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Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel! Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide. Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe! Dankt ihm, preist seinen Namen! Denn der HERR ist gut, ewig währt seine Huld und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.
Daher bitte ich in der Liebe, die Gott ist, alle meine Brüder, ob sie nun predigen, beten oder arbeiten, sowohl die Kleriker wie die Laien, dass sie danach trachten, sich in allem zu demütigen, sich nicht zu rühmen, weder selbstgefällig zu sein noch innerlich sich zu erheben wegen guter Worte und Werke, überhaupt über gar nichts Gutes, das Gott bisweilen in ihnen und durch sie tut oder spricht und wirkt, gemäß dem Wort des Herrn: „Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister unterworfen sind“ (Lk 10,20). Und wir sollen fest überzeugt sein, dass nur Laster und Sünden zu uns gehören. Und wir müssen uns mehr freuen, wenn wir in mancherlei Versuchungen geraten (vgl. Jak 1,2) und wenn wir in dieser Welt um des ewigen Lebens willen vielerlei Ängste und Trübsale an Seele und Leib ertragen. Darum wollen wir Brüder uns alle hüten vor jeglichem Stolz und eitlem Ruhm. Und wir wollen uns in Acht nehmen vor der Weisheit dieser Welt und vor der Klugheit des Fleisches (vgl. Röm 8,6). Denn der Geist des Fleisches drängt und treibt sehr an, Worte zu machen, wenig aber zum Wirken. Und er sucht nicht die Frömmigkeit und innere Heiligkeit des Geistes, sondern will und ersehnt eine Frömmigkeit und Heiligkeit, die nach außen hin den Menschen auffällt. Und das sind jene, von denen der Herr sagt: „Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen“ (Mt 6,2). Der Geist des Herrn aber will, dass das Fleisch abgetötet und verachtet sei, unbedeutend, unbeachtet und schändlich. Und er strebt nach Demut und Geduld, nach reiner Einfalt und dem wahren Frieden des Geistes. Und über alles ersehnt er stets die Gottesfurcht und die göttliche Weisheit und die göttliche Liebe des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
In jener Zeit als Jesus seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein. Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte. Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten. Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst; denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut. Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden. Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, Brand- und Sündopfer forderst du nicht. Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist. Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trag’ ich im Herzen. Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es. Alle, die dich suchen, frohlocken; sie mögen sich freuen in dir. Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: Groß ist Gott, der Herr.
„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.“ Das ist unser erstes Geständnis, das wir vor dem Schöpfer, dem Herrn der Barmherzigkeit und dem Richter über unsere Schuld, ablegen. Obwohl er alles weiß, wartet Gott darauf, dass wir unser Geständnis aussprechen; denn wer „mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen“ (Röm 10,10). […] So sprach der jüngere Sohn zu sich; doch reden allein genügt nicht, wenn du nicht hingehst zum Vater. Wo soll ich ihn suchen, wo soll ich ihn finden? „Er stand auf“ (vgl. Lk 15,20). Steh also erst einmal auf, der du bis jetzt gesessen und geschlafen hast. Der Apostel Paulus sagt: „Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten“ (Eph 5,14). […] Steh also auf und lauf zur Kirche, denn dort ist der Vater, dort ist der Sohn, dort ist der Heilige Geist. Er, der hört, was du im Verborgenen deiner Seele sprichst, kommt dir entgegen. Er sieht dich schon von weitem und eilt herbei. Er schaut in dein Herz; er eilt herbei, damit dich ja niemand mehr aufhält; und er umarmt auch dich. […] Er fällt dir um den Hals, um dich aufzurichten, dich, der du unter der Last der Sünden der Erde zugewandt warst. Er wendet dich wieder dem Himmel zu, damit du dort nach deinem Schöpfer ausschauen kannst. Christus fällt dir um den Hals, um deinen Nacken vom Joch der Knechtschaft zu befreien und dir sein sanftes Joch aufzulegen. […] Er fällt dir um den Hals, wenn er sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch“ (Mt 11,28–29). Auf diese Weise umarmt er dich, wenn du dich bekehrst. Und er lässt ein Gewand, einen Ring und Schuhe bringen. Das Gewand ist das Kleid der Weisheit […], die geistliche Bekleidung und das Hochzeitskleid. Der Ring ist nichts anderes als das Siegel eines aufrichtigen Glaubens und der Abdruck der Wahrheit. Und die Schuhe? Sie stehen für die Verkündigung der frohen Botschaft.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt. Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.
Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat. So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte. Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der Erste. Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als Erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen. Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde! Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern! Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, deinen heiligen Geist nimm nicht von mir! Herr, öffne mir die Lippen, und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden. Schlachtopfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen. Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es für immer besitzen. Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.
„Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut“ (Ps 127(126),1). „Ihr seid Gottes Tempel und der Geist Gottes wohnt in euch“ (vgl. 1 Kor 3,16). Dieses Haus und dieser Tempel Gottes, der erfüllt ist von den Lehren und Gnaden Gottes, diese Wohnung, die die Heiligkeit des Herzens Gottes in sich birgt, wurde von dem Propheten so bezeugt: „Dein Tempel ist heilig, wunderbar in seiner Gerechtigkeit“ (vgl. Ps 64(65),5–6 Vulg.). Die Heiligkeit, die Gerechtigkeit und die Keuschheit des Menschen sind ein Tempel für Gott. Dieses Haus muss allerdings von Gott erbaut werden. Ein Bauwerk, das durch menschliche Arbeit aufgerichtet wird, hat keinen Bestand; was nach der Weisheit dieser Welt gegründet wird, hält nicht. Unsere eitlen Werke und aufmerksame Sorgfalt sind unnütze Wächter. Man muss anders bauen, anders dieses Haus bewachen. Man darf es nicht auf den Boden, nicht auf fließenden, flüchtigen Sand gründen; sein Fundament muss auf die Propheten und Apostel gegründet werden. Es muss mit lebendigen Steinen errichtet, durch den Eckstein zusammengehalten, durch allmähliches Wachstum zum vollkommenen Menschen und zur Gestalt des Leibes Christi gelangen (vgl. 1 Petr 2,5; Eph 2,20; 4,12–13). Es muss mit dem Glanz und der Schönheit geistlicher Gnadengaben geschmückt werden. Wenn es so von Gott erbaut wird, das heißt nach seiner Lehre, wird es nicht einstürzen. Und dieses Haus wird sich auf viele andere ausdehnen, denn was ein einzelner Glaubender aufbaut, das kommt einem jeden von uns zugute und dient der Verschönerung und dem Aufbau der himmlischen Stadt.