Tagesevangelium

Donnerstag, 22. September : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,7-9.

In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes von allem, was durch Jesus geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.

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Donnerstag, 22. September : ps 90(89),3-4.5-6.12-13.14.17.

Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“ Denn tausend Jahre sind für dich, wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht. Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus; sie gleichen dem sprossenden Gras. Am Morgen grünt es und blüht, am Abend wird es geschnitten und welkt. Unsere Tage zu zählen, lehre uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz. Herr, wende dich uns doch endlich zu! Hab Mitleid mit deinen Knechten! Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage. Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes. Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

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Mittwoch, 21. September : Hl. Irenäus von Lyon

Sie zogen nicht eher aus bis an die Grenzen der Erde, allen die frohe Botschaft zu bringen und den himmlischen Frieden den Menschen zu verkünden, als unser Herr von den Toten auferstanden war und sie alle die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hatten, der über sie kam. Dadurch empfingen sie die Fülle von allem und die vollkommene Erkenntnis, und so besitzt auch jeder einzelne von ihnen das Evangelium Gottes. Matthäus verfaßte seine Evangelienschrift bei den Hebräern in hebräischer Sprache, als Petrus und Paulus zu Rom das Evangelium verkündeten und die Kirche gründeten. Nach deren Tode zeichnete Markus, der Schüler und Dolmetscher Petri, dessen Predigt für uns auf. Ähnlich hat Lukas, der Begleiter Pauli, das von diesem verkündete Evangelium in einem Buch niedergelegt. Zuletzt gab Johannes, der Schüler des Herrn, der an seiner Brust ruhte, während seines Aufenthaltes zu Ephesus in Asien das Evangelium heraus. Matthäus verkündet seine menschliche Geburt mit den Worten: „Buch der Abstammung Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams … Und mit der Geburt Jesu Christi verhielt es sich folgendermaßen“ (Mt 1,1.18). Dieses Evangelium hat also die menschliche Gestalt, und in seinem ganzen Verlauf ist der sanfte und demütige Mensch beibehalten worden. […] Der Apostel Matthäus wusste, dass der Gott, welcher dem Abraham die Verheißung gab, dass er seinen Samen „wie die Sterne des Himmels“ machen werde (vgl. Gen 15,5), derselbe sei wie jener, der durch seinen Sohn Jesus Christus uns von der Anbetung der Steine zu seiner Erkenntnis berufen hat, damit „das Nichtvolk zum Volke und die Nichtgeliebte zur Geliebten werde“ (vgl. Röm 9,25).

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Mittwoch, 21. September : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 9,9-13.

In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

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Mittwoch, 21. September : ps 19(18),2-3.4-5ab.

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

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Dienstag, 20. September : Isaak von Stella

Die Jungfrau Maria nimmt zu Recht den ersten Platz in der Versammlung der Gerechten ein, sie, die den Ersten von allen wirklich geboren hat. Christus ist tatsächlich „der Erstgeborene von vielen Brüdern“ (Röm 8,29). […] Was zu Recht in den göttlich inspirierten Schriften über diese jungfräuliche Mutter, nämlich die Kirche, im Allgemeinen gesagt wird, trifft im Besonderen auf die Jungfrau Maria zu; und was im Besonderen von der jungfräulichen Mutter, die Maria ist, gesagt wird, das wird im Allgemeinen von der jungfräulichen Mutter Kirche verstanden. Wenn ein Text von der einen oder der anderen spricht, kann das Gesagte fast unterschiedslos auf die eine wie auf die andere angewendet werden. Jede gläubige Seele ist auf ihre Weise auch Braut des Wortes Gottes, Mutter, Tochter und Schwester Christi, jungfräulich und fruchtbar zugleich. Die Weisheit Gottes selbst, das Wort des Vaters, bezeichnet gleichzeitig die Kirche im umfassenden Sinn, Maria in einem ganz besonderen Sinn, und jede gläubige Seele im Einzelnen. […] Die Schrift sagt: „Ich fasse Wurzel im Erbbesitz des Herrn“ (vgl. Sir 24,12). Der Erbbesitz des Herrn ist die Kirche im Allgemeinen, Maria im Besonderen, und jede gläubige Seele im Einzelnen. […] Im Schoße Mariens wohnte Christus neun Monate lang, im Glauben der Kirche wird er bis zum Ende dieser Welt wohnen und in der Erkenntnis und Liebe der Seele des Gläubigen bis in alle Ewigkeit.

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Dienstag, 20. September : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,19-21.

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

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Dienstag, 20. September : ps 119(118),1.27.30.34.35.44.

Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, die leben nach der Weisung des Herrn. Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen, dann will ich nachsinnen über deine Wunder. Ich wählte den Weg der Wahrheit; nach deinen Urteilen hab’ ich Verlangen. Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge und mich an sie halte aus ganzem Herzen. Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote! Ich habe an ihm Gefallen. Ich will deiner Weisung beständig folgen, auf immer und ewig.

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Dienstag, 20. September : Buch der Sprüche 21,1-6.10-13.

Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er lenkt es, wohin er will. Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen. Gerechtigkeit üben und Recht ist dem Herrn lieber als Schlachtopfer. Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler versagt. Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel. Wer Schätze erwirbt mit verlogener Zunge, jagt nach dem Wind, er gerät in die Schlingen des Todes. Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen. Muss der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an. Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt. Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.

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Montag, 19. September : Hl. Johannes Chrysostomus

Nichts ist kälter als ein Christ, der nicht darauf bedacht ist, andere zu retten. In dieser Hinsicht kannst du dich nicht auf deine Armut berufen: Die Witwe, die ihre zwei kleinen Münzen gespendet hat, würde aufstehen, um dich anzuklagen (vgl. Lk 21,2). Auch Petrus, der sagte: „Silber und Gold besitze ich nicht“ (Apg 3,6). Ebenso Paulus, der so arm war, dass er oft Hunger litt und ihm das Nötige zum Leben fehlte (vgl. 1 Kor 4,11). Du kannst auch nicht deine niedere Herkunft vorschützen, denn auch sie kamen aus bescheidenen Verhältnissen. Deine Unwissenheit ist auch keine bessere Entschuldigung, denn auch sie waren ungebildet. […] Du kannst dich auch nicht auf Krankheit berufen, denn auch Timotheus wurde häufig von Krankheiten heimgesucht (vgl. 1 Tim 5,23). […] Ein jeder kann seinem Nächsten nützlich sein, wenn er nur bereit ist, das zu tun, was ihm möglich ist. […] Sag nicht, es sei dir unmöglich, andere [zum Glauben] zurückzuführen; denn wenn du Christ bist, ist es unmöglich, dass so etwas nicht eintritt. Jeder Baum bringt seine Frucht (vgl. Mt 7,17f.), und da es in der Natur keinen Widerspruch gibt, ist das, was wir sagen, ebenfalls wahr, denn es leitet sich von der Natur des Christen selbst ab. […] Es ist leichter für das Licht, zur Finsternis zu werden, als für einen Christen, nicht zu strahlen.

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