Tagesevangelium

Donnerstag, 15. Dezember : Buch Jesaja 54,1-10.

Freu dich, du Unfruchtbare, die nie gebar, du, die nie in Wehen lag, brich in Jubel aus und jauchze! Denn die Einsame hat jetzt viel mehr Söhne als die Vermählte, spricht der Herr. Mach den Raum deines Zeltes weit, spann deine Zelttücher aus, ohne zu sparen. Mach die Stricke lang und die Pflöcke fest! Denn nach rechts und links breitest du dich aus. Deine Nachkommen werden Völker beerben und verödete Städte besiedeln. Fürchte dich nicht, du wirst nicht beschämt; schäme dich nicht, du wirst nicht enttäuscht. Denn die Schande in deiner Jugend wirst du vergessen, an die Schmach deiner Witwenschaft wirst du nicht mehr denken. Denn dein Schöpfer ist dein Gemahl, «Herr der Heere» ist sein Name. Der Heilige Israels ist dein Erlöser, «Gott der ganzen Erde» wird er genannt. Ja, der HERR hat dich gerufen als verlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau seiner Jugend verstoßen?, spricht dein Gott. Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen werde ich dich sammeln. Einen Augenblick nur verbarg ich vor dir mein Gesicht in aufwallendem Zorn; aber in ewiger Huld habe ich mich deiner erbarmt, spricht dein Erlöser, der HERR. Wie bei der Flut Noachs soll es für mich sein: So wie ich damals schwor, dass die Flut Noachs die Erde nie mehr überschwemmen wird, so schwöre ich jetzt, dir nie mehr zu zürnen und dich nie mehr zu schelten. Mögen auch die Berge weichen und die Hügel wanken – meine Huld wird nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht der HERR, der Erbarmen hat mit dir.

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Mittwoch, 14. Dezember : Hl. Hilarius

Als Johannes seine Jünger zu Jesus schickte, tat er es weniger aus Sorge um seine, als um deren Unwissenheit; denn er selbst hatte ja verkündet, dass einer kommen werde zur Vergebung der Sünden. Um sie aber erkennen zu lassen, dass er keinen anderen als diesen verkündet hatte, schickte er seine Jünger zu ihm, damit sie seine Werke sähen. Diese sollten seiner Verkündigung Gewicht verleihen und belegen, dass kein anderer Christus zu erwarten sei als dieser, von dem seine Werke Zeugnis ablegten. Und da sich der Herr durch seine Wundertaten voll und ganz offenbart hatte – Blinde sahen wieder, Lahme konnten wieder gehen, Aussätzige wurden geheilt, Taube konnten wieder hören und Stumme wieder sprechen, Tote wurden lebendig und den Armen wurde die frohe Botschaft verkündet –, sagte er: „Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt“. Gab es denn an dem, was Jesus tat, etwas, woran Johannes hätte Anstoß nehmen können? Gewiss nicht. Er blieb nämlich ganz auf seiner Linie des Lehrens und Handelns. Aber es gilt hier die Tragweite und den besonderen Charakter dessen zu beachten, was der Herr sagt: „Den Armen wird das Evangelium verkündet“. Es handelt sich hier um Menschen, die ihr Leben geringachten, ihr Kreuz tragen und ihm nachfolgen (vgl. Lk 14,27), die von Herzen demütig sind und für die das Reich bestimmt ist (vgl. Mt 11,29; 25,34). Weil all diese Leiden im Herrn zusammentreffen und sein Kreuz für viele ein Ärgernis sein würde, erklärte er diejenigen für selig, deren Glaube durch sein Kreuz, seinen Tod und sein Begräbnis nicht unterliegen würde.

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Mittwoch, 14. Dezember : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 7,18b-23.

In jener Zeit rief Johannes der Täufer zwei von seinen Jüngern zu sich, schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Als die beiden Männer zu Jesus kamen, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Damals heilte Jesus viele Menschen von ihren Krankheiten und Leiden, befreite sie von bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. Er antwortete den beiden: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

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Mittwoch, 14. Dezember : ps 85(84),9-10.11-12.13-14.

Ich will hören, was Gott redet: Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen. Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag. Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

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Mittwoch, 14. Dezember : Buch Jesaja 45,6b-8.18.21b-25.

Ich bin der Herr, und sonst niemand. Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil. Ich bin der Herr, der das alles vollbringt. Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen. Denn so spricht der Herr, der den Himmel erschuf, er ist der Gott, der die Erde geformt und gemacht hat - er ist es, der sie erhält, er hat sie nicht als Wüste geschaffen, er hat sie zum Wohnen gemacht -: Ich bin der Herr und sonst niemand. Es gibt keinen Gott außer mir; außer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott. Wendet euch mir zu und lasst euch erretten, ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde; denn ich bin Gott und sonst niemand. Ich habe bei mir selbst geschworen und mein Mund hat die Wahrheit gesprochen, es ist ein unwiderrufliches Wort: Vor mir wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge wird bei mir schwören: Nur beim Herrn - sagt man von mir - gibt es Rettung und Schutz. Beschämt kommen alle zu ihm, die sich ihm widersetzten. Alle Nachkommen Israels bekommen ihr Recht und erlangen Ruhm durch den Herrn.

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Dienstag, 13. Dezember : Sel. Guerricus von Igny

Diese Lampe, die dazu bestimmt ist, die Welt zu erleuchten, bringt mir eine neue Freude, denn durch sie habe ich das wahre Licht erkannt, das in der Finsternis leuchtet, das aber von der Finsternis nicht erfasst wurde (vgl. Joh 1,5). […] Wir können dich, Johannes, bewundern als den größten aller Heiligen; aber deine Heiligkeit nachzuahmen, das ist uns nicht möglich. Da du dich beeilst, aus Zöllnern und Sündern ein vollkommenes Volk für den Herrn vorzubereiten, ist es dringend notwendig, dass du zu ihnen in einer Weise sprichst, die ihnen eher zugänglich ist als durch dein Leben. Biete ihnen ein Modell der Vollkommenheit an, das nicht deiner Lebensweise entspricht, sondern der Schwäche der menschlichen Kräfte angepasst ist. „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt“ (Mt 3,8). Wir aber, Brüder, wir rühmen uns, dass wir besser reden als leben. Johannes freilich, dessen Lebensstil zu erhaben ist, als dass die Menschen dafür Verständnis aufbrächten, redet so, dass die Menschen verstehen, was er meint. „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt“! „Ich spreche zu euch auf menschliche Weise und nehme Rücksicht auf die Schwachheit des Fleisches. Wenn ihr das Gute noch nicht in vollem Umfang tun könnt, so sei doch wenigstens aufrichtige Reue in euch über das, was schlecht ist. Wenn ihr noch nicht die Früchte einer vollkommenen Gerechtigkeit hervorbringen könnt, so soll eure Vollkommenheit im Augenblick darin bestehen, Frucht hervorzubringen, die eure Umkehr zeigt.“

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Dienstag, 13. Dezember : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 21,28-32.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

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Dienstag, 13. Dezember : ps 34(33),2-3.6-7.17-18.19.23.

Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten. Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten. Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen, um ihr Andenken von der Erde zu tilgen. Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten. Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind. Der Herr erlöst seine Knechte; straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.

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Dienstag, 13. Dezember : Buch Zefanja 3,1-2.9-13.

So spricht der Herr: Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt. Sie will nicht hören und nimmt sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes. Dann werde ich die Lippen der Völker verwandeln in reine Lippen, damit alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einmütig dienen. Von jenseits der Ströme von Kusch bringen mir meine Verehrer dann als Gabe die Gemeinde meiner Verstreuten. An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen, wegen all deiner schändlichen Taten, die du gegen mich verübt hast. Ja, dann entferne ich aus deiner Mitte die überheblichen Prahler, und du wirst nicht mehr hochmütig sein auf meinem heiligen Berg. Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn. Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide, und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.

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Montag, 12. Dezember : Hl. Beda Venerabilis

Wenn wir uns fragen, warum Johannes denn taufte, obwohl seine Taufe keine Sünden vergeben konnte, so liegt der Grund dafür auf der Hand: Um seinen Dienst als Vorläufer treu zu erfüllen, musste er vor dem Herrn taufen, so wie er auch vor ihm geboren wurde, vor ihm predigte und vor ihm sterben sollte; zugleich auch, um zu verhindern, dass das missgünstige Gezänk der Pharisäer und Schriftgelehrten den Dienst des Herrn beeinträchtigte, was der Fall gewesen wäre, wenn er als Erster den Menschen die Taufe gespendet hätte. „Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen?“ Da die Gegner nicht zu leugnen wagten, dass sie vom Himmel kam, wären sie gezwungen, anzuerkennen, dass auch die Werke dessen, den Johannes verkündete, durch eine Macht bewirkt wurden, die vom Himmel kommt. Wenn auch die Taufe des Johannes keine Sünden tilgte, so war sie doch für alle, die sie empfingen, nicht ohne Nutzen. […] Sie war ein Zeichen des Glaubens und der Umkehr, sie erinnerte nämlich alle daran, dass sie sich der Sünden enthalten, Almosen geben, an Christus glauben und – sobald er auftreten würde – zu seiner Taufe eilen sollten, um durch dieses Bad die Vergebung ihrer Sünden zu erlangen. Darüber hinaus stellt die Wüste, in der sich Johannes aufhielt, das Leben der Heiligen dar, die sich von den Freuden dieser Welt losgesagt haben. Ob sie nun in der Einsamkeit leben oder mitten unter den Menschen, trachten sie mit ganzer Seele danach, sich von den Begierden der gegenwärtigen Welt zu lösen. Sie finden ihre Freude darin, im Innersten ihres Herzens Gott anzuhangen und ihre Hoffnung nur auf ihn zu setzen. Diese Einsamkeit der Seele, die Gott so lieb ist, suchte der Psalmist mit der Hilfe des Heiligen Geistes, als er sagte: „Hätte ich doch Flügel wie eine Taube, dann flöge ich davon und käme zur Ruhe“ (Ps 55(54),7).

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