Tagesevangelium

Donnerstag, 27. Oktober : ps 144(143),1-2abc.9-10.

Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg. Du bist meine Huld und Burg, meine Festung, mein Retter, mein Schild, dem ich vertraue. Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen, der du den Königen den Sieg verleihst und David, deinen Knecht, errettest.

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Mittwoch, 26. Oktober : Juliana von Norwich

[Wenn der Sünder erkennt, dass er schuldig geworden ist], lässt die göttliche Gnade eine so tiefe Zerknirschung in ihm aufkommen, so großes Mitleiden und echten Durst nach Gott, dass der Sünder, plötzlich von Sünde und Last befreit, wieder aufgerichtet wird. […] Die Zerknirschung reinigt uns, das Mitleiden bereitet uns vor und der wahre Durst nach Gott gibt uns die Würde zurück. Nach meinem Verständnis sind dies die drei Mittel, durch die alle Seelen in den Himmel kommen, das heißt, die Menschen, die auf Erden gesündigt haben und gerettet werden. Denn jede sündige Seele muss durch diese drei Arzneien geheilt werden. Doch auch wenn die Seele geheilt ist, bleiben ihre Wunden vor Gott bestehen, aber nicht mehr als Wunden, sondern als Siegeszeichen. Besteht unsere Bestrafung hier auf Erden in Leiden und Buße, so werden wir im Himmel mit der wohlwollenden Liebe unseres Herrn belohnt. […] Er betrachtet die Sünde derer, die ihn lieben, zwar als etwas Trauriges und Schmerzliches, aber, weil er uns liebt, nicht als etwas Verdammenswertes. Der Lohn, den wir empfangen werden, wird nicht gering sein, sondern herausragend, ehrenvoll, herrlich; und so wird die Schande in Herrlichkeit und Freude verwandelt werden. Denn in seiner Güte will unser Herr nicht, dass seine Diener verzweifeln, weil sie so oft und erbärmlich gefallen sind; unsere Stürze hindern ihn nicht daran, uns zu lieben. […] Er will, dass wir wissen: Er ist das Fundament unseres ganzen Lebens in Liebe, mehr noch: Als unser ewiger Beschützer verteidigt er uns mit Macht gegen alle Feinde, die wütend über uns herfallen. Und ach, wir haben ihn bitter nötig, da wir uns durch unser Fallen häufig ihrem Einfluss aussetzen.

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Mittwoch, 26. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,22-30.

In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.

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Mittwoch, 26. Oktober : ps 145(144),10-11.12-13ab.13cd-14.

Danken sollen dir, HERR, all deine Werke, deine Frommen sollen dich preisen. Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, von deiner Macht sollen sie sprechen. Sie sollen den Menschen deine machtvollen Taten verkünden und den herrlichen Glanz deines Königtums. Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten, deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht. Treu ist der HERR in seinen Reden, und heilig in all seinen Werken. Der HERR stützt alle, die fallen, er richtet alle auf, die gebeugt sind.

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Dienstag, 25. Oktober : Hl. Maximus von Turin

Was die folgende Stelle des Evangeliums betrifft: „Ein Mann nahm es und steckte es in seinem Garten in die Erde“ (vgl. Lk 13,19) – wer ist eurer Meinung nach dieser Mann, der das Senfkorn, das er erhalten hatte, in seinen kleinen Garten säte? Ich denke, es ist der, von dem es im Evangelium heißt: „Ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. […] Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu […] und legte ihn in ein Felsengrab in seinem Garten“ (vgl. Lk 23,50–53). Daher sagt die Schrift: „Ein Mann nahm es und begrub es in seinem Garten.“ In Josefs Garten vermischten sich die Düfte verschiedener Blumen, aber ein solcher Same war noch nicht in den Garten gesät worden. Der geistliche Garten seiner Seele war mit dem Duft seiner Tugenden erfüllt; der von Salben duftende Leib Christi aber hatte noch keinen Platz darin eingenommen. Indem Josef nun den Erlöser im Felsengrab seines Gartens begrub, nahm er ihn inniger in der Tiefe seines Herzens auf.

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Dienstag, 25. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,18-21.

In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

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Dienstag, 25. Oktober : ps 128(127),1-2.3.4-5.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und der auf seinen Wegen geht! Was deine Hände erwarben, kannst du genießen; wohl dir, es wird dir gut ergehn. Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau drinnen in deinem Haus. Wie junge Ölbäume sind deine Kinder rings um deinen Tisch. So wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet und ehrt. Es segne dich der Herr vom Zion her. Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen.

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Montag, 24. Oktober : Hl. Johannes Paul II.

Der Vergleich des christlichen Sonntags mit der Sabbatauffassung des Alten Testamentes löste auch eingehende theologische Untersuchungen aus, die großes Interesse fanden. Insbesondere wurde der einzigartige Zusammenhang deutlich gemacht, der zwischen Auferstehung und Schöpfung besteht. Das christliche Denken gelangte spontan dahin, die „am ersten Tag der Woche“ geschehene Auferstehung mit dem ersten Tag jener kosmischen Woche (vgl. Gen 1,1–2.4) in Verbindung zu bringen […]. Dieser Zusammenhang legte es nahe, die Auferstehung als den Beginn einer Neuschöpfung zu verstehen, deren Erster der verherrlichte Christus ist, „der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“ (Kol 1,15), aber auch „der Erstgeborene der Toten“ (Kol 1,18). Der Sonntag ist tatsächlich der Tag, an welchem mehr als an jedem anderen der Christ aufgerufen ist, des Heils zu gedenken, das ihm in der Taufe angeboten worden ist und ihn in Christus zu einem neuen Menschen gemacht hat. „Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat“ (Kol 2,12; vgl. Röm 6,4–6). Die Liturgie unterstreicht diese Taufdimension des Sonntags, sei es durch die Aufforderung, Tauffeiern außer in der Osternacht auch an diesem Wochentag abzuhalten, „an dem die Kirche der Auferstehung des Herrn gedenkt“, sei es dadurch, dass sie als angemessenen Bußritus zu Beginn der Messe die Besprengung mit Weihwasser empfiehlt, die an das Taufgeschehen erinnert, aus dem jede christliche Existenz geboren wird.

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Montag, 24. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,10-17.

In jener Zeit lehrte Jesus am Sabbat in einer Synagoge. Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen. Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst. Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott. Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat! Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Diese Tochter Abrahams aber, die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dürfen? Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschämt; das ganze Volk aber freute sich über all die großen Taten, die er vollbrachte.

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Montag, 24. Oktober : ps 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

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