwidrigkeit miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemeinsam? Was für ein Einklang herrscht zwischen Christus und Beliar?“ (2 Kor 6,14–15).

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Mittwoch, 9 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 7,14-23.

In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

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Mittwoch, 9 Februar 2022 : Psalm 37(36),5-6.30-31.39-40ab.

Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen. Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht und dein Recht so hell wie den Mittag. Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit, und seine Zunge redet, was recht ist. Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, seine Schritte wanken nicht. Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not. Der Herr hilft ihnen und rettet sie, er rettet sie vor den Frevlern.

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Mittwoch, 9 Februar 2022 : Erstes Buch der Könige 10,1-10.

In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Salomos und kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen. Sie kam nach Jerusalem mit sehr großem Gefolge, mit Kamelen, die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen, trat bei Salomo ein und redete mit ihm über alles, was sie sich vorgenommen hatte. Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es gab nichts, was dem König verborgen war und was er ihr nicht hätte sagen können. Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Opfer, das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem. Sie sagte zum König: Was ich in meinem Land über dich und deine Weisheit gehört habe, ist wirklich wahr. Ich wollte es nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die Hälfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzüge übertreffen alles, was ich gehört habe. Glücklich sind deine Männer, glücklich diese deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Gepriesen sei Jahwe, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil Jahwe Israel ewig liebt, hat er dich zum König bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst. Sie gab dem König hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine sehr große Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam so viel Balsam in das Land, wie die Königin von Saba dem König Salomo schenkte.

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Dienstag, 8 Februar 2022 : Kommentar Hl. Augustinus

„Das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2). […] Paulus sagt, dass das Gesetz des Mose gegeben wurde, um unsere Schwachheit aufzuzeigen, und nicht nur um sie aufzuzeigen, sondern um sie zu vergrößern und uns dadurch zu zwingen, den Arzt zu suchen […]: „Wo jedoch die Sünde übermächtig wurde, ist die Gnade übergroß geworden“ (vgl. Röm 3,20, 5,20). […] Warum hat das erste Gesetz, das doch vom Finger Gottes geschrieben wurde (vgl. Ex 31,18), nicht diese so notwendige Gnadenhilfe gebracht? Weil es auf Tafeln von Stein geschrieben war und nicht auf Tafeln von Fleisch, welche unsere Herzen sind (2 Kor 3,3). […] Der Heilige Geist ist es, der nicht auf Stein, sondern ins Herz schreibt. „Das Gesetz des Geistes und des Lebens“ (Röm 8,2), das in das Herz und nicht auf Stein geschrieben ist, dieses Gesetz des Geistes und des Lebens, das in Jesus Christus ist, in dem das Pascha in aller Wahrheit gefeiert worden ist (vgl. 1 Kor 5,7–8), hat euch vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit. Wollt ihr einen Beweis für den klaren und deutlichen Unterschied, der das Alte Testament vom Neuen scheidet? […] So hört, was der Herr durch den Mund eines Propheten gesprochen hat […]: „Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz“ (Jer 31,33). Wenn also das Gesetz Gottes in dein Herz eingeschrieben ist, erzeugt es keine Angst [wie am Sinai], sondern breitet in deiner Seele eine geheime Süße aus.

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Dienstag, 8 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 7,1-13.

In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

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Dienstag, 8 Februar 2022 : Psalm 84(83),3.4.5.10.11.

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott. Auch der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen - deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König. Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben. Gott, sieh her auf unsern Schild, schau auf das Antlitz deines Gesalbten! Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler.

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Dienstag, 8 Februar 2022 : Erstes Buch der Könige 8,22-23.27-30.

In jenen Tagen trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des Herrn, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete: Herr, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben. Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet. Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll. Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet. Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten. Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst. Höre sie und verzeih!

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Montag, 7 Februar 2022 : Kommentar Hl. Leo der Große

Indem unser Herr Jesus Christus als wahrer Mensch geboren wurde, er, der nie aufgehört hat, wahrer Gott zu sein, hat er in sich den Anbruch der neuen Schöpfung verwirklicht, und in seiner Geburt hat er der Menschheit einen geistlichen Neubeginn geschenkt. Welcher Verstand könnte ein solches Geheimnis verstehen, wer könnte eine solche Gnade beschreiben? Ungerechtigkeit wird wieder zu Unschuld, Altes wird zu Neuem; Fremde werden an Kindes statt angenommen und Menschen, die von außerhalb kommen, treten den Besitz des Erbes an. Frevler werden zu Gerechten, Habgierige zu Großzügigen, Unzüchtige zu Keuschen; irdisch gesinnte zu geistlich gesinnten Menschen. Woher kommt eine solche Veränderung, wenn nicht von „der Rechten des Höchsten“ (vgl. Ps 77(76),11)? Das ist der Sohn Gottes, der gekommen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören; er hat sich uns eingegliedert und uns sich, sodass der Herabstieg Gottes in die Welt des Menschen zu einer Erhebung des Menschen in die Welt Gottes wurde. […] Lass deine Augen das sinnenhafte Licht empfangen, aber umfasse mit deinem ganzen Geist jenes wahre Licht, das „jeden Menschen erleuchtet und in die Welt kam“ (vgl. Joh 1,9), und von dem der Prophet sagt: „Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten“ (Ps 34(33),6). Wenn wir wirklich der Tempel Gottes sind und der Geist Gottes in uns wohnt (vgl. 1 Kor 3,16), dann ist das, was jeder Gläubige in seiner Seele trägt, wertvoller als das, was man im Himmel bewundern kann.

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Montag, 7 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 6,53-56.

In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

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