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In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.
Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm! Die Königstochter ist herrlich geschmückt, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen. Man geleitet sie in buntgestickten Kleidern zum König, Jungfrauen sind ihr Gefolge, ihre Freundinnen führt man zu dir. Man geleitet sie mit Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs. An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne; du bestellst sie zu Fürsten im ganzen Land.
Brüder! Was die Frage der Ehelosigkeit angeht, so habe ich kein Gebot vom Herrn. Ich gebe euch nur einen Rat als einer, den der Herr durch sein Erbarmen vertrauenswürdig gemacht hat. Ich meine, es ist gut wegen der bevorstehenden Not, ja, es ist gut für den Menschen, so zu sein. Bist du an eine Frau gebunden, suche dich nicht zu lösen; bist du ohne Frau, dann suche keine. Heiratest du aber, so sündigst du nicht; und heiratet eine Jungfrau, sündigt auch sie nicht. Freilich werden solche Leute irdischen Nöten nicht entgehen; ich aber möchte sie euch ersparen. Denn ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.
Die einzelne Menschenseele ein Tempel Gottes – das eröffnet uns einen ganz neuen großen Ausblick. Das Gebetsleben Jesu sollte der Schlüssel zum Verständnis des Gebetes der Kirche sein. Wir sahen: Christus hat an dem öffentlichen und verordneten Gottesdienst seines Volkes (d. h. an dem, was man als „Liturgie“ zu bezeichnen pflegt) teilgenommen […] eben damit hat er die Liturgie des Alten Bundes in die des Neuen Bundes übergeführt. Aber Jesus hat nicht nur am öffentlichen und verordneten Gottesdienst teilgenommen. Vielleicht noch häufiger als davon berichten die Evangelien von einsamem Gebet in der Stille der Nacht, auf freier Bergeshöhe, in der menschenfernen Wüste. Vierzig Tage und Nächte des Gebets gingen der öffentlichen Wirksamkeit Jesu, voraus. Ehe er seine zwölf Apostel auswählte und entsandte, zog er sich zum Gebet in die Bergeseinsamkeit zurück. Durch seine Ölbergstunde bereitete er sich auf den Gang nach Golgotha vor. Was er in dieser schwersten Stunde seines Lebens zum Vater emporrief, ist uns in einigen kurzen Worten offenbart worden. Worte, die uns als Leitsterne gegeben sind für unsere Ölbergstunden. „Vater, wenn du willst, so lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Sie sind wie ein Blitz, der für einen Augenblick das innerste Seelenleben Jesu vor uns aufleuchten lässt, das unergründliche Geheimnis seines gottmenschlichen Seins und seiner Zwiesprache mit dem Vater. Sicherlich war diese Zwiesprache eine lebenslange, niemals unterbrochene.
In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel. Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.
Singet dem Herrn ein neues Lied! Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen. Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen, die Kinder Zions über ihren König jauchzen. Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz, ihm spielen auf Pauken und Harfen. Der Herr hat an seinem Volk Gefallen, die Gebeugten krönt er mit Sieg. In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken, auf ihren Lagern jauchzen: Loblieder auf Gott in ihrem Mund, herrlich ist das für all seine Frommen.
Der Herr wird zu denen, die seine Barmherzigkeit missachtet haben, sagen: „Mensch, ich habe dich mit meinen Händen aus Schlamm geformt, ich habe deinem Erdenleib den Geist eingehaucht, ich habe dir unser Bild und Gleichnis verliehen und dir einen Platz inmitten der Wonnen des Paradieses gegeben. Du aber hast die Gebote des Lebens missachtet und bist lieber dem Verführer als dem Herrn gefolgt.“ […] „Später dann, als du aus dem Paradies vertrieben und durch die Sünde in den Fesseln des Todes gefangen warst, bin ich, von Erbarmen bewegt, in einen jungfräulichen Schoß eingetreten, ohne seine Jungfräulichkeit zu verletzen, um in die Welt zu kommen. Ich wurde in eine Krippe gelegt und in Windeln gewickelt; ich ertrug die Unannehmlichkeiten der Kindheit und die menschlichen Leiden, durch die ich dir ähnlich wurde, in der alleinigen Absicht, dich mir ähnlich zu machen. Ich ertrug die Schläge und den Speichel derer, die mich verhöhnten, und trank den Essig mit Galle. Mit Geißeln geschlagen, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz geschlagen, von der Lanze durchbohrt, habe ich unter Qualen meine Seele hingegeben, um dich dem Tod zu entreißen. Sieh an die Male der Nägel, an denen ich hing; siehe meine durchbohrte Seite. Ich habe deine Leiden auf mich genommen, um dir meine Herrlichkeit zu geben. Ich habe deinen Tod auf mich genommen, damit du in Ewigkeit lebst. Ich habe im Grab gelegen, damit du im Himmel herrschest.“ „Warum hast du verscherzt, was ich für dich gelitten habe? Warum hast du die Gnade deiner Erlösung ausgeschlagen? […] Gib mir dein Leben zurück, für das ich das Meine hingegeben habe; gib mir dein Leben zurück, das du unaufhörlich durch deine Sünden verletzt und zerstörst.“
An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund. Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.
Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; der Frevler darf nicht bei dir weilen. Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen; denn dein Hass trifft alle, die Böses tun. Du lässt die Lügner zugrunde gehen, Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Gräuel. Ich aber darf dein Haus betreten dank deiner großen Güte. Doch alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, und sollen immerfort jubeln. Beschütze alle, die deinen Namen lieben, damit sie dich rühmen.
Höre auf die Stimme Gottes, die dich antreibt, aus dir herauszugehen, um Christus zu folgen, […] und du wirst ein vollkommener Jünger sein: „Wer nicht auf alles verzichtet, der kann nicht mein Jünger sein.“ Was kannst du dazu sagen? Was darauf antworten? All dein Zögern und deine Fragen verblassen vor diesem einen Wort. […] Und Christus sagt an anderer Stelle: „Wer aber sein Leben […] geringachtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. […] Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren“ (Joh 12,25ff.). Auch sagte er zu seinen Jüngern: „Steht auf, wir wollen weggehen von hier“ (Joh 14,31). Mit diesen Worten zeigte er, dass weder sein Platz, noch der seiner Jünger hier auf Erden ist. Herr, wohin sollen wir denn gehen? „Wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein“ (Joh 12,26). Wenn Jesus uns zuruft: „Steht auf, wir wollen weggehen von hier“ (Joh 14,31), wer wird dann so töricht sein, bei den Leichen in ihren Gräbern bleiben und weiter unter den Toten hausen zu wollen? Jedes Mal also, wenn die Welt dich zurückhalten will, erinnere dich an das Wort Christi: „Steht auf, wir wollen weggehen von hier.“ […] Immer, wenn du dich niederlassen und häuslich einrichten willst, wenn du Gefallen daran findest, dort zu verweilen, wo du bist, dann erinnere dich an diese drängende Stimme und sag zu dir: „Steh auf, wir wollen weggehen von hier.“ Denn gehen musst du auf jeden Fall. Aber geh, wie Jesus gegangen ist: Geh, weil er es dir gesagt hat, und nicht, weil die Naturgesetze es dir gegen deinen Willen auferlegen. Ob du willst oder nicht, du bist auf dem Weg derer, die fortgehen. Geh also aufgrund der Worte deines Meisters, und nicht bloß unter dem Zwang der Naturnotwendigkeit. „Steht auf, wir wollen weggehen von hier.“ Diese Stimme weckt die Schlummernden; sie ist die Trompete, die durch ihren Schall den Schlaf der Trägheit vertreibt. Sie ist eine Kraft, nicht nur ein Wort: Plötzlich bekleidet sie den, der sie hört, mit neuer Kraft und treibt ihn in Windeseile von einer Sache zur anderen. […] „Steht auf, wir wollen weggehen von hier“: Siehe, er wird mit dir gehen. Warum zögerst du? […] Gott ruft dich, mit ihm zusammen zu gehen.