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In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.
Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid. Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet, in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken. Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid, die Wasser standen über den Bergen. Du lässt Quellen sprudeln in Bäche, sie eilen zwischen den Bergen dahin. Darüber wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang. Wie zahlreich sind deine Werke, HERR, sie alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen. Doch die Sünder sollen von der Erde verschwinden, und es sollen keine Frevler mehr dasein. Lobe den Herrn, meine Seele!
Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis, und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag. Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser. Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es, und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag. Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es. Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Gott sah, dass es gut war. Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es. Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag. Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen; sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, die über die Erde hin leuchten. So geschah es. Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne. Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten, über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag.
Die Stiftung der Kirche ist der Schöpfung der Welt vergleichbar: In ihr ist – um mit dem Propheten Jesaja zu sprechen – ein neuer Himmel geschaffen (vgl. Jes 65,17), nämlich die Festigkeit des Glaubens an Christus (vgl. Kol 2,5), wie Paulus sagt. Es ist auch eine neue Erde geschaffen, die „den häufig herabströmenden Regen trinkt“ (Hebr 6,7). Ein anderer Mensch wird geformt, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird durch die Geburt von oben. Auch die Natur der Sterne ist eine ganz andere, wenn von ihnen gesagt wird: „Euer Licht [soll] vor den Menschen leuchten“ (Mt 5,16), und: „Ihr [leuchtet] als Lichter in der Welt“ (Phil 2,15) und wie zahlreiche Sterne, die am Firmament des Glaubens aufgehen. Es ist nicht verwunderlich, dass es in dieser neuen Welt eine Vielzahl von Gestirnen gibt, die von Gott gezählt und benannt wurden. Und der Schöpfer solcher Gestirne sagt, dass ihre Namen im Himmel verzeichnet sind. So verstehe ich das Wort des Schöpfers dieser neuen Schöpfung: „Eure Namen [sind] im Himmel verzeichnet“ (Lk 10,20). Die Vielzahl der Sterne, die das göttliche Wort erschafft, ist nicht das einzige Paradox dieser Neuschöpfung: Da ist noch die Zahl der geschaffenen Sonnen, welche die gesamte bewohnte Erde mit den Strahlen ihrer guten Werke erhellen, wie es der Urheber dieser Sonnen selbst sagt: „Euer Licht [soll] vor den Menschen leuchten“ (Mt 5,16), und: „Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten“ (Mt 13,43). Wie der Mensch, der die sichtbare Welt beobachtet und die Weisheit erkannt hat, die sich in der Schönheit ihrer Daseinsformen offenbart –, wie also der Mensch aus dem, was er sieht, auf die unsichtbare Schönheit und die Quelle jener Weisheit schließt, deren Ausfluss die Natur aller Wesen begründet, so erblickt jener, welcher seine Augen auf diese neue Welt, die Schöpfung der Kirche, richtet, in dieser Welt jenen, der alles in allem ist und sein wird. Und auf dem Weg der endlichen und verständlichen Wirklichkeiten lenkt er sein Erkennen bis hin zum Unbegreiflichen.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.
Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist. Niemals gerät er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten. Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger. Reichlich gibt er den Armen, sein Heil hat Bestand für immer; er ist mächtig und hoch geehrt.
So spricht der Herr: Teile an die Hungrigen dein Brot aus, nimm die obdachlosen Armen ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deinen Verwandten. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.
Die wahre Barmherzigkeit, die im Himmel ist (vgl. Ps 35(36),6 Vg), ist Christus, unser Herr. Wie gut und freundlich ist diese Barmherzigkeit: Als niemand nach ihr suchte, kam sie aus eigenem Antrieb vom Himmel herab und erniedrigte sich, um uns zu erhöhen! Unser Herr wurde geschlagen, um unsere Wunden zu heilen; er starb, um uns vom ewigen Tod zu befreien; er stieg in die Hölle hinab, um diejenigen in den Himmel zurückzubringen, die der Teufel als seine Beute geraubt hatte. […] Darüber hinaus hat Christus uns versprochen, bei uns zu sein bis zur Vollendung der Welt, wie er selbst im Evangelium sagt: „Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (vgl. Mt 28,20). Seht seine Güte, Brüder: Er sitzt nun im Himmel zur Rechten des Vaters, und will sich doch noch gerne mit uns auf Erden abmühen. Mit uns will er hungern und dürsten, mit uns frieren, mit uns ein Fremder sein, ja, er weigert sich nicht einmal, mit uns zu sterben und gefangen zu werden (Mt 25,35f.). […] Seht, wie groß seine Liebe zu uns ist: In seiner unaussprechlichen Zärtlichkeit will er all diese Übel in uns erdulden. Ja, die wahre Barmherzigkeit im Himmel, Christus, unser Herr, hat dich erschaffen, als du noch nicht warst; er hat dich gesucht, als du verloren warst; er hat dich erlöst, als du dich verkauft hattest. Also, liebe Brüder, wir, die wir gesucht und gefunden wurden, lasst uns den suchen, der uns so sehr geliebt hat! […] Doch was sage ich: ihn suchen? Wollten wir uns doch nur von ihm finden lassen! […] Denn Tag für Tag lässt Christus sich dazu herab, sich der Menschheit darzubieten, aber leider sind nicht alle bereit, ihm die Tür ihres Herzens zu öffnen.
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.