Tagesevangelium

Samstag, 26 Februar 2022 : Kommentar Hl. Leo der Große

Christus liebt also die Kleinen, deren Natur er zuerst dem Leibe und der Seele nach annahm. Er liebt die Kleinen, da sie uns Demut lehren, ein Vorbild der Unschuld sind und in sich die Sanftmut verkörpern. Er liebt die Kleinen, denn auf sie weist er die Erwachsenen in ihrer Gesinnung hin, und zu Kindern lässt er die Menschen wieder in ihren alten Tagen werden. Und nach seinem Vorbilde erniedrigt er jene, die er zum ewigen Reiche emporführt. Damit wir aber vollkommen zu erkennen vermögen, auf welche Weise man zu einer solchen Umkehr kommen kann und durch welche Änderung wir wie die Kinder werden wollen, so lasst uns darüber die Worte des seligen Apostel Paulus hören: „Werdet nicht Kinder an Einsicht, sondern seid Kindlein in der Bosheit!“ (1 Kor 14,20). Nicht zu den Tändeleien der Kindheit also oder zu den Unvollkommenheiten unserer Jugendjahre sollen wir zurückkehren, sondern solche Eigenschaften aus jener Zeit annehmen, die auch dem reiferen Alter ziemen! Schnell lasst uns darum unseren Ärger unterdrücken und rasch die Hand zur Versöhnung bieten! Aufhören soll jedes Nachtragen von Beleidigungen, aufhören jedes Verlangen nach Glanz und Würde! Gerne verkehre man miteinander, und unter allen herrsche natürliche Gleichheit! Ist es doch ein großes Gut, niemand schaden zu können und in Ränken unerfahren zu sein […], dass man niemand Böses mit Bösem vergilt. In dieser Hinsicht den Kindern ähnlich zu werden […] Diese Art der Demut legt uns der von den Weisen angebetete im Kindesalter stehende Erlöser ans Herz.

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Samstag, 26 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,13-16.

In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

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Samstag, 26 Februar 2022 : Psalm 141(140),1-2.3.8.

Herr, ich rufe zu dir. Eile mir zu Hilfe; höre auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe. Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe. Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, eine Wehr vor das Tor meiner Lippen! Mein Herr und Gott, meine Augen richten sich auf dich; bei dir berge ich mich. Gieß mein Leben nicht aus!

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Samstag, 26 Februar 2022 : Brief des Jakobus 5,13-20.

Brüder! Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen. Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten. Elija war ein Mensch wie wir; er betete inständig, es solle nicht regnen, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf der Erde. Und er betete wieder; da gab der Himmel Regen und die Erde brachte ihre Früchte hervor. Meine Brüder, wenn einer bei euch von der Wahrheit abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann sollt ihr wissen: Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu.

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Freitag, 25 Februar 2022 : Kommentar Jakobus von Saroug

„Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“, sprach Gott (Gen 1,26). Ein einfaches Gebot hatte die anderen Wesen der Schöpfung hervorgebracht: „Es werde Licht“ (Gen 1,3) oder „Es werde ein Firmament“ (vgl. Gen 1,6). Dieses Mal jedoch sprach Gott nicht etwa: „Es sollen Menschen werden“, sondern: „Lasst uns Menschen machen“. Er hielt es also für angemessen, dass dieses Abbild seiner selbst, das allen anderen Geschöpfen überlegen ist, von seinen eigenen Händen geformt werden sollte. Dieses Werk war ihm besonders nahe; er liebte es mit großer Liebe […]. Adam ist das Ebenbild Gottes, weil er das Bildnis des Eingeborenen Sohnes trägt […] In gewisser Weise wurde Adam sowohl einfach als auch zweifach erschaffen; Eva war schon verborgen in ihm. Noch vor ihrer Erschaffung waren die Menschen zur Ehe bestimmt, die die beiden, Mann und Frau, wieder zu einem Leib machen würde, wie am Anfang. Kein Streit und keine Zwietracht sollte sie entzweien. Sie würden ein und denselben Gedanken und ein und denselben Willen haben […]. Der Herr formte Adam aus Staub und aus Wasser; Eva bildete er aus Adams Fleisch, Knochen und Blut (vgl. Gen 2,21). Der tiefe Schlaf des ersten Menschen nahm das Mysterium der Kreuzigung voraus: Die Öffnung der Seite war der Lanzenstoß, den man dem Eingeborenen Sohn zufügte; der Schlaf war der Tod am Kreuz; Blut und Wasser waren die Fruchtbarkeit der Taufe (vgl. Joh 19,34). […] Wasser und Blut aber, die aus der Seite des Erlösers flossen, sind der Ursprung der neuen Schöpfung, der Welt des Geistes […] Adam litt nicht unter der Entnahme, die an seinem Fleisch vorgenommen wurde; was ihm weggenommen worden war, wurde ihm – von Schönheit verklärt – zurückgegeben. Das Wehen des Windes, das Rauschen der Bäume, der Gesang der Vögel riefen den Brautleuten zu: „Steht auf, ihr habt genug geschlafen! Das Hochzeitsfest wartet auf euch!“ […] Adam sah Eva an seiner Seite, jene, die von seinem Fleisch und Bein war, seine Tochter, seine Schwester, seine Braut. Sie standen auf, eingehüllt in ein Gewand aus Licht, und gingen in den Tag hinein, der ihnen zulächelte. Sie waren im Paradies.

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Freitag, 25 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,1-12.

In jener Zeit kam Jesus nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

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Freitag, 25 Februar 2022 : Psalm 103(102),1-2.3-4.8-9.11-12.

Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: Der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt. Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte. Er wird nicht immer zürnen, nicht ewig im Groll verharren. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten. So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns.

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Freitag, 25 Februar 2022 : Brief des Jakobus 5,9-12.

Klagt nicht übereinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Seht, der Richter steht schon vor der Tür. Brüder, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben. Wer geduldig alles ertragen hat, den preisen wir glücklich. Ihr habt von der Ausdauer des Ijob gehört und das Ende gesehen, das der Herr herbeigeführt hat. Denn der Herr ist voll Erbarmen und Mitleid. Vor allem, meine Brüder, schwört nicht, weder beim Himmel noch bei der Erde noch irgendeinen anderen Eid. Euer Ja soll ein Ja sein und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.

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Donnerstag, 24 Februar 2022 : Kommentar Tertullian

Christus Jesus, unser Herr, […] hat es während seines ganzen Aufenthaltes auf Erden selber laut verkündet, was er war, was er gewesen, welchen Ratschluss seines Vaters er ausführe, und welche Vorschriften er den Menschen für ihr Handeln gebe, sowohl öffentlich vor dem Volk als im geheimen vor seinen Schülern, aus deren Zahl er die zwölf vorzüglichsten, als die vorherbestimmten Lehrer der Völker, an seine Seite heranzog. Da einer von ihnen abgefallen und ausgestoßen war, trug er beim Weggang zum Vater nach seiner Auferstehung den noch übrigen elf auf, hinzugehen, um alle Nationen zu lehren und sie zu taufen auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist (vgl. Mt 28,19). Die Apostel – das heißt „Gesandte“ – gesellten sich dann sofort, auf die Autorität einer Prophetie hin, welche sich in einem Psalm Davids findet, an Stelle des Judas den Matthias durch das Los bei, empfingen die ihnen zum Wunderwirken und Predigen verheißene Kraft des Heiligen Geistes, bezeugten so zuerst in Judäa den Glauben an Jesus Christus und stifteten Gemeinden; danach durcheilten sie den Erdkreis und verkündeten dieselbe Glaubenslehre auch den Heiden. Und so gründeten sie in jeder Stadt Gemeinden, von welchen die späteren Gemeinden nachher einen Ableger des Glaubens und die Samenkörner der Lehre entliehen […] Als Beweise für die Einheit dienen: das gegenseitige Gewähren des Friedens, die Benennung „Bruderschaft“ und die gegenseitige Pflege der Gastfreundschaft, drei Rechte, welche durch keinen anderen Grund bestimmt werden, als durch die eine Überlieferung derselben Glaubenslehre. […] Was aber der Inhalt ihrer Verkündigung oder mit anderen Worten der ihnen von Christus gegebenen Offenbarung gewesen sei, das darf […] auf keinem anderen Wege bewiesen werden, als eben durch dieselben Kirchen, welche die Apostel persönlich gegründet haben, indem sie selbst ihnen predigten, sowohl durch das lebendige Wort, wie man zu sagen pflegt, als auch nachher noch durch Briefe.

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Donnerstag, 24 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 15,9-17.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

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