Tagesevangelium

Freitag, 4. November : Hl. Franz Xaver

Aus diesen Gebieten [Indien und Sri Lanka] kann ich dir nur das Eine schreiben: Die Tröstungen, die Gott, unser Herr, denen zukommen lässt, die zu den Heiden gehen, um sie zum Glauben an Christus zu bekehren, sind so groß, dass, wenn es in diesem Leben überhaupt eine Freude gibt, es diese ist. Oftmals kommt mir zu Ohren, dass jemand, der sich unter diese Christen begibt, sagt: „Herr, gib mir nicht so viele Tröstungen in diesem Leben! Aber da du sie mir in deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit gibst, so nimm mich mit in deine heilige Herrlichkeit! Es ist in der Tat so schwer, zu leben, ohne dich zu sehen, wenn du dich einmal deinem Geschöpf so gezeigt hast.“ Ach, wenn doch diejenigen, die nach Gelehrsamkeit streben, sich bei der Suche nach diesen Tröstungen des Apostolats ebenso viel Mühe geben würden, wie sie sich Tag und Nacht anstrengen, um Wissen zu erwerben! Wenn ein Student die Freuden, die er beim Lernen sucht, darin suchen würde, seinen Nächsten das zu vermitteln, was sie brauchen, um Gott zu erkennen und ihm zu dienen – um wie viel mehr würde er getröstet und besser vorbereitet sein, Rechenschaft über sich selbst abzulegen, wenn Christus wiederkommt und ihn auffordern wird: „Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung!“ […] Ich schließe mit der Bitte an Gott, unseren Herrn […], dass er uns in seiner heiligen Herrlichkeit versammeln möge. Um diese Gnadengabe Gottes zu erlangen, wollen wir alle heiligen Seelen der Gebiete, in denen ich mich befinde, als Anwälte und Fürsprecher anrufen. […] Alle diese heiligen Seelen bitte ich, uns von Gott, unserem Herrn, für die restliche Zeit unserer Trennung die Gnade zu erwirken, tief in unseren Seelen seinen heiligsten Willen zu erkennen und ihn vollkommen zu erfüllen.

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Freitag, 4. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,1-8.

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig». Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

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Freitag, 4. November : ps 122(121),1-3.4-5.

Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt. Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, wie es Israel geboten ist, den Namen des Herrn zu preisen. Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, die Throne des Hauses David.

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Donnerstag, 3. November : Ludolf von Sachsen

Herr Jesus Christus, um uns den Gipfel der Tugenden zu lehren, bist du mit deinen Jüngern den Berg hinaufgestiegen. Dort hast du hast sie die Seligpreisungen und die erhabenen Tugenden gelehrt und ihnen für jede von ihnen einen eigenen Lohn versprochen. Gewähre mir in meiner Gebrechlichkeit die Gnade, deine Stimme zu hören, mich aufzumachen, diese Tugenden zu üben, und so Verdienste zu erwerben und durch deine Barmherzigkeit den verheißenen Lohn zu empfangen. Lass mich immer den Lohn im Auge behalten, damit ich die Mühen der Arbeit nicht scheue. Lass die Hoffnung auf das ewige Heil mir die Bitternis der Arznei versüßen, indem sie meine Seele entflammt durch den Glanz deines Erlösungswerkes. Mach aus dem Elenden, der ich bin, einen Seligen, und führe mich durch deine Gnade aus der Seligkeit in dieser Welt zur Seligkeit der ewigen Heimat. Komm, Herr Jesus, und suche deinen Diener, dein verirrtes und erschöpftes Schaf. Komm, Bräutigam der Kirche, und suche die verlorene Drachme. Komm, Vater des Erbarmens, und nimm den verlorenen Sohn, der zu dir heimkehrt, wieder auf. Komm doch, Herr, denn nur du kannst das verirrte Schaf zurückbringen, die verlorene Drachme wiederfinden und den abtrünnigen Sohn mit dir versöhnen. Komm, damit der Erde Heil widerfährt und im Himmel Freude herrscht. Bekehre mich zu dir und verleihe mir, echte und vollkommene Buße zu tun, damit die Engel sich über mich freuen können. Liebreichster Jesus, weil deine Liebe zu mir Sünder unermesslich ist, bitte ich dich: Lass mich dich allein und über alles lieben und nur bei dir Trost finden, du mein liebreichster Gott.

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Donnerstag, 3. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 15,1-10.

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

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Donnerstag, 3. November : ps 105(104),2-3.4-5.6-7.

Singt dem Herrn und spielt ihm, sinnt nach über all seine Wunder! Rühmt euch seines heiligen Namens! Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen. Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; sucht sein Antlitz allezeit! Denkt an die Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund. Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat. Er, der Herr, ist unser Gott. Seine Herrschaft umgreift die Erde.

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Mittwoch, 2. November : Hl. Ambrosius

Diejenigen mögen weinen, welche die Hoffnung der Auferstehung nicht haben können, jene Hoffnung, welche kein Urteilsspruch Gottes, sondern einzig die Schwäche des Glaubens raubt. Ein Unterschied muss zwischen den Dienern Christi und den Verehrern der Götzen bestehen: diese mögen die Ihrigen beweinen, die sie für immer dem Untergang geweiht erachten; sie mögen ihren Tränen keine Unterbrechung, ihrem Schmerz keine Ruhe gestatten, weil sie an das Ruhen der Toten nicht glauben. Uns aber, denen das Sterben nicht der Tod der Natur, sondern nur das Ende dieses Lebens ist, wobei die Natur selbst zum Besseren verwandelt wird: uns soll der Eintritt des Todes auch die Tränen trocknen. […] Um wie viel mehr müssen wir uns trösten, denen das Bewusstsein der guten Werke nach dem Tod herrlichere Belohnung verheißt! Die Heiden haben Trost gefunden, indem sie den Tod als das Ausruhen von allen Leiden ansahen: wie sie den Genuss des Lebens entbehrten, so – meinen sie – fehlte dort auch jedes schmerzliche Gefühl von all den Leiden, die wir im diesseitigen Leben so schwer und andauernd zu ertragen haben. Wir aber müssen, wie durch die Belohnung mehr aufgerichtet, so auch in der Tröstung geduldiger sein; nicht verloren, sondern nur vorausgeschickt scheinen ja die zu sein, welche der Tod nicht verschlingen, sondern die Ewigkeit aufnehmen sollte.

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Mittwoch, 2. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 7,11-17.

In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

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Mittwoch, 2. November : Brief des Apostels Paulus an die Philipper 3,20-21.

Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann.

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Mittwoch, 2. November : ps 42(41),2-3ab.5.43(42),3-4.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke: wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge. Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung. So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude. Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott.

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