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Die Apostel antworteten, dass sie nur fünf Brote und zwei Fische hätten, weil sie noch auf die fünf Brote, das heißt, auf die fünf Bücher des Gesetzes beschränkt waren, und durch die Lehren zweier Fische, das heißt, durch die Propheten und Johannes den Täufer genährt wurden. […] Diese also haben die Apostel zuerst, weil sie noch auf sie beschränkt waren, dargereicht; aber wie aus ihnen hervorgegangen wird die Lehre des Evangeliums dargestellt, und von diesem Ursprung hergeleitet wächst sie zu einer größeren Fülle ihrer Kraft heran. Der Herr nahm also die Brote und Fische, sah zum Himmel auf, segnete und brach sie, dem Vater dankend, dass er nach den Zeiten des Gesetzes und der Propheten zur Speise des Evangeliums verwandelt werde. […] Auch werden die Brote von den Aposteln ausgeteilt, weil durch sie die Geschenke der göttlichen Gnade verliehen werden sollten. Das Volk isst dann die fünf Brote und zwei Fische, und wird satt; und die Stücke des Brotes und der Fische wurden, nachdem die Herumsitzenden sich gesättigt hatten, bis zur Anfüllung von zwölf Körben vermehrt; nämlich durch das Wort Gottes, welches aus der Lehre des Gesetzes und der Propheten kommt, wird die Menge gesättigt; und aufbewahrt für das Volk der Heiden aus der Darreichung der ewigen Speise, wächst in reichlichem Überfluss zur Erfüllung der zwölf Apostel die Fülle der göttlichen Kraft an. Die Anzahl der Essenden aber wird als die nämliche befunden, welche in der Folge die der Gläubigen war: fünftausend (vgl. Mt 14,21; Apg 4,4).
In jenen Tagen kam ein Mann von Baal-Schalischa und brachte dem Gottesmann Brot von Erstlingsfrüchten, zwanzig Gerstenbrote, und frische Körner in einem Beutel. Elischa befahl seinem Diener: Gib es den Leuten zu essen! Doch dieser sagte: Wie soll ich das hundert Männern vorsetzen? Elischa aber sagte: Gib es den Leuten zu essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen und noch übrig lassen. Nun setzte er es ihnen vor; und sie aßen und ließen noch übrig, wie der Herr gesagt hatte.
Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging: Stell dich an das Tor des Hauses des Herrn! Dort ruf dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des Herrn, ganz Juda, alle, die ihr durch diese Tore kommt, um dem Herrn zu huldigen. So spricht der Herr der Heere, der Gott Israels: Bessert euer Verhalten und euer Tun, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort. Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier! Denn nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert, wenn ihr gerecht entscheidet im Rechtsstreit, wenn ihr die Fremden, die Waisen und Witwen nicht unterdrückt, unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe für ewige Zeiten. Freilich, ihr vertraut auf die trügerischen Worte, die nichts nützen. Wie? Stehlen, morden, die Ehe brechen, falsch schwören, dem Baal opfern und anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt -, und dabei kommt ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, und sagt: Wir sind geborgen!, um dann weiter alle jene Greuel zu treiben. Ist denn in euren Augen dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, eine Räuberhöhle geworden? Gut, dann betrachte auch ich es so - Spruch des Herrn.
Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott. Auch der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen - deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König. Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben. Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir, wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten. Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft; dann schauen sie Gott auf dem Zion. Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Heute, liebe Brüder, erfahren wir im Evangelium, dass der Besitzer des Ackers guten Samen ausgesät hatte. aber während er schlief, kam der Feind und säte Unkraut hinein. Das will heißen, dass Gott den Menschen gut und vollkommen geschaffen hat, dass aber der Feind kam und die Sünde hineinsäte. Da haben wir den Sündenfall Adams, einen schrecklichen Fall, der der Sünde Zugang zum Herzen des Menschen verschafft hat. Ihr sagt, dass das Unkraut ausgerissen werden muss? „Nein“, sagt der Herr dazu in der Befürchtung, dass mit dem Unkraut auch der Weizen ausgerissen würde. „Wartet bis zur Ernte.“ Im Herzen des Menschen muss also bis ans Ende ungetrennt Gutes und Böses, Laster und Tugend, Licht und Dunkel, Weizen und Unkraut verbleiben. Gott wollte diese Vermengung nicht aufheben und uns eine neue Natur schaffen, in der es nur gutes Korn gäbe. Er will, dass wir kämpfen, uns abmühen, das Unkraut daran hindern, alles zu überwuchern. Der Dämon kommt, um auf unserem Weg Versuchungen auszustreuen; mit Gottes Gnade aber können wir ihn besiegen, können wir das Unkraut ersticken. Gegen die Versuchung ist dreierlei absolut nötig: das Gebet, das uns erleuchtet, die Sakramente, die uns Kraft geben, und die Wachsamkeit, die uns bewahrt. Glücklich die Seelen, die versucht werden! Wenn der Dämon erkennt, dass ein Mensch sich mit Gott vereinen will, verdoppelt sich seine Wut.
Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne - Spruch des Herrn; denn ich bin euer Gebieter. Ich hole euch, einen aus jeder Stadt und zwei aus jeder Sippe, und bringe euch nach Zion. Ich gebe euch Hirten nach meinem Herzen; mit Einsicht und Klugheit werden sie euch weiden. In jenen Tagen, wenn ihr euch im Land vermehrt und fruchtbar seid - Spruch des Herrn -, wird man nicht mehr rufen: Die Bundeslade des Herrn! Sie wird niemand in den Sinn kommen; man denkt nicht mehr an sie, vermisst sie nicht und stellt auch keine neue her. In jener Zeit wird man Jerusalem «Thron des Herrn» nennen; dort, beim Namen des Herrn in Jerusalem, werden sich alle Völker versammeln, und sie werden nicht mehr dem Trieb ihres bösen Herzens folgen.
Liebe Brüder, wenn ich euch etwas darlege, das nützlich ist für eure Seele, dann versuche keiner sich zu entschuldigen mit den Worten: „Ich habe keine Zeit zu lesen, deshalb kann ich auch die Gebote Gottes nicht kennen noch sie befolgen“ […] Lassen wir doch eitles Geschwätz und bissige Späße […] und schauen wir mal, ob uns keine Zeit zum Lesen der Heiligen Schrift bleibt […] Wenn die Nächte länger sind – kann denn dann jemand so viel schlafen, dass er die Heilige Schrift nicht selber lesen oder einem anderen beim Lesen zuhören kann? […] Denn Licht für die Seele und ihre Nahrung für die Ewigkeit ist einzig und allein das Wort Gottes, und ohne das Wort Gottes kann das Herz nicht leben, noch schlafen […] Die Pflege der Seele ist ganz und gar vergleichbar mit der Bestellung des Bodens. Wie man auf einem Acker einerseits jätet und andererseits mit der Wurzel ausreißt, um dann das gute Samenkorn auszusäen, so muss man auch in unserer Seele vorgehen: ausreißen, was schlecht ist und anpflanzen, was gut ist; zurückschneiden, was schädlich ist, veredeln, was nützlich ist; den Stolz mit der Wurzel entfernen und Demut einpflanzen; den Geiz abstoßen und die Barmherzigkeit behalten; Unreinheit verachten und Keuschheit hochschätzen […] Ihr wisst ja, wie man das Land bestellt. Anfangs wird Gestrüpp ausgerissen, Steine werden beseitigt; dann bearbeitet man die Erde selbst, noch einmal und noch einmal und schließlich […] wird gesät. Ebenso müssen wir mit unserer Seele umgehen: Zuerst das Gestrüpp, also schlechte Gedanken, mit der Wurzel entfernen, so dann genauso die Steine, also alle Bosheit und Härte. Anschließend müssen wir unser Herz mit dem Pflug des Evangeliums und des Kreuzes bearbeiten, es durch Buße aufbrechen, es mit Almosen anreichern, es durch Werke der Barmherzigkeit vorbereiten für die Aussaat des Herrn […], damit es das Saatgut des göttlichen Wortes mit Freuden aufnehmen und nicht nur dreißigfache, sondern sechzig- und hundertfache Frucht bringen kann.
Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn, verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt: Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln und hüten wie ein Hirt seine Herde. Denn der Herr wird Jakob erlösen und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren. Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe, sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn, über Korn, Wein und Öl, über Lämmer und Rinder. Sie werden wie ein bewässerter Garten sein und nie mehr verschmachten. Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz, Jung und Alt sind fröhlich. Ich verwandle ihre Trauer in Jubel, tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.