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Ich könnte sagen: Sie sollen nicht mehr sein, kein Mensch soll später noch an sie denken, müsste ich nicht auch ihren Feind angreifen, der meinen Zorn erregt, ihre Gegner, die sich nicht täuschen sollen, die nicht sagen sollen: Unsere Hand ist erhoben, der Herr hat nichts von allem getan. Doch diesem Volk fehlt es an Rat, ihm mangelt es an Verstand. Wären sie klug, so begriffen sie alles und verstünden, was in Zukunft mit ihnen geschieht. Wie kann ein einziger hinter tausend herjagen, und zwei zehntausend in die Flucht schlagen, es sei denn, ihr Fels hat sie verkauft, der Herr hat sie preisgegeben? Der Tag ihres Verderbens ist nah, und ihr Verhängnis kommt schnell. Ja, der Herr wird seinem Volk Recht geben und mit seinen Dienern Mitleid haben.
Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sag zum Fürsten von Tyrus: So spricht Gott, der Herr: Dein Herz war stolz, und du sagtest: Ich bin ein Gott, einen Wohnsitz für Götter bewohne ich mitten im Meer. Doch du bist nur ein Mensch und kein Gott, obwohl du im Herzen geglaubt hast, dass du wie Gott bist. Gewiss, du bist weiser als Daniel. Kein Geheimnis war dir zu dunkel. Durch deine Weisheit und Einsicht schufst du dir Reichtum. Mit Gold und Silber fülltest du deine Kammern. Durch deine gewaltige Weisheit, durch deinen Handel hast du deinen Reichtum vermehrt. Doch dein Herz wurde stolz wegen all deines Reichtums. Darum - so spricht Gott, der Herr: Weil du im Herzen geglaubt hast, dass du wie Gott bist, darum schicke ich Fremde gegen dich, tyrannische Völker. Sie zücken das Schwert gegen all deine prächtige Weisheit, entweihen deinen strahlenden Glanz. Man stößt dich hinab in das Grab; wie einer durchbohrt wird und stirbt, so stirbst du mitten im Meer. Willst du dann angesichts deiner Mörder noch sagen: Ich bin ein Gott? Du bist nur ein Mensch und kein Gott in der Hand deiner Mörder. Wie Unbeschnittene sterben, so stirbst du durch Fremde; denn ich habe gesprochen - Spruch Gottes, des Herrn.
O Jungfrau, Tempel der Dreifaltigkeit, der gütige Gott hat auf deine Niedrigkeit geschaut. Er sendet einen Boten, um dir verkünden zu lassen, dass Gott aus dir geboren werden will. Der Engel bringt dir den Gruß der Gnade […], er gibt dir Auskunft, du willigst ein, und sogleich nimmt der Gott der Herrlichkeit in dir Fleisch an. In dieser Freude, so bitten wir dich, mache uns diesen großen König gewogen. […] Deine zweite Freude: Da du, o Stern, die Sonne gebarst […], fügt diese Geburt dir weder Veränderung noch Schmerz zu. So wie die Blume ihre Pracht nicht verliert, wenn sie ihren Duft verströmt, so kann deine Jungfräulichkeit keinen Schaden nehmen, wenn der Schöpfer aus dir geboren werden will. Maria, du Mutter der Güte, sei uns der gerade Weg zu deinem Sohn. […] Ein Stern verkündet dir die dritte Freude: jener Stern, den du über deinem Sohn stehenbleiben siehst, damit die Weisen ihn anbeten und ihm die vielfältigen Schätze der Erde darbringen können. […] Maria, du Stern der Welt, reinige uns von der Sünde. Die vierte Freude wird dir geschenkt, da Christus von den Toten aufersteht […]: Die Hoffnung lebt auf, der Tod wird vertrieben. Welch großen Anteil hast du an diesen Wundern, du Gnadenvolle (Lk 1,28)! Der Feind ist besiegt […], der Mensch ist befreit und erhebt sich zum Himmel. Mutter des Schöpfers, o bitte doch inständig, dass wir durch diese österliche Freude nach der Mühsal dieses Lebens in die himmlischen Chöre aufgenommen werden! Deine fünfte Freude: Als du deinen Sohn in den Himmel auffahren sahst, offenbarte dir die Herrlichkeit, die ihn umgab, mehr denn je, wessen Mutter du warst: die deines eigenen Schöpfers. Zum Himmel auffahrend zeigte er den Weg, auf dem der Mensch zu den himmlischen Wohnungen aufsteigt. […] Durch diese neue Freude, Maria, führe uns in den Himmel, damit wir uns mit dir und deinem Sohn der ewigen Glückseligkeit erfreuen. […] Der göttliche Paraklet, der in Gestalt von Feuerzungen die Apostel stärkt […] und erleuchtet, er ist es, der dir noch die sechste Freude bringt: die Heilung des Menschen, den seine Zunge ins Verderben gestürzt hatte, und die Reinigung seiner Seele von der Sünde. Durch die Freude dieser Heimsuchung, o Jungfrau Maria, bitte deinen Sohn, dass er alle Makel in uns tilge für den Tag des Gerichts. Christus hat dich zur siebten Freude eingeladen, als er dich aus dieser Welt in sein himmlisches Reich rief und auf den Thron erhob, wo dir unvergleichliche Ehre zuteilwird. Mehr als jeder andere Bewohner des Himmels bist du von Herrlichkeit umgeben. […] O Jungfrau, Mutter der Güte, lass uns deine Zärtlichkeit erfahren. […] Reinige uns durch deine Freude, führe uns zur ewigen Wonne. Nimm uns mit dir in die Freude des Paradieses. Amen.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen. das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.
Brüder! Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Sonst hätte er ihm nicht alles zu Füßen gelegt.
Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm! Man geleitet sie mit Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs. Ich will deinen Namen rühmen von Geschlecht zu Geschlecht; darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar. Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.
„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“: Ich bin von der Höhe des Himmels herabgestiegen und habe mich durch das Geheimnis meiner Menschwerdung den Menschen offenbart, um in den menschlichen Herzen das Feuer der göttlichen Liebe zu entzünden. „Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ – das heißt: dass es sich entfache und zu einer Flamme werde, die durch den Heiligen Geist genährt wird, und Taten der Güte hervorbringe! Christus kündet daraufhin an, dass er den Kreuzestod erleiden wird, bevor das Feuer dieser Liebe die Menschheit entzündet. Und tatsächlich ist es das heiligste Leiden Christi, das der Menschheit ein so großes Geschenk erwirkt hat, und es ist vor allem die Erinnerung an sein Leiden, die eine Feuerflamme in den treuen Herzen entzündet. „Ich muss mit einer Taufe getauft werden“, anders gesagt: Mir kommt es zu und ist mir durch eine Verfügung Gottes vorherbestimmt, eine Bluttaufe zu empfangen: mich wie in Wasser zu baden und unterzutauchen in meinem am Kreuz vergossenen Blut, um die ganze Welt zu erlösen. „Und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist“, mit anderen Worten, bis mein Leiden vollendet ist und ich sagen kann: „Es ist vollbracht!“ (Joh 19,30).
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.
Brüder! Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt. Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren. Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.