Tagesevangelium

Montag, 19. September : Hl. Johannes Chrysostomus

Nichts ist kälter als ein Christ, der nicht darauf bedacht ist, andere zu retten. In dieser Hinsicht kannst du dich nicht auf deine Armut berufen: Die Witwe, die ihre zwei kleinen Münzen gespendet hat, würde aufstehen, um dich anzuklagen (vgl. Lk 21,2). Auch Petrus, der sagte: „Silber und Gold besitze ich nicht“ (Apg 3,6). Ebenso Paulus, der so arm war, dass er oft Hunger litt und ihm das Nötige zum Leben fehlte (vgl. 1 Kor 4,11). Du kannst auch nicht deine niedere Herkunft vorschützen, denn auch sie kamen aus bescheidenen Verhältnissen. Deine Unwissenheit ist auch keine bessere Entschuldigung, denn auch sie waren ungebildet. […] Du kannst dich auch nicht auf Krankheit berufen, denn auch Timotheus wurde häufig von Krankheiten heimgesucht (vgl. 1 Tim 5,23). […] Ein jeder kann seinem Nächsten nützlich sein, wenn er nur bereit ist, das zu tun, was ihm möglich ist. […] Sag nicht, es sei dir unmöglich, andere [zum Glauben] zurückzuführen; denn wenn du Christ bist, ist es unmöglich, dass so etwas nicht eintritt. Jeder Baum bringt seine Frucht (vgl. Mt 7,17f.), und da es in der Natur keinen Widerspruch gibt, ist das, was wir sagen, ebenfalls wahr, denn es leitet sich von der Natur des Christen selbst ab. […] Es ist leichter für das Licht, zur Finsternis zu werden, als für einen Christen, nicht zu strahlen.

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Montag, 19. September : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,16-18.

In jener Zeit sprach Jesus: Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

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Montag, 19. September : ps 15(14),2-3.4.5.

Der makellos lebt und das Rechte tut, der von Herzen die Wahrheit sagt, der mit seiner Zunge nicht verleumdet hat, der seinem Nächsten nichts Böses tat und keine Schmach auf seinen Nachbarn gehäuft hat. Der Verworfene ist in seinen Augen verachtet, aber die den Herrn fürchten, hält er in Ehren. Er wird nicht ändern, was er zum eigenen Schaden geschworen hat. Sein Geld hat er nicht auf Wucher verliehen und gegen den Schuldlosen nahm er keine Bestechung an. Wer das tut, der wird niemals wanken.

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Sonntag, 18. September : Hl. Gregor von Nazianz

Du musst dir darüber im Klaren sein, woher deine Existenz kommt: der Atem, der Verstand und als Kostbarstes die Erkenntnis Gottes; woher deine Hoffnung auf das Himmelreich kommt und die Hoffnung, die Herrlichkeit Gottes zu schauen, von der du jetzt, wie in einem Spiegel, nur rätselhafte Umrisse wahrnimmst, die du dann aber in ihrer ganzen Klarheit und Pracht schauen wirst (vgl. 1 Kor 13,12). Woher kommt es, dass du Kind Gottes und Miterbe Christi (vgl. Röm 8,16–17), ja sogar selbst, wenn ich so sagen darf, ein Gott bist? Woher kommt das alles und durch wen? Oder, um von weniger bedeutsamen Dingen zu sprechen, von Dingen die man sehen kann: Wer hat dir gegeben, die Schönheit des Himmels zu sehen, den Lauf der Sonne, den Zyklus des Mondes, die unzähligen Sterne und in all dem die Harmonie und Ordnung, mit der sie gelenkt werden? […] Wer hat dir den Regen geschenkt, den Ackerbau, die Nahrungsmittel, die Künste, die Gesetze, die Stadt, ein zivilisiertes Leben und vertraute Beziehungen zu deinen Mitmenschen? Ist nicht alles von ihm, der vor allem anderen und als Gegenleistung für all seine Gaben von dir verlangt, dass du die Menschen liebst? […] Wenn nun er, unser Gott und unser Herr, sich nicht schämt, unser Vater genannt zu werden, sollten wir dann unsere Brüder verleugnen? Nein, meine Brüder und Freunde, lasst uns keine unehrlichen Verwalter der uns anvertrauten Güter sein.

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Sonntag, 18. September : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,1-13.

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig». Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

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Sonntag, 18. September : Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 2,1-8.

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde - ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

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Sonntag, 18. September : ps 113(112),1-2.4-5.6-7.8-9.

Lobet, ihr Knechte des Herrn, lobt den Namen des Herrn! Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit. Der Herr ist erhaben über alle Völker, seine Herrlichkeit überragt die Himmel. Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, im Himmel und auf Erden? Wer gleicht ihm, der in der Höhe thront, der hinabschaut in die Tiefe, der den Schwachen aus dem Staub emporhebt und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt? Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, bei den Edlen seines Volkes. Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen; sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.

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Sonntag, 18. September : Buch Amos 8,4-7.

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

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Samstag, 17. September : Hl. Amadeus von Lausanne

Er fiel in die Erde und starb und brachte reiche Frucht (vgl. Joh 12,24). Er ließ sich wie ein Samenkorn fallen, um die Menschheit als Ernte einzubringen. Selig ist der Schoß Marias, in dem solch ein Same Wurzeln geschlagen hat. Selig ist die, zu der gesagt wurde: „Dein Leib ist ein Weizenhügel, mit Lilien umstellt“ (Hld, 7,3). Ist er denn nicht wie ein Weizenhügel, dieser Schoß der Jungfrau, der sich ausdehnte durch das Wirken dessen, der in ihn hineinfiel und in dem die ganze Saat der Erlösten aufgegangen ist? Ja, der Sünde in uns gestorben, werden wir im Taufbrunnen durch das Bad der Wiedergeburt in Christus neu geboren, damit wir in ihm leben, der für alle gestorben ist. Deshalb sagt der Apostel Paulus: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt“ (Gal 3,27). Aus einem einzigen Samenkorn kommen also zahlreiche Ernten, aus dem Samenkorn, das aus dem Schoß der Jungfrau Maria hervorging. Man nennt ihn Weizen-„Hügel“, nicht so sehr wegen der Vielzahl der Erlösten, sondern wegen der Kraft dieses Samens; wegen der Tüchtigkeit des Sämanns mehr als wegen der Vielzahl derer, die geerntet werden. […] Er ist dein Sohn, o Maria! Er ist es, der für dich am dritten Tag von den Toten auferstanden und in deinem Fleisch über alle Himmel aufgefahren ist, um alles zu vollenden. O Selige, so bist du nun im Besitz der Freude! Dir ist zuteil geworden, was du ersehnt hast, die Krone deines Hauptes. […] Freue dich und sei fröhlich, denn er, der deine Herrlichkeit ist, ist auferstanden. Du hast dich gefreut über seine Empfängnis, du warst betrübt in seiner Passion: Jetzt freue dich über seine Auferstehung! Niemand wird dir deine Freude nehmen, denn der auferstandene Christus stirbt nicht mehr, der Tod hat keine Macht mehr über ihn (vgl. Röm 6,9).

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Samstag, 17. September : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,4-15.

In jener Zeit als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um Jesus versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis: Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte. Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes. Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden. Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig. Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift. Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.

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