Home | Tagesevangelium
Die Völker fürchten den Namen des Herrn und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit. Denn der Herr baut Zion wieder auf und erscheint in all seiner Herrlichkeit. Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, ihre Bitten verschmäht er nicht. Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise. Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe, vom Himmel blickt er auf die Erde nieder; er will auf das Seufzen der Gefangenen hören und alle befreien, die dem Tod geweiht sind, Die Kinder deiner Knechte werden in Sicherheit wohnen, ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen, damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkünden und sein Lob in Jerusalem.
Gott segnete Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, vermehrt euch, und bevölkert die Erde! Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen. Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen. Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und zwar für das Blut eines jeden von euch. Von jedem Tier fordere ich Rechenschaft und vom Menschen. Für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder. Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen vergossen. Denn: Als Abbild Gottes hat er den Menschen gemacht. Seid fruchtbar, und vermehrt euch; bevölkert die Erde, und vermehrt euch auf ihr! Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind. Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.
Wie groß wird meine Freude sein, mein Gott, wie groß meine Wonne und mein Jubel, wenn du mir die Schönheit deiner Göttlichkeit enthüllen wirst und meine Seele dich von Angesicht zu Angesicht sieht? […] Dann, meine Seele, „wirst du sehen und wirst im Überfluss sein, dein Herz wird staunen und sich weiten, wenn du die Fülle des Reichtums in Empfang nehmen wirst“, die Wonnen und die Pracht der Herrlichkeit „dieses unermesslichen Meeres“ der Dreifaltigkeit, die ewiger Anbetung würdig ist; wenn „die Schätze der Völker“ zu dir kommen, die „der König der Könige und Herr der Herren“ (vgl. Jes 60,5; 1 Tim 6,15) durch die Kraft seines Armes aus der Hand des Feindes für sich gewonnen hat; wenn die Fluten der Barmherzigkeit und der göttlichen Liebe dich bedecken. […] Dann wird dir der Kelch der seligen Schau gereicht und du wirst dich daran berauschen (vgl. Ps 22(23),5 Vulg.); es ist der berauschende und erhabene Kelch der Herrlichkeit des göttlichen Antlitzes. Du wirst trinken „am Strom der Wonnen“ (vgl. Ps 36(35),9) Gottes, wenn die Quelle des Lichts selbst dich in Ewigkeit mit ihrer Fülle sättigen wird. Dann wirst du die Himmel sehen, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes, der darin wohnt, und jenen jungfräulichen Stern, der – nach Gott – den ganzen Himmel mit seinem reinsten Licht erleuchtet (Maria), und die wunderbaren Werke der Finger Gottes (die Heiligen: vgl. Gen 2,7) und jene „Morgensterne“, die unablässig voller Freude vor dem Angesicht Gottes stehen und ihm dienen (die Engel: vgl. Ijob 38,7; Tob 12,15). Du Gott meines Herzens und mein Anteil auf ewig (vgl. Ps 73(72),26), ach, wie lange noch muss meine Seele die Gegenwart deines liebreichen Antlitzes entbehren? […] Bitte, lass mich bald zu dir kommen, Gott, du „Quelle des Lebens“ (Ps 36(35),10), damit ich in dir ewiges Leben schöpfen kann für immer. Lass doch eilends „dein Angesicht über mir leuchten“ (vgl. Ps 31(30),17), damit ich dich in Freude von Angesicht zu Angesicht schauen kann. Schnell, schnell, zeige dich mir doch, damit ich mich deiner erfreuen kann in ewiger Glückseligkeit.
In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht. Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen. Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn. Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk. Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen. Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk. in den Vorhöfen am Haus des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja!
Seit dem Beginn des apostolischen Zeitalters, als das Evangeliums auf diesen europäischen Boden gesät und er mit dem Blut der Märtyrer getränkt wurde, setzte eine jahrhundertelange kontinuierliche und fruchtbare Entwicklung ein, die Europa mit christlichem Lebenssaft durchtränkte. Die heiligen Schutzpatrone Europas, der heilige Benedikt und die heiligen Cyrill und Methodius, sind in besonderer Weise Zeugen dieser Entwicklung. Das eigentümliche Charisma ihres evangelisierenden Wirkens besteht darin, dass sie Keime gelegt, dass sie Formen und Stile ins Leben gerufen haben, wodurch das Evangelium im kulturellen und sozialen Gefüge und im Geist der sich bildenden europäischen Völker Gestalt annehmen konnte. […] Diese heiligen Patrone […] sind auch für uns aktuelle Vorbilder und bleibende Inspiration; denn das Werk der Evangelisierung ist – angesichts der besonderen Situation, in der sich Europa heute befindet – vor die Aufgabe gestellt, eine neue schöpferische Synthese zwischen Evangelium und Lebenswirklichkeit anzubieten. Wir müssen uns bewusst sein, wie wichtig es ist, die Neuevangelisation auf diese gemeinsamen Wurzeln Europas aufzupfropfen. […] Denn diese christlichen Wurzeln sind besonders reich und anregend, weil sie auf demselben Glauben gründen, sich auf dieselbe ungeteilte Kirche berufen. […] Andererseits müssen wir auch bedenken, dass diese gemeinsamen Wurzeln zweifach sind. Denn sie haben die Form zweier Strömungen christlicher Tradition angenommen – in Theologie, Liturgie und Askese – und zweier Kulturmodelle, die unterschiedlich, aber nicht gegensätzlich sind, sondern im Gegenteil einander ergänzen und gegenseitig bereichern. Benedikt durchdrang die christliche und kulturelle Tradition des Westens mit dem eher logischen und rationalen Geist der Latinität; Cyrill und Methodius sind Repräsentanten der altgriechischen Kultur, die eher intuitiv und mystisch ist, und werden als Väter der Tradition der slawischen Völker verehrt. Es ist unsere Aufgabe, das Erbe dieses reichen und komplementären Denkens anzutreten und geeignete Mittel und Wege zu seiner Aktualisierung zu finden sowie eine intensivere spirituelle Verständigung zwischen Orient und Okzident herzustellen.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.
Lobet den Herrn, alle Völker, preist ihn, alle Nationen! Denn mächtig waltet über uns seine Huld, die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.
Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig: Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt und euch selbst des ewigen Lebens für unwürdig erachtet, siehe, so wenden wir uns jetzt an die Heiden. Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein. Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend.
„Selbst Toren verachteten mich“ (Job 19,18 Vulg.). Die Weisen kamen zu Fall, als sie den Glauben an die Wahrheit verloren, aber zu Recht sagt man dies auch von den Toren, denn da die Pharisäer und die Schriftgelehrten den Herrn verachteten, schloss sich auch die Volksmenge ihrem Unglauben an: Sie sah in ihm nur den Menschen und verachtete die Lehren des Welterlösers. Oft werden allerdings im Volksmund mit dem Begriff „Toren“ die Armen bezeichnet. […] Unser Erlöser war also – die Weisen und die Reichen dieser Welt hinter sich lassend – gekommen, um die Armen und die Toren zu suchen. Jetzt sagt er, gleichsam um seinen Schmerz zu verstärken: „Selbst Toren verachteten mich“. Das heißt: Ich wurde selbst von jenen verachtet, die ich heilen wollte, indem ich die Torheit meiner Verkündigung auf mich nahm. In der Schrift lesen wir ja: „Da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten“ (1 Kor 1,21). Das [göttliche] Wort ist in der Tat die Weisheit Gottes; und die Torheit dieser Weisheit ist das menschliche Fleisch des [göttlichen] Wortes. Angesichts der Unfähigkeit der fleischlichen Menschen, durch die Klugheit ihres Fleisches die Weisheit Gottes zu erlangen, wollte Gott sie durch die Torheit seiner Verkündigung, das heißt durch das fleischgewordene Wort, heilen. Deshalb sagt er: „Selbst Toren verachteten mich“. Im Klartext bedeutet dies: Ich werde selbst von jenen verachtet, die ich retten wollte und für die ich dabei sogar in Kauf nahm, als ein Tor zu gelten. Nun ehrte ihn das Volk der Juden zwar, als es Zeuge der Wundertaten unseres Erlösers wurde, und sagte: „Seht, das ist der Christus“; als sie jedoch der Schwäche seiner Menschheit gewahr wurden, verschmähten sie es, in ihm ihren Schöpfer zu erkennen, und sagten: „Nein, er führt das Volk in die Irre“ (Joh 7,12). So kann er hinzufügen: „Und als ich mich von ihnen zurückzog, verhöhnten sie mich“ (Job 19,18 Vulg.).