Tagesevangelium

Samstag, 30. Juli : Diadochos von Photike

Wer an seinem Leben hängt (Joh 12,25), kann Gott nicht lieben; wer jedoch aufgrund des überströmenden Reichtums der göttlichen Liebe nicht an sich selbst hängt, der liebt Gott. Ein solcher Mensch sucht nie seine eigene Ehre, sondern die Ehre Gottes. Denn wer sein eigenes Leben liebt, sucht seine eigene Ehre; wer Gott anhängt, liebt die Ehre seines Schöpfers. Denn es ist das Merkmal einer für die Liebe Gottes empfänglichen Seele, dass sie beständig nach der Ehre Gottes trachtet, sooft sie die Gebote erfüllt, und sich über ihr eigenes Kleinwerden freut. Denn die Ehre gebührt Gott aufgrund seiner Größe, und das Kleinwerden gebührt dem Menschen, denn so wird er zu einem Vertrauten Gottes. Wenn wir so handeln, werden wir nach dem Beispiel Johannes des Täufers fröhlich sein und beginnen, ohne Unterlass zu wiederholen: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30).

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Samstag, 30. Juli : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 14,1-12.

In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen. Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen. Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

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Samstag, 30. Juli : ps 69(68),15-16.30-31.33-34.

Entreiß mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke. Zieh mich heraus aus dem Verderben, aus dem tiefen Wasser! Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, die Tiefe mich verschlingt, der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt. Ich aber bin elend und voller Schmerzen; doch deine Hilfe, Gott, wird mich erhöhen. Ich will im Lied den Namen Gottes loben, ich will ihn mit Dank erheben. Die Gebeugten haben es gesehen und sie freuen sich! Ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! Denn der Herr hört auf die Armen, seine Gefangenen verachtet er nicht.

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Samstag, 30. Juli : Buch Jeremia 26,11-16.24.

In jenen Tagen sagten die Priester und Propheten zu den Beamten und zum ganzen Volk: Dieser Mann hat den Tod verdient; denn er hat gegen diese Stadt geweissagt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. Jeremia aber erwiderte allen Beamten und dem ganzen Volk: Der Herr hat mich gesandt, damit ich als Prophet gegen dieses Haus und diese Stadt alle Worte verkünde, die ihr gehört habt. Nun also, bessert euer Verhalten und euer Tun, und hört auf die Stimme des Herrn, eures Gottes! Dann wird den Herrn das Unheil reuen, das er euch angedroht hat. Ich selbst bin in eurer Hand; macht mit mir, was ihr für gut und recht haltet. Aber das sollt ihr wissen: Wenn ihr mich tötet, bringt ihr unschuldiges Blut über euch, über diese Stadt und ihre Einwohner. Denn der Herr hat mich wirklich zu euch gesandt, damit ich euch alle diese Worte in die Ohren rufe. Da sagten die Beamten und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann hat den Tod nicht verdient; denn er hat zu uns im Namen des Herrn, unseres Gottes, geredet. Ahikam jedoch, der Sohn Schafans, beschützte Jeremia, so dass man ihn nicht dem Volk auslieferte, das ihn töten wollte.

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Freitag, 29. Juli : Hl. John Henry Newman

Christus ging hin, um Lazarus aufzuerwecken, und der Ruhm dieses Wunders sollte den unmittelbaren Anlass zu seiner Verhaftung und Kreuzigung geben (vgl. Joh 11,46ff.). […] Er [Jesus] fühlte, dass die Auferweckung des Lazarus um den Preis seines eigenen Opfers geschehen würde; dass er selbst in die Grabhöhle hinabsteigen würde, die Lazarus nun verließ. Er fühlte, dass Lazarus leben, er selbst aber sterben würde. Umkehrung der Dinge. Das Festmahl sollte in Martas Haus stattfinden (vgl. Joh 12,1f.), doch das letzte Pascha der Schmerzen blieb für ihn übrig. Und Jesus wusste, dass diese Umkehrung eine seinerseits völlig freiwillig angenommene war: War er doch aus dem Schoß des Vaters gekommen, um mit seinem Blut das Sühnopfer für alle Sünden zu sein und dadurch alle Gläubigen aus dem Grab aufzuerwecken, so wie er nun im Begriff war, Lazarus aufzuerwecken; und er wollte sie nicht nur für eine gewisse Zeitspanne auferwecken, sondern für ewig. […] Indem er also sein Vorhaben in seiner ganzen, vollen Bedeutung erwog, während er nun einen einzelnen Akt der Barmherzigkeit vollzog, sagte er zu Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Nehmen wir uns diese tröstlichen Gedanken zu Herzen, sowohl bei der Betrachtung unseres eigenen Todes als auch beim Tod unserer Freunde. Wo immer der Glaube an Christus ist, da ist Christus selbst. Er fragte Marta: „Glaubst du das?“ Wo immer ein Herz antworten kann: „Ja, Herr, ich glaube“, da ist Christus gegenwärtig. Dort steht unser Herr, wenn auch unsichtbar, über dem Sterbebett oder über dem Grab; sei es, dass wir selbst untergehen, sei es, dass diejenigen, die uns lieb sind, untergehen. Gepriesen sei sein Name! Denn nichts und niemand kann uns diesen Trost nehmen: Wir werden durch seine Gnade so sicher sein, dass er in Liebe über uns wacht, als ob wir ihn sähen. Nachdem wir die Geschichte des Lazarus erfahren haben, werden wir keinen Augenblick daran zweifeln, dass er [Christus] stets unser gedenkt und uns zur Seite steht. […]

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Freitag, 29. Juli : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,38-42.

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.

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Freitag, 29. Juli : ps 34(33),2-3.4-5.6-7.8-9.10-11.

Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen. Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, er hat mich all meinen Ängsten entrissen. Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten. Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten. Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren, und er befreit sie. Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; wohl dem, der zu ihm sich flüchtet! Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel. Reiche müssen darben und hungern; wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.

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Freitag, 29. Juli : Erster Johannesbrief 4,7-16.

Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.

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Donnerstag, 28. Juli : Hl. Augustinus

Auch der Herr, dieses unerreichte Vorbild der Geduld, der sogar unter seinen zwölf Aposteln bis zur Stunde seines Leidens einen Teufel duldete (vgl. Joh 6,70f.), hat gesprochen: „Laßt beides wachsen bis zur Ernte, damit ihr nicht, indem ihr das Unkraut sammeln wollt, zugleich auch den Weizen mitausreißt!“ (Mt 13,29f.). Er hat aber auch in dem bekannten Gleichnis von der Kirche vorhergesagt, dass die Netze bis ans Ufer, d.h. nämlich bis ans Ende der Welt, gute und schlechte Fische haben werden (Mt 13,47ff.). So hat er noch mancherlei über die Vermischung der Guten und Bösen bald in klaren Worten, bald in Gleichnissen gesprochen; und doch glaubte er deshalb nicht, man dürfe die Zucht in der Kirche aufgeben. Nein, im Gegenteil: er fordert vielmehr zu ihrer Handhabung auf mit den Worten: „Sehet zu! Wenn dein Bruder gegen dich gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen […]“ (Mt 18,15) […] Auch in dem Falle, den wir gerade behandeln sehen manche nur auf jene strengen Gebote, die uns ermahnen, Ruhestörer zurechtzuweisen, das Heilige nicht den Hunden vorzuwerfen, einen Verächter der Kirche den Heiden gleichzuachten und ein Glied, das uns ärgert, von der Verbindung mit dem Körper zu trennen (1 Thess 5,14; Mk 7,27; Mt 18,17; 5,29). Solche Leute bringen aber Unruhe in die Kirche, da sie schon vor der Zeit das Unkraut aussondern wollen und so blind in ihren Irrtum verrannt sind, dass sie sich lieber selbst von der Einheit mit Christus trennen […] […] so beschleiche unser Herz nicht der unchristliche und verderbliche Wahn, als müssten wir uns von solchen Menschen trennen, um uns nicht selbst mit ihren Sünden zu verunreinigen. Wir dürfen auch nicht den Versuch machen, einzelne Schüler als Reine und Heilige von der alle verbindenden Einheit weg an uns zu ziehen, gerade als hätten wir sie damit von der Gesellschaft der Bösen getrennt. Vielmehr sollen wir uns in solchen Fällen der Gleichnisse der Heiligen Schrift, der göttlichen Weissagungen oder zuverlässiger Beispiele erinnern, wodurch uns ganz deutlich vorausgesagt ist, dass in der Kirche bis ans Ende der Welt und bis zum Tag des Gerichtes mit den Guten immer auch Böse vermischt sein werden, ohne dass sie den Guten schaden, die zwar die nämliche kirchliche Einheit und die nämlichen Sakramente haben [wie die Bösen], mit ihren Werken aber keineswegs einverstanden sind.

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Donnerstag, 28. Juli : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,47-52.

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

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